Charta fordert stärkere Förderung und klare Strategien für urbanes Grün
Mit der Charta „Zukunft Stadt und Grün“ setzt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) ein deutliches Signal für mehr urbanes Grün. BGL-Vizepräsident Eiko Leitsch übergab das Papier in Berlin an die damalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und stellte zentrale Inhalte sowie Ziele der Initiative vor.
Im Rahmen eines Termins im Bundesministerium informierte Leitsch gemeinsam mit Vertretern der Unterzeichner über die strategische Ausrichtung der Charta. Im Fokus steht die stärkere Verankerung von Garten- und Landschaftsbau sowie urbanem Grün in der Stadtentwicklung.
Mehr Bewusstsein und konkrete Maßnahmen
Die Charta verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Grünflächen in Städten und Gemeinden stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig sollen konkrete Handlungsfelder definiert und auf allen Ebenen umgesetzt werden – von der Politik über die Wirtschaft bis hin zur Zivilgesellschaft.
„Diese Charta hat das Ziel, das Bewusstsein für mehr Grün in unseren Städten und Gemeinden zu stärken, daraus Handlungsfelder abzuleiten und diese auch umzusetzen. Jeder auf seiner Ebene und mit seinen Möglichkeiten. Dies betrifft die Politik, die Wirtschaft und nicht zuletzt auch unsere Bürgerinnen und Bürger.“
Die Initiative trifft auf positive Resonanz im Bundesumweltministerium. Barbara Hendricks würdigte die Bedeutung des Themas und sieht in der Weiterentwicklung urbaner Grünstrukturen vielfältige Chancen. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass nicht alle Forderungen kurzfristig realisierbar seien und appellierte an stärkeres Engagement aus der Privatwirtschaft.
Forderung nach stärkerer Förderung
Zentraler Bestandteil der Charta ist die Forderung nach einer besseren finanziellen Ausstattung der Städtebauförderung. Ziel ist eine klima- und umweltgerechte Stadtentwicklung, bei der Grünprojekte gezielt unterstützt werden.
„Eine zentrale Forderung der Charta ist, die Städtebauförderung mit dem Ziel einer klima- und umweltfreundlichen Stadtentwicklung angemessen auszustatten und dafür die Fördermittel für Grünprojekte auf den Ebenen EU, Bund und Ländern zu erhöhen.“
Die Unterzeichner sehen insbesondere bei Politik und Verwaltung Nachholbedarf. Chancen für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung durch lebendiges Grün würden bislang zu selten genutzt, obwohl der Bedarf in der Bevölkerung hoch sei.
Acht Handlungsfelder für nachhaltige Stadtentwicklung
Die Charta definiert insgesamt acht zentrale Wirkungs- und Handlungsfelder, in denen urbanes Grün einen entscheidenden Beitrag leisten kann:
- Abmilderung der Folgen des Klimawandels
- Förderung von Gesundheit und Lebensqualität
- Stärkung sozialer Funktionen im urbanen Raum
- Steigerung der Standortattraktivität
- Schutz von Boden, Wasser und Luft
- Erhalt der biologischen Vielfalt
- Förderung von Forschung in Bau- und Vegetationstechnik
- Schaffung gesetzlicher und finanzieller Anreize
Für Betriebe im Gartenbau und im Garten- und Landschaftsbau eröffnet die Charta neue Perspektiven. Sie unterstreicht die wachsende Bedeutung von Grünflächen als funktionale Infrastruktur und stärkt die Rolle der Branche bei der Gestaltung klimaresilienter Städte.
