Bürger wünschen sich mehr Grünflächen
Befragungen zur Bürgerzufriedenheit mit städtischen Grünflächen unterstreichen den hohen Stellenwert, den die Bevölkerung dem öffentlichen Grün beimisst. Eine repräsentative Untersuchung aus dem Jahr 2015 befragte Karlsruher Bürger zu wesentlichen Elementen der Naturwahrnehmung und des Naturerlebens. Die höchsten Zustimmungsraten für „sehr wichtig“ erhielten dabei „Saubere Luft zu atmen“ (89,1 %) und „Sich nah der Wohnung im Freien aufhalten zu können“ (82,1 %).
Gerade im Frühling wird deutlich, wie intensiv öffentliche Grünflächen genutzt werden. Die ersten warmen Tage locken Menschen ins Freie, wo sie in Parks spielen, Sport treiben, spazieren gehen, Freunde treffen und die Weite genießen. Besonders die frische Luft, das Spiel von Licht und Schatten sowie die Ruhe abseits der städtischen Hektik werden als erholsam empfunden. Psychologische Studien belegen, dass bereits das Betrachten eines Naturbildes Wohlfühlwirkungen zeigt. Das tatsächliche Erleben von Grün senkt Puls und Blutdruck und trägt in kurzer Zeit zur Erholung von Körper und Geist bei.
Angebote schaffen
Hans Müller, Geschäftsführer der Helix Pflanzensysteme GmbH aus Kornwestheim und Projektpartner im europäischen Netzwerk TURAS, ist die Problematik unzureichender Grünflächen in wachsenden europäischen Städten bekannt.
Die dichte Bebauung führt dazu, dass die Menschen im Alltag kaum Gelegenheit haben, Natur wahrzunehmen, dazu kommen die stadttypischen Stressfaktoren Lärm und Hektik. Wir haben mit unserem Projekt ´Das grüne Zimmer` ein Angebot entwickelt, um auf kleinstem Raum ganz persönlich und direkt die Wohlfahrtswirkung von lebendigem Grün zu erfahren.
Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts ist die Mobilität des „Grünen Zimmers“. Dies ermöglicht die flexible Schaffung temporärer Naturerfahrungsräume, beispielsweise in Fußgängerzonen oder auf großflächig versiegelten Plätzen in der Innenstadt, ohne langfristige Vorbereitungen. Dieser Aspekt hat Verantwortliche in vielen europäischen Städten überzeugt. Das Mobile Grüne Zimmer ist daher auch in diesem Sommer an verschiedenen Standorten präsent und bietet als kleine grüne Oase Naturerleben in Städten. Es erzeugt Aufmerksamkeit und Staunen bei den Bürgern, die den Schatten suchen, die Pflanzen berühren und an Kräutern riechen, um zur Ruhe zu kommen.
Der Unterschied ist spürbar
Obwohl Bürger große Stadtparks schätzen, wird die fußläufig erreichbare Grünfläche meist als bevorzugter und meistbesuchter Ort genannt. Diese Erfahrung hat Müller auch in Gesprächen mit Kommunalverantwortlichen und Bürgern im Rahmen des TURAS-Projekts gemacht.
Die Menschen wollen lebendiges Grün in ihrem Alltag erleben, möglichst nah bei ihrer Wohnung oder Arbeitsstelle. Mit dem Mobilen Grünen Zimmer machen sie genau diese Erfahrung und spüren direkt die erholende Wirkung. Das ist besonders wichtig für Menschen, die keinen privaten Garten haben – sie sind auf frei zugängliches öffentliches Grün angewiesen!
Das Mobile Grüne Zimmer kann das öffentliche Grün nicht ersetzen, macht aber auf einfache Weise auf dessen Bedeutung aufmerksam und schafft Bewusstsein.
Natur findet Stadt
Die Europäische Union hat mit dem Konzept der „Grünen Infrastruktur“ und verschiedenen Forschungsprogrammen dazu beigetragen, dass Stadtgrün auch auf nationaler Ebene mehr Wertschätzung erfährt. Das Weißbuch Stadtgrün des Bundesumweltministeriums identifiziert zehn Handlungsfelder, in denen Kommunen und andere Akteure sich für mehr und besseres Stadtgrün engagieren können.
Das Weißbuch Stadtgrün ist ein wichtiges Instrument für die lokale Debatte in Städten und Gemeinden. Der Bund hat deutlich gemacht, dass lebendiges Grün in Städten wichtige Beiträge zur Nachhaltigkeit leistet, aber auch, dass viele Kommunen für den Erhalt und Ausbau des öffentlichen Grüns Hilfestellung benötigen.
Helix bietet Kommunen bewährte Systeme für anspruchsvolle Begrünungskonzepte, insbesondere an Fassaden oder in Steillagen. Das Mobile Grüne Zimmer dient zudem als aufmerksamkeitsstarkes Instrument, mit dem Kommunen ihre Leistungen im öffentlichen Raum sichtbar machen können.
Vor allem Stadtverwaltungen, die Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung einführen, reagieren sehr positiv auf das Mobile Grüne Zimmer.
