Herausforderungen und Lösungen bei der Bodenvorbereitung
Das Schloss Weissenstein in Pommersfelden, ein Bauwerk des fränkischen Barocks, ist seit über 300 Jahren im Besitz der Grafen von Schönborn. Als Kulturdenkmal zieht es jährlich bis zu 30.000 Besucher an. Neben Gartenausstellungen und der internationalen Musikakademie Collegium Musicum gehören die jährlich wechselnden Bepflanzungen der Rabatten im Innenhof zu den Attraktionen.
Für die Neugestaltung der Rabatten wurden die Pflanzflächen etwa 30 cm tief ausgekoffert. Anschließend erfolgte eine Befüllung mit einer Sondermischung von Einheitserde und eine Mulchung mit einem torffreien Material von frux GaLaBau. Gartenbauingenieur Jonas Rothenhöfer, Qualitätsbeauftragter und Produktmanager bei frux GaLaBau, erläutert die Notwendigkeit dieser Maßnahme:
Der Bodenaustausch war nötig geworden, weil der vorhandene Boden in den Rabatten stark verdichtet war und die angesäten Blütenwiesen nicht den gewünschten Effekt gebracht hatten. Hinzu kam noch der extrem heiße und trockene Sommer 2018, der deutlich die Grenzen des vorhandenen Bodens in puncto Wasserspeicherung und Struktur aufzeigte.
Zusätzlich erschwerte starkes Einwachsen von Unkraut und Grasnarbe die Situation. Im Zeitraum von April bis Mai wurden die Rabatten daher etwa 30 Zentimeter tief ausgehoben und mit einer Wurzelschutzfolie gegen Unkraut ausgekleidet. Die Befüllung erfolgte mit einer speziellen Einheitserde, die auf die Anforderungen einjähriger Bienenpflanzen abgestimmt ist. Dieses Substrat fördert die Keimung von Aussaaten und weist gleichzeitig eine stabile Struktur auf, um eine übermäßige Verdichtung zu verhindern.
Blütenakzente und Bienenweiden
Nach der Befüllung wurden Teile der Rabatten mit Stauden bepflanzt, die als Bienenpflanzen dienen. Rothenhöfer betont die Auswahlkriterien:
Besonderes Augenmerk lag hier einerseits auf der Farbauswahl, andererseits auf der Kontinuität der Blüte der verschiedenen Arten, um über einen langen Zeitraum eine Bienenweide anzubieten.
Auf den verbleibenden Flächen der Rabatten wurde die „Veitshöchheimer Mischung Nr. 2 – rot-gelb-Töne“ ausgesät. Diese Mischung setzt farbliche Akzente in der barocken Anlage und dient ebenfalls als Bienenweide. Die Umgestaltung der Pflanzflächen wurde durch das Projekt „beedabei“ betreut, eine Initiative Nürnberger Künstler zur Schaffung von Bienenfutterstellen in europäischen Städten.
Mulchmaterial mit doppelter Funktion
Im Bereich der Stauden wurde nach der Bepflanzung „frux Stauden- & Rosenmulch – Gartenfaser“ aufgebracht. Dieses Material schützt die Fläche vor Verunkrautung und reduziert die Wasserverdunstung. Ein Vorteil des torffreien Mulchmaterials ist, dass es bei einer Neubepflanzung nicht entfernt werden muss, sondern als Bodenverbesserer eingearbeitet werden kann. Rothenhöfer hebt die Beliebtheit hervor:
Aufgrund seiner Wirkung und der Arbeitserleichertung erfreut sich dieses Mulchmaterial seit Jahren nicht nur im klassischen GaLaBau großer Beliebtheit, sondern besonders auch in der kommunalen Flächenpflege.
Herausforderungen bei der Anlieferung
Die Anlieferung der mit Substrat gefüllten Big Bags stellte aufgrund der historischen Gebäudestruktur eine besondere Herausforderung dar. Rothenhöfer erklärt:
Aufgrund der Unterkellerung ist ein Befahren des Innenhofs mit einem regulären Sattelauflieger-LKW nicht möglich. Die Paletten mit den Big Bags wurden daher durch eine spezielle Zufahrt mit einem Mitnahmestapler einzeln in den Innenhof transportiert und dort bereits so verteilt, dass die spätere Verarbeitung möglichst effektiv und mit wenig Zeitaufwand erfolgen konnte.
Die Big Bags wurden beim Entladen sicher aneinandergestellt, um ein Umkippen zu vermeiden. Dies war ein wichtiger Aspekt zur Gewährleistung der Sicherheit in dem öffentlich zugänglichen Bereich mit Publikumsverkehr.
