Erleichterung für die City-Logistik durch neue Führerscheinregelung
Die Elektromobilität bietet in der City-Logistik erhebliche Potenziale. Lieferfahrten in Ballungsgebieten sind für elektrisch betriebene Fahrzeuge besonders geeignet, da sie durch viele Stopps und geringe Tourenkilometer gekennzeichnet sind. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen trägt zur Reduktion lokaler CO2-Emissionen und zur Verbesserung der Luftqualität bei. Zudem verringert das geräuschärmere Anfahren die Lärmbelastung und erhöht die Lebensqualität in Städten.
Bislang waren Flottenbetreiber, die Elektrofahrzeuge einsetzen wollten, aufgrund des höheren Gewichts von Elektrotransportern mit Nachteilen bei der Führerscheinnutzung konfrontiert. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat jedoch eine Ausnahmeregelung für Elektrofahrzeuge erlassen. Seit dem 31. Dezember 2014 ist es möglich, elektrisch betriebene Kleintransporter bis zu 4,25 Tonnen mit einem Pkw-Führerschein der Klasse B zu führen. Dabei bleibt das Gewicht der Batterie bei der Bestimmung der Fahrzeugklassen unberücksichtigt.
Flottenbetreiber, die Elektrofahrzeuge einsetzen, waren aufgrund des höheren Gewichts von Elektrotransportern bis dato jedoch einem wesentlichen Nachteil hinsichtlich der Führerscheinnutzung ausgesetzt. Bereits im Frühjahr 2013 sind aktive Köpfe aus der Logistik- und Automobil-Branche mit dieser Problematik auf uns zu gekommen. Gemeinsam mit unseren engagierten Parlamentarischen Beiräten und unserem EU-Repräsentanten Dr. Friedrich haben wir uns daraufhin auf Bundes- und EU-Ebene für eine Führerschein-Neuregelung für Elektrotransporter eingesetzt. Die gemeinsamen Anstrengungen tragen nun endlich Früchte.
Vor der Neuregelung führte das höhere Batteriegewicht oft zu einer inakzeptablen Beschränkung der Nutzlast bei Elektrotransportern mit einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 3,49 Tonnen. Für höhere Lasten, die Fahrzeuge mit 5 Tonnen oder 7,5 Tonnen erfordern, war ein Fahrer mit Führerscheinklasse C notwendig. Da die Kosten für Flottenbetreiber bei Fahrern mit Klasse C deutlich höher sind als bei Klasse B, bestand dringender Handlungsbedarf, um den Einsatz elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge in deutschen Städten zu fördern.
Über den Bundesverband eMobilität e.V. (BEM)
Der Bundesverband eMobilität (BEM) setzt sich für die Umstellung der Mobilität in Deutschland auf Elektromobilität auf Basis Erneuerbarer Energien ein. Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität als nachhaltiges, zukunftsweisendes und intermodales Mobilitätskonzept. Der Verband strebt zudem die Durchsetzung einer Chancengleichheit bei der Umstellung auf Elektromobilität an.
Um diese Ziele zu erreichen, vernetzt der BEM Akteure aus Wirtschaft, Politik und Medien. Er fördert die öffentliche Wahrnehmung für eine neue Mobilität und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen Veränderungen ein.
