Wohnungsbau verliert weiter an Dynamik durch hohe Baukosten und schwierige Finanzierung
Im März 2023 wurden in Deutschland insgesamt 24.500 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entspricht das einem Rückgang von 29,6 Prozent beziehungsweise 10.300 Wohnungen gegenüber dem Vorjahresmonat.
Damit lag die Zahl der neu genehmigten Wohnungen bereits den zehnten Monat in Folge unter dem Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats. Seit Oktober 2022 beträgt das Minus kontinuierlich mehr als zehn Prozent, seit Januar 2023 sogar mehr als 20 Prozent. Einen stärkeren Rückgang hatte es zuletzt im März 2007 gegeben.
Hohe Baukosten und schwierige Finanzierung bremsen Projekte
Von Januar bis März 2023 wurden deutschlandweit 68.700 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 25,7 Prozent. Im ersten Quartal 2022 waren noch 92.500 Wohnungen genehmigt worden.
Als wesentliche Ursachen gelten weiterhin hohe Kosten für Baustoffe & Materialien sowie zunehmend schwierige Finanzierungsbedingungen. Diese Faktoren bremsen derzeit zahlreiche Bauvorhaben im Wohnungsbau aus.
In den Zahlen enthalten sind sowohl Genehmigungen für Wohnungen in neu errichteten Gebäuden als auch neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden. In neu geplanten Wohngebäuden wurden von Januar bis März 2023 insgesamt 57.700 Wohnungen genehmigt.
Rückgänge bei allen Gebäudearten
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus. Die Zahl genehmigter Wohnungen in Einfamilienhäusern sank um 31,1 Prozent auf 14.300. Bei Zweifamilienhäusern ging die Zahl der Genehmigungen sogar um 51,9 Prozent auf 4.100 Wohnungen zurück.
Auch bei Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig wichtigsten Gebäudeart, wurde ein deutlicher Rückgang registriert. Hier verringerte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen um 25,2 Prozent auf 37.200.
Die Entwicklung dürfte sich auch auf angrenzende Bereiche des Garten- und Landschaftsbaus auswirken. Weniger Wohnungsbauprojekte bedeuten mittel- bis langfristig auch weniger Aufträge für Außenanlagen, Wegeflächen und wohnungsnahe Grünflächen.
