Die Grüne Stadt

BGL: Studie beleuchtet Folgen des Klimawandels für Deutschland

Eine aktuelle Studie prognostiziert gravierende Veränderungen durch den Klimawandel in Deutschland, insbesondere eine Zunahme von Extremwetterereignissen. Der BGL fordert, Stadtgrün stärker als Lösungsansatz zu nutzen, um Städte klimasicher zu gestalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Zunehmende Hitzewellen und Hochwasser in deutschen Städten

Bis zur Mitte des Jahrhunderts wird demnach eine starke Zunahme von Hochwassern und Hitzewellen erwartet. Besonders betroffen sind die Ballungsgebiete um Berlin, München sowie das Rhein-Ruhr- und Rhein-Main-Gebiet, die sich auf vermehrt auftretende Hitzewellen einstellen müssen.

Die prognostizierte Zunahme von Hitzewellen in den Städten bis 2050 zeigt, dass es jetzt mehr denn je notwendig ist, mit Stadtgrün gegen den Klimawandel vorzugehen. Die Städte müssen klimasicher geplant und gestaltet werden. Dazu gehört auch, die klimarelevanten Effekte von lebendigem Grün für das Stadtklima in der Stadtentwicklung stärker zu nutzen. Angesichts der Tatsache, dass Bäume, Parks und Gärten, also städtische Grünflächen, gerade mal neun Prozent der Siedlungsfläche ausmachen, besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Dies betont August Forster, Präsident des Bundesverbandes für den Garten- und Landschaftsbau e.V. (BGL).

Stadtgrün als nachhaltiger Lösungsansatz für den Klimawandel

Nach Ansicht des BGL liegt der Fokus in den Diskussionen um klimawandelgerechte Städte noch zu stark auf technischen Lösungen. Dabei könnten städtische Grünflächen natürliche Möglichkeiten zur Reduzierung von CO2 und Feinstaub bieten.

Aus diesem Grund sind wir alle gefordert, Politiker, Experten und die Bevölkerung, angesichts der zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels, neue Wege zu denken, um unsere Städte klimasicher zu gestalten. Dazu gehört selbstverständlich auch dem Stadtgrün in der Stadtentwicklung einen höheren Stellenwert zu geben – zumal „grüne“ Lösungen oft auch kostengünstiger sind als aufwendige technische Lösungen.

August Forster verweist in diesem Zusammenhang auf den aktuellen Weißbuch-Prozess. Das für 2017 angekündigte Weißbuch „Stadtgrün“ soll konkrete Handlungsempfehlungen und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen, wie Grünanlagen intelligent in Städte integriert werden können.

Wenn alle beteiligten Akteure aus Politik, Wissenschaft, Gartenämtern, Landschaftsarchitekten und Verbänden in diesem Prozess das Lösungspotential von Stadtgrün in der integrierten Stadtentwicklung anerkennen, könnten aus den Handlungsempfehlungen Maßnahmen für die Kommunen abgeleitet werden, die die Klimaanpassung der Städte nachhaltig verbessern und damit auch gleichzeitig die Lebensqualität für die Bevölkerung erhöhen.

So die Überzeugung Forsters.

30.11.2015

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