Aktuelle Ergebnisse der Berufsfeldanalyse Gartenbau 2016/17
Bereits im September 2017 wurden beim Gartenbautag des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) die Ergebnisse der bundesweiten Berufsfeldanalyse Gartenbau 2016/17 von Prof. Enneking vorgestellt. Die Analyse zeigte eine hohe Zufriedenheit der Absolventen mit ihrem Studium. Die Mehrheit würde erneut Gartenbau studieren.
Als wichtigste Änderungswünsche an die Hochschulen wurden eine stärkere Praxisnähe, eine bessere Darstellung beruflicher Chancen und eine stärkere Förderung von Führungskompetenz genannt. Positiv hervorzuheben ist, dass nur etwa 30 % der Absolventen länger als drei Monate nach einer ersten Anstellung suchten.
Die Haupttätigkeitsbereiche für Gartenbauingenieure verteilen sich auf Produktionsbetriebe (35 %), Handelsbetriebe (Gartencenter, Großhandel, E-Commerce – 26 %) sowie Einzelhandelsgärtnereien und Dienstleister (29 %). Eine Modellanalyse zu Einkommensunterschieden identifizierte Berufserfahrung als den wichtigsten signifikanten Einflussfaktor.
Das BHGL-Forum soll aus diesen Ergebnissen Rückschlüsse für die zukünftige Ausrichtung des Studiums, den Übergang vom Studium in den Beruf, die Berufstätigkeit und Berufsfelder im Gartenbau mit Entwicklungsmöglichkeiten ziehen.
Herausforderungen und Entwicklungen im Gartenbau
Laut der Gartenbauerhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2016 ist die Anzahl der Betriebe im Produktionsgartenbau seit 2010 um etwa 24 % auf aktuell 27.200 Betriebe gesunken. Gleichzeitig stieg die gärtnerische Nutzfläche um 2,5 % auf 5.600 Hektar, bei einer Gesamtnutzfläche von 229.000 Hektar.
Diese Entwicklung wirft Fragen auf: Besteht ein dringender Bedarf an versierten Gartenbauingenieuren für den Produktionsgartenbau? Ist die Betriebsnachfolge ein Problem? Wie entwickelt sich der Bedarf in vor- und nachgelagerten Bereichen sowie im Handel? Wird E-Commerce die am stärksten wachsende Handelsform für Pflanzen und Zubehör sein?
Berufsfeldanalyse Landschaftsarchitektur und Hochschulausbildung
Die bundesweite Berufsfeldanalyse Landschaftsarchitektur 2018 wird im April abgeschlossen. Erste wichtige Ergebnisse dieser Analyse wird Prof. Dr. Enneking ebenfalls beim BHGL-Forum präsentieren.
Die Verbände Bund deutscher Baumschulen (BDB), Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) und der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) haben im Dezember 2016 ein gemeinsames Positionspapier zur Hochschulausbildung veröffentlicht. Darin wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Studiengänge an Hochschulen gefordert. Insbesondere der Erwerb von Fachkenntnissen der Pflanzenverwendung im urbanen Raum zwischen angehenden Gartenbau- und Landschaftsbauingenieuren sowie Landschaftsarchitekten wird als notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Zusammenarbeit betont. Zudem wird mehr Praxis für Studierende vor und während des Studiums gefordert.
Es stellt sich die Frage, wie Hochschulen und Universitäten diese Forderungen umsetzen und ob das Studium entsprechend ausgerichtet werden muss. Angesichts gefüllter Auftragsbücher im Garten- und Landschaftsbau sowie in Planungsbüros und dem Fachkräftemangel müssen Unternehmen möglicherweise neue oder andere Motivationsmittel zur Gewinnung qualifizierter Ingenieure und Landschaftsarchitekten einsetzen. Diese und weitere Fragen werden im BHGL-Forum in Dresden diskutiert.
Veranstaltungsort
Die Veranstaltung findet in der Aula der LfULG - Fachschule für Agrartechnik, Fachschule für Gartenbau (Dresden-Pillnitz), Söbrigener Straße 3a, 01326 Dresden Pillnitz, statt.
Über den BHGL e.V.
Der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) ist der Bundesverband der Studierenden und Absolventen der Fachrichtungen Gartenbau und Landschaftsarchitektur. Der Verband arbeitet ehrenamtlich sowie wirtschaftlich und politisch unabhängig. Zu den Zielen der Verbandsarbeit gehören die Förderung der wissenschaftlichen Lehre und Forschung in Gartenbau und Landschaftsarchitektur, die Förderung des akademischen Berufsnachwuchses sowie die Interessenvertretung der Mitglieder.
