Die Grüne Stadt, Messe GaLaBau 2016

Begehbarer Dachgarten im Mittelpunkt der neuen Konzernzentrale

29.06.2016

Mit Beginn des Jahres hat die Erste Group, einer der größten Finanzdienstleister in Zentral- und Osteuropa, nach fast vierjähriger Bauzeit begonnen, ihr neues Headquarter (Erste Campus) auf dem ehemaligen Gelände des Wiener Südbahnhofs am Areal des Quartier Belvedere, zu besiedeln. Das neue Viertel wird ein urbaner Mix aus Firmenniederlassungen, Wohnhäusern, Grünflächen, Kultureinrichtungen, Museen, Geschäften und Restaurants.

Mit einer Grundstücksfläche von 25.000 m² und einer Bruttogeschoßfläche von 165.000 m² fügt sich der Erste Campus durch seine offene, geschwungene Architektur wie selbstverständlich in den historischen und naturräumlichen Kontext der Stadt ein. Die Erdgeschoßzonen sind öffentlich zugänglich und garantieren durch ihr vielfältiges gastronomisches Angebot, dass sich der Campus der üblichen Abschirmung von Bankzentralen entzieht. Beim Bau selbst gab es weder beim Zeitplan noch beim Budget Überschreitungen oder Verzögerungen. Die gesamten Baukosten blieben mit rund 300 Mio. Euro sogar unter den Vorgaben.

Die Vision der Architekten

Geplant wurde das neue Headquarter von Henke Schreieck Architekten aus Wien. Nach den Plänen der Architekten soll der Erste Campus die Stadt mit der Natur verbinden, indem die organisch geschwungene Form den Landschaftsgarten mit allen Arbeitsbereichen des Erste Campus verbindet und auf allen Ebenen des künftigen Headquarters das Licht durch großflächige Fensterfassaden fällt.

Den Architekten Henke und Schreieck war es wichtig, durch die Integration von Grünräumen eine urbane Stadtlandschaft zu schaffen und so für eine motivierende Atmosphäre und Wohlbefinden zu sorgen. Das Gebäude wurde zudem durchgängig barrierefrei geplant.

„Die Vision für den Erste Campus ist eine identitätsstiftende, transparente, zum Stadtraum geöffnete, naturverbundene Architektur, die zur Belebung und Aufwertung des Umfeldes beiträgt und bestmögliche Arbeitsplätze für alle Mitarbeiter schafft“, so Architektin Marta Schreieck.

Wichtige Kriterien des Architekturwettbewerbs waren die dynamische und harmonische Verbindung von Architektur, Nutzerfreundlichkeit, Wirtschaftlichkeit sowie ökologische Nachhaltigkeit. Aus mehr als 200 Architekten wurden 14 Teams zur Ausarbeitung eingeladen, das Siegermodell wurde im September 2008 ausgewählt.

Zentralisierung und Bürokonzept für eine neue Unternehmenskultur

Ziel des Projekts war es, die Erste Group von mehr als zwanzig über Wien verteilten Standorten an einem Ort zu bündeln. Dadurch sollten Synergien genutzt und moderne Arbeitsplätze geschaffen werden.

„Der Erste Campus ist mehr als ein modernes Bürogebäude: Er bietet Raum für flexible Zusammenarbeit und schnelle Reaktion auf Kundenwünsche“, so Andreas Treichl, CEO der Erste Group.

Nachhaltigkeit am Erste Campus: Gold-Zertifizierung nach DGNB

Bereits bei Planung und Materialauswahl wurde großer Wert auf ökologische Nachhaltigkeit gelegt. Die Hölzer der Fassade stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft, bei den Bauarbeiten wurde ausschließlich grüner Strom eingesetzt.

Der Erste Campus wurde nach dem DGNB-System von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) mit der höchsten Stufe „DGNB Gold“ ausgezeichnet.

Begrünte Dächer auf vier Ebenen

Ein zentraler Bestandteil des nachhaltigen Konzepts sind die Dachbegrünungen auf mehreren Ebenen – von der Tiefgarage bis zum 12. Obergeschoss. Insgesamt wurden rund 14.000 m² Dachfläche begrünt.

Die Planung übernahmen die Landschaftsarchitekten Atelier Auböck + Kárász (Wien), unterstützt durch Optigrün international AG.

Gartendeck (2. Obergeschoss)

Das Herzstück bildet der rund 6.000 m² große, begehbare Dachgarten. Rasenflächen, Sträucher, Bäume und großzügige Wege laden zum Aufenthalt ein. LED-Beleuchtung ermöglicht eine ganzjährige Nutzung.

Konstruktiver Aufbau Intensivbegrünung

  • Dränageschicht (Schaumglasschotter)
  • Filtervlies Typ 105
  • Untersubstrat (bis 40 cm)
  • Intensivsubstrat (30–50 cm)
  • Stauden- und Gehölzvegetation

Für die Intensivbegrünung sind Flächenlasten von bis zu 1.500 kg/m² sowie zusätzliche Einzellasten für Bäume zu berücksichtigen.

Extensivbegrünung auf oberen Dachflächen

Auf über 8.000 m² wurden extensiv begrünte Dachflächen in windexponierter Lage ausgeführt. Zur Sicherung kamen vorkultivierte Vegetationsmatten zum Einsatz.

  • Schutz- und Speichervlies
  • Schaumglasschotter (8–20 cm)
  • Filtervlies Typ 105
  • Extensivsubstrat
  • Sedum-Gras-Kraut-Vegetation

Zusammenfassung

Mit dem Erste Campus entstand nahe dem Wiener Stadtzentrum eine neue Konzernzentrale für rund 4.500 Mitarbeiter. In 215 Arbeitstagen wurden über 14.000 m² Dachbegrünung realisiert. Das Projekt wurde mit DGNB Gold ausgezeichnet.

Bautafel

  • Objekt: Erste Campus Wien
  • Baujahr: 2012–2015
  • Bauherr: Erste Group Bank AG
  • Architektur: Henke Schreieck Architekten ZT GmbH
  • Landschaftsarchitektur: Atelier Auböck + Kárász, Wien
  • Ausführung Gründächer: Grünwert Garten- und Landschaftsbau GmbH, Wien

Dachbegrünung – Flächenübersicht

  • Extensivbegrünung: ca. 8.100 m²
  • Intensivbegrünung: ca. 6.000 m²
Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Optigrün international AG

Am Birkenstock 19
72505Krauchenwies
Deutschland

Tel.:+49 7576 772-0
Fax:+49 7576 772-299

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