Allgemeines

Warmer Winter: Auswirkungen auf Gartenpflanzen

Milde Wintertemperaturen lassen Pflanzen früh austreiben. Während heimische Pflanzen robust sind, benötigen Kübelpflanzen und immergrüne Arten besonderen Schutz vor extremen Temperaturschwankungen. Vorschnelle Gartenarbeiten sollten vermieden werden.

Heimische Pflanzen trotzen milden Wintern

Die aktuellen milden Wintertemperaturen, die bereits im Januar frühlingshafte Bedingungen schaffen, lassen viele Pflanzen austreiben. Obwohl Knospen schwellen und Frühjahrsblüher erscheinen, gibt die Bayerische Gartenakademie Entwarnung für Hausgartenbesitzer. Auch wenn nach warmen Phasen wieder Nachtfröste auftreten können, sind heimische Pflanzen in der Regel widerstandsfähig.

Umgang mit heimischen Stauden und Gehölzen

Heimische Stauden und Gehölze, die in der feuchten Erde im Beet wurzeln, können mit solchen Wetterkapriolen in der Regel umgehen.

Dies erklärt Gartenbauingenieurin Marianne Scheu-Helgert. Milde Winter sind keine Seltenheit. Es kann zu einem Rückfrieren von Holz oder einer geringeren Blütenpracht im Frühjahr kommen, aber ein vollständiger Ausfall der Pflanzen ist unwahrscheinlich. Dies gilt insbesondere, wenn Beete vor dem Winter nicht geräumt wurden und Pflanzenreste als natürlicher Schutz dienen.

Besondere Vorsicht bei Kübelpflanzen

Anders verhält es sich bei Kübelpflanzen, die im Winter im Freien bleiben. Eine Buchskugel, die an der Haustür steht und morgens viel Sonne abbekommt, kann bei Nachtfrösten gefährdet sein.

Wenn nach eisigen Nächten die Sonnenstrahlen innerhalb kürzester Zeit die gefrorene Erde wieder auftauen, dann schadet das den Wurzeln sehr. Vor allem, wenn sich Frost und Sonne täglich abwechseln.

In solchen Fällen ist es ratsam, die Pflanze an einen schattigen, geschützten Ort, beispielsweise dicht an eine Hauswand, zu stellen, um extreme Temperaturschwankungen zu vermeiden. Alternativ kann der Topf mit Noppenfolie und Sackleinen umwickelt werden, um einen gewissen Schutz zu bieten. An frostfreien Tagen ist zudem eine ausreichende Bewässerung wichtig.

Herausforderungen für immergrüne und bedingt winterharte Pflanzen

Trocken- und Temperaturstress sind für die meisten Kübelpflanzen problematisch. Auch für bedingt winterharte Gehölze und Stauden kann zu viel Morgensonne schädlich sein. Immergrüne Pflanzen wie Glanzmispel, Lorbeerkirsche und Ilex sowie wärmeliebende Arten wie Feigen, Kamelien oder Bambus vertragen zwar einige Minusgrade, haben aber oft Schwierigkeiten mit starken Temperaturschwankungen. Hier sollte bereits bei der Pflanzung ein geeigneter, geschützter Standort gewählt werden, der nur gelegentlich von der Wintersonne erreicht wird.

Selbst Pflanzen aus dem Hochgebirge kommen mit den Barfrösten im Flachland schlecht zurecht. Sie sind es gewöhnt, den Winter mollig warm unter einer Schneedecke zu verbringen. Eis und Sonne im Wechsel ohne diese schützende Hülle lassen auch das Edelweiß eingehen.

Ähnliches gilt für Wintergemüse wie Rosenkohl, Lauch oder Rote Bete, das noch in den Beeten steht. Auch hier schadet der Wechsel zwischen Frost und Wärme. Wer das Gemüse noch nicht ernten möchte, sollte für Schatten sorgen oder es einlagern.

Gartenarbeiten im Januar

Gartenbesitzer, die den Frühling kaum erwarten können, sollten sich nicht von der Sonne zu verfrühten Gartenarbeiten animieren lassen. Ein vorschneller Frühjahrsputz mit Gartenschere und Hacke kann mehr Schaden anrichten als nutzen. Es ist ratsamer, die Januarsone entspannt zu genießen.

11.01.2014

Zurück