Engagierte Projekte für den Artenschutz in Bayern
Kleingewässer wie Teiche, Tümpel und Weiher sind Multitalente! In ihnen pulsiert das Leben. Unsere Heimat ist ohne die vielen kleinen Biotope undenkbar. Kleingewässer bereichern die biologische Vielfalt, erhöhen die Attraktivität unserer Naturheimat und tragen zum Hochwasserschutz bei. Um den Artenschwund aufzuhalten braucht es engagierte Menschen, die sich um die Umwelt kümmern. Der Biodiversitätspreis soll dazu beitragen, das Bewusstsein zu schärfen: Es sind oftmals die kleinen Dinge, mit denen Großes erreicht werden kann. Die Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs haben mit ihren Projekten ganz wesentlich zu dem Erhalt wichtiger Lebensräume für bedrohte Arten beigetragen. Sie sind exzellente Vorbilder für den Arten- und Naturschutz in Bayern. Dieses besondere Engagement verdient Dank und Anerkennung.
Der Bayerische Biodiversitätspreis „NaturVielfaltBayern“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „Stehende Kleingewässer – (H)orte der Artenvielfalt“. Er würdigt Projekte zum Schutz von Arten wie Moorfröschen, Gelbbauchunken, Wasserschlauch- und Moorlibellenarten sowie einzigartigen Laichkrautbeständen. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds ausgelobt und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Prämiert werden Projekte und Leistungen im Arten- und Biotopschutz, die die Bayerische Biodiversitätsstrategie umsetzen. Ein Sonderpreis würdigt zudem das Engagement Jugendlicher im Rahmen eines Schulprojekts für die Artenvielfalt.
Ausgezeichnete Projekte und Personen
Der Hauptpreis in Höhe von 7.500 Euro ging an die Stiftung KulturLandschaft Günztal aus dem Regierungsbezirk Schwaben für das Projekt „Tümpelkampagne“. Dieses Projekt trägt zur Schaffung neuer Lebensräume für gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke bei. Seit Projektbeginn wurden auf 30 Flächen 88 Tümpel und Weiher in der Günz-Aue neu gestaltet. Ergänzt werden die Maßnahmen durch Informations- und Bildungsarbeit, einschließlich Wanderausstellungen, Exkursionen und Projekttagen, sowie die Einbindung zahlreicher Akteure.
Der zweite Preis (3.500 Euro) wurde dem Bund Naturschutz in Bayern e. V. Kreisgruppe Mühldorf am Inn, Regierungsbezirk Oberbayern, für das Projekt „Büffel als Biobagger – Anlage und Erhalt von Kleingewässern ohne Maschineneinsatz im Rahmen landwirtschaftlicher Tierhaltung“ verliehen. Dieses Projekt nutzt die Weidetätigkeit von Wasserbüffeln zur Offenhaltung von Laichgewässern. Die Maßnahmen haben Vorbildcharakter. Der Bund Naturschutz dokumentiert zudem die Auswirkungen der Beweidung auf Flora, Fauna und Lebensräume, was umfangreiches Datenmaterial zur Evaluierung liefert.
Die Preisträger des dritten Preises (jeweils 2.000 Euro) sind:
- Vier Teichbesitzer von „Moor- und Himmelsweihern im Aischgrund“ aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken. Ihre Teiche tragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Durch ihr Engagement konnten vom Aussterben bedrohte Arten wie einzigartige Laichkrautbestände, Wasserschlauch- und Moorlibellenarten sowie Moorfroschbestände erhalten werden.
- Dr. Ernst Krach aus dem Regierungsbezirk Oberbayern. Als Experte für Amphibien, Reptilien, Libellen und Gefäßpflanzen hat er seit 1980 in vier Landkreisen um Ingolstadt ehrenamtliche Kartierungen in knapp 7.000 Gewässern durchgeführt und über 13.000 Amphibienlaichpopulationen nachgewiesen. Seine Erhebungen führten zu Umsetzungsmaßnahmen.
Der Sonderpreis (1.000 Euro), bereitgestellt von der Vermögensverwaltung des Naturschutzfonds, ging an das Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid, Regierungsbezirk Unterfranken. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Werdsee mit Erlenbruchwald in Wiesentheid“. Schülerinnen und Schüler kümmern sich unter der Leitung von Studiendirektor Matthias Mann und in Kooperation mit verschiedenen Akteuren um den ökologisch wertvollen Werdsee und den Erlenbruchwald.
