Konjunkturelle Entwicklung und Ausblick des ifo Instituts
Anders als bislang erwartet dürfte die Erholung in der zweiten Jahreshälfte ausbleiben. Die Abkühlung setzt sich fort, in nahezu allen Branchen steht die Tendenz auf Flaute.
Dies erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die Bestätigung der Gesamtjahresprognose sei darauf zurückzuführen, dass das bereits veröffentlichte Bruttoinlandsprodukt nach einer Revision durch das Statistische Bundesamt höher liege als noch im Sommer. Ohne diese Revision hätte die Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um 0,3 Prozentpunkte auf minus 0,7 Prozent herabgesetzt werden müssen.
Ein positiver Aspekt ist der private Konsum, der sich im zweiten Halbjahr allmählich erholen dürfte.
Der Anstieg der verfügbaren Haushaltseinkommen wird kräftig bleiben und bei langsam sinkenden Inflationsraten auch zu einem Kaufkraftplus führen.
So Wollmershäuser weiter.
Inflation, Arbeitsmarkt und Staatsfinanzen im Detail
Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr voraussichtlich um 6,0 Prozent steigen. Für das kommende Jahr wird ein Anstieg von 2,6 Prozent erwartet, gefolgt von 1,9 Prozent im Jahr 2025. Die Zahl der Arbeitslosen wird zunächst bei 2,59 Millionen Personen in diesem Jahr und 2,58 Millionen im kommenden Jahr liegen. Eine Reduzierung auf 2,43 Millionen Personen wird erst für das Jahr 2025 prognostiziert.
Das Finanzierungsloch des Staates wird sich nur langsam verringern: von 92 Milliarden Euro auf 80 Milliarden im kommenden Jahr und auf 70 Milliarden für 2025. Der Leistungsbilanzsaldo, der Exporte, Importe, Kapitaleinkünfte und Übertragungen umfasst, wird bis 2025 wieder auf 7,1 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Im vergangenen Jahr war dieser Wert infolge der Verteuerung der Importe vorübergehend auf 4,2 Prozent gesunken.
