Optimale Pflege für junge Bäume
Eine fachgerechte Anwuchspflege ist entscheidend für die Entwicklung und das Einwurzeln frisch gepflanzter Jungbäume. Maßnahmen wie die Stabilisierung durch Pflanzpfähle und der Stammschutz sollten idealerweise bereits bei der Pflanzung erfolgen. Das Mulchen der Baumscheibe ist eine weitere förderliche Maßnahme, die auch nachträglich umgesetzt werden kann.
Die Baumscheibe bezeichnet den kreisförmigen Bereich des Bodens um den Stamm eines jungen Baumes, dessen Durchmesser der Baumkrone entspricht. Nach einer Herbstpflanzung sollte die Baumscheibe bis zum dritten Standjahr frei von Bewuchs gehalten und gemulcht werden. Dies reduziert die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe. Eine regelmäßige Kontrolle des Bindematerials und der Pflanzpfähle sowie eine ausreichende Wasserversorgung, besonders bei Trockenheit, sind während der Anwachsphase wichtig.
Jener Teil des Wurzelsystems von Bäumen, welcher oberflächennah liegt, ist empfindlich gegenüber starker Belastung. Bei Mäharbeiten kann es zusätzlich leicht passieren, dass Stammschäden am Baum entstehen. Über solche Verletzungen können Krankheitserreger in den Baum eindringen und diesem langfristig schaden. Das Mulchen bzw. ab dem dritten Standjahr auch das Bepflanzen der Baumscheibe mit ausdauernden Stauden beugt diesen Risikofaktoren vor und bringt einen ökologischen Mehrwert.
Dies betont Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.
Mulchen mittels „Sandwichmethode“
Für Jungbäume empfiehlt sich eine „sandwichartige“ Mulchschicht in drei Lagen. Zuerst werden 10 Liter reifer Kompost pro Quadratmeter auf der Baumscheibe verteilt. Darauf folgt eine dicke Kartonage, beispielsweise von Fahrrad- oder Elektrowarengeschäften. Die dritte Schicht besteht aus 8 bis 10 cm heimischem Häckselgut. Stammnahe sollte ein leichter Wall geformt werden, um den unmittelbaren Stammbereich freizuhalten. Die so entstehende Mulde leitet Gießwasser gezielt in den Wurzelbereich. Die Mulchschicht unterdrückt zudem Beikräuter und wirkt ausgleichend auf den Feuchtigkeitshaushalt sowie auf Temperaturschwankungen im Boden.
Anbindung, Bewässerung und Düngung
Im Rahmen der Anwuchspflege sind die Anbindungen an den Pflöcken regelmäßig zu kontrollieren, um Einschnürungen in der Rinde zu vermeiden. Die Stützvorrichtung kann frühestens nach dem dritten Standjahr bei ausreichender Standfestigkeit vorsichtig entfernt werden.
Eine angepasste Bewässerung ist für junge Gehölze essenziell. Es ist ratsam, seltener, aber dafür durchdringend zu gießen. Abhängig von Baumgröße und Substrat benötigt ein Jungbaum von Frühling bis Herbst wöchentlich etwa 75 bis 150 Liter Wasser, je nach Niederschlag. Der Wurzelballen darf keinesfalls austrocknen. Nach drei bis fünf Jahren sollten die Wurzeln tief genug gewachsen sein, um ausreichend Wasser aus dem Boden aufzunehmen. Zusätzliches Gießen ist dann nur noch bei extremer Trockenheit notwendig. Frisch gepflanzte Bäume werden im ersten Standjahr nicht gedüngt.
Das Baumsubstrat oder der bei der Pflanzung beigemengte Kompost liefern genügend Nährstoffe für das erste Standjahr. Ab dem zweiten Standjahr können Kompost oder organische Düngemittel ergänzt werden. Ältere Bäume werden nur bei Bedarf, etwa bei nachlassender Vitalität, gedüngt, indem reifer Kompost oder organischer Dünger unter der Kronentraufe verteilt wird. An naturnahen Standorten kann bei älteren Bäumen in der Regel auf eine Düngung verzichtet werden.
Veranstaltungstipps von „Natur im Garten“
Seminar: Obstbaumschnitt für EinsteigerInnen
- Freitag, 10.02.2023 von 09:00 bis 13:30 in 2100 Bisamberg (KO)
- Samstag, 11.02.2023 von 09:00 bis 13:30 in 2640 Gloggnitz (NK)
- Freitag, 17.02.2023 von 09:00 bis 13:30 in 3400 Klosterneuburg (KG)
- Samstag, 18.02.2023 von 09:00 bis 13:30 in 3812 Groß-Siegharts (WT)
- Samstag, 25.02.2023 von 09:00 bis 13:30 in 2164 Wildendürnbach (MI)
- Freitag, 03.03.2023 von 13:00 bis 17:30 in 3470 Kirchberg am Wagram (TU)
- Samstag, 04.03.2023 von 09:00 bis 13:30 in 3133 Traismauer (PL)
Ein korrekter Schnitt fördert eine verbesserte Wuchs- und Ertragsregulierung sowie ein ausgewogenes und gut durchlüftetes Kronenbild. Dieser Kurs vermittelt die Grundlagen des Erhaltungs- und Erziehungsschnittes. Der Vormittag widmet sich einem theoretischen Block, während am Nachmittag das Schneiden verschiedener Obstarten praktisch gezeigt und geübt wird. Teilnehmende werden gebeten, Schnittwerkzeug und wetterfeste Kleidung mitzubringen. Die Kosten betragen 49 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich.
