Multiple Belastungen für die Pilzanbaubranche
Die deutsche Speisepilzanbaubranche sieht sich mit einer Kumulation spezifischer Herausforderungen konfrontiert. Dies wurde auf der Sitzung des Vorstands und Beirats des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) am 26. September 2024 deutlich.
Während andere Wirtschaftszweige oft einzelne Kostensteigerungen bewältigen müssen, ist der Pilzanbau von einer Vielzahl gleichzeitiger Belastungen betroffen. Dazu zählen hohe Energiepreise, Lohnsteigerungen für Erntehelfer, Rohstoffknappheit sowie steigende Transport- und Logistikkosten.
Rohstoffversorgung und regulatorische Hürden
Im Mittelpunkt der anschließenden BDC-Jahrestagung standen die langfristige Verfügbarkeit von Torf für Deck-Erden und das geplante Verbot von Einwegkunststoff-Verpackungen für Pilze bis 1,5 kg.
Die Präsidentin des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), Eva Kähler-Theuerkauf, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Stoffkreisläufe im Kulturpilzanbau hervor und sicherte dem BDC die Unterstützung des ZVG zu.
Die so wichtige Strohernte fiel in vielen Regionen besorgniserregend schlecht aus und selbst der Pferde- und Hühnermist, der als Reststoff bisher angefallen ist, wird mittlerweile für andere Nutzungen interessant. Diese Konkurrenzsituation macht sich immer mehr bei der Rohstoffbeschaffung bemerkbar. Dazu kommen die hohen Qualitätsanforderungen und Sozialstandards sowie politische Rahmenbedingungen in Deutschland, die ein zukünftiges auskömmliches Wirtschaften massiv erschweren.
Dies fasste BDC-Vorsitzender Hans Deckers zur aktuellen Lage der Branche zusammen.
Zusätzlich belasten neue Auflagen zur Lagerung von Substraten im Zuge des Emissionsschutzes die Substrathersteller, was sich wiederum auf die Preise für wichtige Substrate auswirkt. Auch die regulatorischen Anforderungen bei der Erweiterung oder dem Neubau von Pilzzuchtanlagen stellen zunehmend unüberwindbare Hürden dar.
Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt die Nachfrage nach regionalen frischen Pilzen konstant hoch. Die aktuellen Marktpreise spiegeln jedoch den tatsächlichen Wert der Kulturpilze nicht wider.
