Naturerlebnis und Artenvielfalt in Pankow – Einblicke mit Wildtierexperte Derk Ehlert
Die Karower Teiche in Berlin-Pankow stellen ein bedeutendes Naherholungsgebiet dar, das sowohl für Erholungssuchende als auch für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von großer Bedeutung ist. Insbesondere Vogelliebhaber schätzen dieses Areal, da hier rund 60 verschiedene Vogelarten brüten.
In der 16. Folge der Videoserie „Wildes Berlin“ führt der Wildtierexperte Derk Ehlert durch dieses Gebiet im Nordosten Berlins. Die Serie, eine Produktion der Stiftung Naturschutz Berlin, beleuchtet die grünen Hotspots der Hauptstadt und veröffentlicht monatlich neue Episoden auf der Website des Umweltkalenders Berlin.
Historie und Landschaftsstrukturen der Karower Teiche
Die Karower Teiche, bestehend aus Schilfsee, Weidensee, Inselsee und Entensee, sind in das Naherholungsgebiet Niederbarnim eingebettet und liegen in unmittelbarer Nähe zur Panke. Alle vier Teiche stehen unter Naturschutz. Ihre Entstehung geht auf die letzte Kaltzeit zurück, als Schmelzwasserrinnen verlandeten und Niedermoore bildeten.
Die Geschichte der Teiche ist vielschichtig: Nach dem Torfabbau wurde hier ab 1911 eine Karpfenzucht betrieben, und später dienten Teile der Fläche der Verrieselung von Berliner Abwässern.
Durch diese historische Nutzung gibt es heute ganz unterschiedliche Landschaftsstrukturen.
So entstand eine abwechslungsreiche Naturlandschaft aus Waldflächen, Wiesen, Sumpf und Wasser. Um das Zuwachsen der weitläufigen Flächen zu verhindern, werden Freilandrinder als Landschaftspfleger eingesetzt. Sie halten die Wiesen kurz und tragen so zum Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten bei, die auf diese vielfältigen Landschaftsstrukturen angewiesen sind.
Vogelwelt und seltene Beobachtungen an den Teichen
Die Karower Teiche sind das ganze Jahr über von regem Treiben auf dem Wasser geprägt. Neben Zugvögeln, die hier Rast machen, sind Arten wie Kuckuck, Fitis, Zilpzalp, Teichrohrsänger und Pirol dauerhaft in dem Gebiet beheimatet. Aussichtsplattformen bieten Ornithologen gute Beobachtungsmöglichkeiten der Wasserflächen. Am Entensee sind, wie der Name andeutet, verschiedene Entenarten wie Pfeifente, Löffelente und Schnatterente zu finden.
Derk Ehlert gelang während der Aufnahmen eine besondere Beobachtung:
Fischadler sind in Berlin wirklich selten.
Ein Fischadler zog majestätisch am Himmel seine Kreise auf Nahrungssuche. Da der See an vielen Stellen nur etwa einen Meter tief ist, hat der Adler beim Fischfang leichtes Spiel. Nach dem Anvisieren seiner Beute stürzte er blitzartig ins Wasser und verzehrte den Fang anschließend auf einem Baum.
