Starke Performance im Oktober: Umsatz- und Auftragseingänge übertreffen Erwartungen
Die Bauunternehmen in Deutschland konnten im Oktober des Berichtsjahres eine signifikante Steigerung ihrer Umsätze und Auftragseingänge verzeichnen. Dies geht aus den Konjunkturindikatoren für das Bauhauptgewerbe hervor, die im aktuellen Zahlenbild veröffentlicht wurden.
Die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten für Oktober ein nominales Umsatzplus von 20,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Preisbereinigt betrug der Zuwachs 14,6 Prozent. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis Oktober stiegen die Umsätze nominal um 10,6 Prozent, real um 5,2 Prozent.
Die Bauunternehmen freuen sich über einen goldenen Oktober. Sie haben die zwei Arbeitstage, die ihnen - im Vergleich zum Vorjahr - zusätzlich zur Verfügung standen, genutzt, um ihre hohen Auftragsbestände weiter abzuarbeiten.
Diese Entwicklung bestätigt die aktuelle Umsatzschätzung für das Gesamtjahr. Es wird erwartet, dass das prognostizierte nominale Wachstum von 6 Prozent und reale Wachstum von 1,5 Prozent für die gesamte Branche, einschließlich Kleinbetriebe, nach oben korrigiert werden kann. Aktuelle Handwerksdaten zeigen, dass im Berichtsjahr nicht nur die Umsätze größerer Baubetriebe, sondern auch die von Kleinbetrieben mit 1 bis 19 Beschäftigten deutlich gestiegen sind. Trotz eines nur minimal über dem Vorjahresniveau liegenden Personalbestands, bedingt durch den Fachkräftemangel, konnten diese Betriebe ihre Umsätze durch Ausweitung der Überstunden steigern.
Für das kommende Jahr wird ein nominales Umsatzwachstum von 6 Prozent und ein reales Wachstum von 1 Prozent prognostiziert, wobei das Umsatzvolumen aufgrund des höheren Niveaus bei etwa 130 Milliarden Euro liegen soll.
Die Entwicklung der Auftragseingänge stützt diesen Optimismus. Im Oktober lagen die Auftragseingänge nominal 21,0 Prozent und real 4,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für die ersten zehn Monate ergibt sich damit ein Plus von 9,7 Prozent nominal und 4,2 Prozent real, was eine solide Grundlage für das kommende Jahr darstellt.
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch im preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten Auftragseingang wider, der im Oktober um 1,0 Prozent über dem Vormonat lag. Um die Aufträge auch zukünftig zeitnah bearbeiten zu können, planen die Unternehmen, mehr Beschäftigte einzustellen. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ergab, dass nahezu jeder fünfte Baubetrieb seinen Personalbestand in den kommenden 12 Monaten aufstocken möchte. 76 Prozent der Befragten planen, ihren Bestand zu halten, während nur 6 Prozent eine Einschränkung vorsehen – ein historisch niedriger Wert.
Für das Jahr 2019 wird eine Beschäftigtenzahl im Bauhauptgewerbe von 850.000 erwartet. Dies wären 2,2 Prozent beziehungsweise 18.000 mehr als im Berichtsjahr und 140.000 mehr als zum Ende der Baukrise im Jahr 2006.
Alle Angaben und Berechnungen basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes und beziehen sich auf Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.
