Hintergrund und Bedeutung des Artenschutzes
Das Projekt „Bayerns Seltenste: Arten der Trockenlebensräume“ widmet sich dem Schutz seltener Arten und ihrer Lebensräume in alpinen Trockengebieten. Arten wie die Gefleckte Schnarrschrecke, der Kiesbank-Grashüpfer und die Deutsche Tamariske sind auf diese selten gewordenen Trockenstandorte angewiesen. Das Bundesumweltministerium (BMUV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördern dieses Vorhaben im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit rund 578.000 Euro.
Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) führt das Projekt bis 2029 in Bayern zwischen Lech und Isar durch. Ziel ist es, gefährdete Trockenstandorte zu schützen und ihre Vernetzung zugunsten der dort heimischen Arten zu verbessern.
Tiere und auch Pflanzen müssen die Möglichkeit haben, zwischen Gebieten zu wandern und sich auszutauschen. Das wird immer schwieriger, je mehr Lebensräume für die Tiere und Pflanzen durch menschlichen Einfluss verlorengehen. Deshalb ist es wichtig, dass Projekte wie „Bayerns Seltenste“ wieder neue Verbindungen zwischen den gefährdeten Lebensräumen schafft und ihre typischen Arten schützt.
Dies betont Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Auch BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm unterstreicht die Notwendigkeit des Lebensraumschutzes:
Wir können Arten nur schützen, wenn wir auch ihre Lebensräume schützen. Das geht nicht nur in Schutzgebieten, sondern wir müssen dazu auch in genutzte Flächen mehr Naturschutz bringen. Das geht nur gemeinsam und im kooperativen Dialog zwischen denen, die die Natur schützen und denen, die Landwirtschaft betreiben. Hier bei dem Projekt „Bayerns Seltenste“ wird mit gutem Beispiel vorangegangen und bereits in der Planung alle Betroffenen ins Boot geholt.
Konkrete Projektziele und Maßnahmen zur Arterhaltung
Das Projekt „Bayerns Seltenste: Arten der Trockenlebensräume BSAT/ LBV“ zielt darauf ab, gefährdete Trockenlebensräume an alpinen Flüssen und ihre charakteristischen Arten zu erhalten und zu fördern. Durch gezielte Schutzmaßnahmen soll ein Verbund von Trockenlebensräumen im bayerischen Alpen- und Voralpenland zwischen Lech und Isar entstehen. Dies soll den Erhaltungszustand von Arten wie der Gefleckten Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata), dem Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus), dem Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) und der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica) verbessern.
Die Vorkommen dieser Arten sind durch anthropogene Einflüsse wie Habitatverluste, Verinselung und genetische Verarmung stark bedroht. Neben natürlichen Trockenlebensräumen an Flüssen werden auch künstlich geschaffene Trockenlebensräume, wie Abbau- und Lagerflächen, in die Maßnahmen einbezogen. Diese Sekundärhabitate sollen als Ersatzlebensräume die Bestände der Charakterarten stützen und zu deren Überleben beitragen.
Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit Wasserwirtschaftsämtern, den Bayerischen Staatsforsten, Naturschutzbehörden, Rohstoffgewinnungsbetrieben und Hochschulen, angepasst an die jeweilige Nutzungsart und Eigentümerstruktur.
