97 Beschäftigte kamen 2020 bei Arbeitsunfällen in der Bauwirtschaft ums Leben
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) verzeichnete im Jahr 2020 einen Rückgang bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen in der Bauwirtschaft und bei baunahen Dienstleistungen. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle deutlich an.
Insgesamt kamen 97 Beschäftigte infolge eines Arbeitsunfalls ums Leben. Das waren 27 Todesfälle mehr als im Jahr 2019. Häufige Ursachen waren Abstürze von Dächern, Gerüsten und Leitern sowie Durchstürze durch nicht tragfähige Bauteile wie Lichtkuppeln oder Lichtbänder.
Weniger meldepflichtige Arbeitsunfälle
Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle sank von 106.774 im Jahr 2019 auf 103.970 im Jahr 2020. Das entspricht einem Rückgang von rund 2,6 Prozent.
Auch die meldepflichtigen Wegeunfälle gingen zurück. Mit 7.723 Fällen lagen sie knapp zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle sank leicht von 21 auf 19.
Arbeitsschutz bleibt zentrale Herausforderung
„Die Zahlen zeigen: Noch immer ist das Unfallgeschehen auf den Baustellen zu hoch. Beim Arbeitsschutz müssen wir alle gemeinsam noch besser werden.“
Das erklärt Hansjörg Schmidt-Kraepelin, Hauptgeschäftsführer der BG BAU. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Bauwirtschaft und Gebäudereinigung die Herausforderungen der Corona-Pandemie erfolgreich bewältigt hätten.
Besonders Abstürze von hochgelegenen Arbeitsplätzen führen laut BG BAU häufig zu schweren oder tödlichen Verletzungen.
„Abstürze von hochgelegenen Arbeitsplätzen führen fast immer zu schweren Verletzungen, mit dramatischen Folgen für die Betroffenen und enden bei größeren Absturzhöhen oft tödlich. Dabei sind sie durch die Einhaltung weniger einfacher Regeln vermeidbar.“
So beschreibt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU, die Risiken auf Baustellen.
Praxisnahe Lösungen für mehr Sicherheit
Am Runden Tisch „Wir zimmern sicher!“ entwickelt die BG BAU gemeinsam mit Praktikern aus dem Zimmerer- und Holzbau praxisnahe Lösungen zur Absturzsicherung.
„Cool ist, wer sich sichert – und nicht wer sich traut, ohne Absicherung nach ganz oben zu klettern.“
Mit dieser Aussage wirbt Gerd Renz, Präsident des Verbandes des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg, für ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein im Arbeitsalltag.
Die BG BAU unterstützt Unternehmen nicht nur durch Beratung und Informationen, sondern auch finanziell. Über Arbeitsschutzprämien werden unter anderem Seitenschutzvorrichtungen, Sicherungsgeländer, Podest-Leitern und Ein-Personen-Gerüste gefördert. Auch für Betriebe im Garten- und Landschaftsbau spielen Absturzsicherung und technische Schutzmaßnahmen bei Arbeiten in Höhenbereichen eine wichtige Rolle.
Mehr Verdachtsanzeigen bei Berufskrankheiten
Die Zahl der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten stieg leicht auf 15.821 Fälle. Besonders häufig gemeldet wurden weißer Hautkrebs mit 2.768 Fällen, Lärmschwerhörigkeit mit 2.686 Fällen sowie Lungenkrebs in Verbindung mit Asbest mit 1.411 Fällen.
