Fördermittel stärken Biotopvernetzung, Artenschutz und regionale Landschaftspflege in Bayern
Der Bayerische Naturschutzfonds stellt rund 2,7 Millionen Euro für Projekte zum Schutz von Natur und Artenvielfalt im Freistaat bereit. Die Förderung richtet sich insbesondere an Kommunen, Landschaftspflegeverbände und Naturschutzorganisationen und stärkt damit auch Maßnahmen mit direktem Bezug zum Garten- und Landschaftsbau.
Im Fokus stehen Projekte zur Biotopvernetzung, Artenförderung und nachhaltigen Landschaftsentwicklung. Ziel ist es, natürliche Lebensgrundlagen langfristig zu sichern und gleichzeitig praxisnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel und Flächennutzung umzusetzen.
Schwerpunkt Biotopverbund und Lebensraumschutz
Ein zentrales Vorhaben ist das Projekt „Karlsgraben – Rezataue“, das mit rund 476.000 Euro gefördert wird. Geplant sind Maßnahmen zur Sicherung von Feucht- und Nassbiotopen sowie zur Wiederherstellung eines funktionierenden Biotopverbunds zwischen Altmühltal und Mittelfränkischem Becken.
Auch das Projekt „Weidelandschaften und Biotopverbund Donau-/Altmühltal“ wird weitergeführt. Hier stehen die Entwicklung extensiver Beweidungssysteme, die Stärkung der Hüteschäferei und der Erhalt wertvoller Kulturlandschaften im Mittelpunkt. Die Förderung wurde um rund 223.000 Euro erhöht.
Artenschutz im Fokus mehrerer Projekte
Zur Stabilisierung der Wendehals-Population im Landkreis Main-Spessart fließen gut 171.000 Euro. Maßnahmen umfassen die Verbesserung von Nahrungsangeboten sowie die Schaffung geeigneter Nistplätze in strukturreichen Kulturlandschaften.
Mit rund 199.000 Euro wird zudem der Schutz des Bartgeiers in den Ostalpen unterstützt. Ziel ist es, die Population langfristig zu stabilisieren und auszubauen sowie den genetischen Austausch über größere Regionen zu ermöglichen.
Im Günztal liegt der Fokus auf dem Erhalt artenreicher Wiesen und ihrer Bestäuber. Das Projekt wird mit rund 338.000 Euro gefördert und setzt auf die Wiederansiedlung seltener Pflanzen sowie die gezielte Förderung von Insekten wie Wildbienen und Schmetterlingen.
Datengrundlagen und Forschung stärken Planung
Mit dem „Ersten Bayerischen Wintervogelatlas“ entsteht eine wichtige Datengrundlage für den Naturschutz. Das Projekt wird mit knapp 80.000 Euro unterstützt und erfasst flächendeckend Vogelvorkommen in den Wintermonaten. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse für Landschaftsplanung, Artenschutz und Klimafolgenanalysen.
Kleinprojekte ergänzen Maßnahmen vor Ort
Ein weiterer Baustein ist das Jahresprogramm für Kleinmaßnahmen, das mit 500.000 Euro ausgestattet ist. Insgesamt 38 Projekte werden gefördert, darunter praxisorientierte Fachplanungen, Forschungsansätze sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Maßnahmen zeigen die Bandbreite moderner Naturschutzarbeit – von konkreten Pflegeeinsätzen bis hin zu strategischen Konzepten. Für Betriebe im Gartenbau und in der Landschaftspflege ergeben sich daraus vielfältige Anknüpfungspunkte in Planung, Umsetzung und Pflege von Maßnahmen.


