Landschaftsarchitekt sieht Trend zu mehr Pflanzenvielfalt im Garten
Der Landschaftsarchitekt Bernd Franzen hat sich auf die Planung von Privatgärten spezialisiert. Mit seinem Büro verfolgt er das Ziel, individuelle Gartenideen in lebendige und funktionale Anlagen zu verwandeln. Als gelernter Landschaftsgärtner kennt er neben der planerischen Perspektive auch die praktischen Anforderungen im Garten- und Landschaftsbau.
Neben seiner Tätigkeit als Planer ist Franzen auch als Autor, Referent und ehemaliger Moderator der TV-Formate „Mein Garten“ und „Ran an den Rasen“ bekannt. In seiner Arbeit versteht er den Garten als erweiterten Wohnraum, der Architektur, Lebensstil und Natur miteinander verbindet.
Erwartungen der Auftraggeber
Private Bauherren erwarten von Planern vor allem Verlässlichkeit, Kreativität und eine klare fachliche Einschätzung. Ebenso wichtig sind Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Wünsche zu strukturieren und in realistische Konzepte zu übersetzen.
„Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Klartext, den unverstellten Blick von außen – also die Sicht des Experten – aber auch Einfühlungsvermögen und den Blick für das Wesentliche genauso wie für das Detail.“
Ein zentraler Bestandteil der Planungsphase ist für Franzen das offene Gespräch über Wünsche und Vorstellungen. Dabei dürfen auch ungewöhnliche Ideen geäußert werden, um gemeinsam Prioritäten zu entwickeln und tragfähige Lösungen zu finden.
„Der Ausgangspunkt eines jeden guten kreativen Prozesses ist das ‚Wünsch Dir was‘-Gespräch.“
Pflanzenvielfalt als zentrales Gestaltungselement
In der Gestaltung moderner Privatgärten spielt eine vielfältige Pflanzenverwendung eine immer größere Rolle. Gehölze, Stauden, Gräser und Zwiebelpflanzen werden zunehmend kombiniert, um lebendige Gartenbilder zu schaffen.
Gleichzeitig rücken ökologische Aspekte stärker in den Fokus. Viele Gartenbesitzer wünschen sich heute bewusst mehr Leben im Garten und fragen nach Möglichkeiten, Insekten und anderen Tieren Lebensraum zu bieten.
Blühpflanzen wie der Schmetterlingsflieder oder strukturgebende Gehölze wie Zierapfel, Kornelkirsche oder Hahnendorn verbinden gestalterische Qualität mit ökologischem Nutzen. Auch Gräserpflanzungen oder Staudenflächen können naturnahe Dynamik in die Gestaltung bringen.
Trend zu lebendigen Gärten
Der häufig geäußerte Wunsch nach einem pflegeleichten Garten steht nicht zwangsläufig im Widerspruch zu Vielfalt. Nach Ansicht von Franzen kann gerade eine naturnahe Gestaltung langfristig besonders pflegearm sein.
„Der Hang zu leblosen Gärten, die zu jeder Jahreszeit gleich tot aussehen, ist vorbei. Ein erfreulicher Trend!“
Statt steriler Flächen gewinnen abwechslungsreiche Pflanzbilder an Bedeutung. Sie schaffen saisonale Veränderungen und machen den Garten über das ganze Jahr hinweg erlebbar.
Gestaltung auch bei Dunkelheit
Ein weiterer wichtiger Aspekt moderner Gartengestaltung ist die Beleuchtung. Sie kann Strukturen, Wege oder markante Pflanzen auch in den Abendstunden sichtbar machen und so zusätzliche Aufenthaltsqualität schaffen.
Für komplexe Lichtkonzepte arbeitet Franzen bewusst mit spezialisierten Lichtplanern zusammen. Die Koordination verschiedener Fachdisziplinen sieht er als wichtigen Bestandteil erfolgreicher Gartenplanung.
„Garten geht nur im Miteinander!“
Nachwuchs für die grüne Branche
Jungen Fachkräften im Gartenbau empfiehlt Franzen vor allem, die Natur aufmerksam zu beobachten. Landschaften und natürliche Pflanzengesellschaften seien eine wichtige Inspirationsquelle für gelungene Pflanzkonzepte.
„Die Pflanze ist unser Pfund, ein absolutes Trendthema und unsere Arbeitsplatzgarantie!“
Wer Pflanzenvielfalt schätze und sich intensiv mit ihnen beschäftige, habe in der grünen Branche hervorragende Zukunftsperspektiven – und leiste zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

