Biodiversitätsverlust und Klimawandel: Weltschutzunion fordert entschlossenes Vorgehen

Naturschutz

Der Kongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) endete mit dem „Marseille Manifesto“. Dieses fordert, Klimawandel und Biodiversitätsverlust beim Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie gleichermaßen zu berücksichtigen und stärker zu verknüpfen.

Der World Conservation Congress in Marseille

Der als hybride Veranstaltung durchgeführte World Conservation Congress (WCC) fand vom 3. bis 10. September statt. Mehr als 5.000 Vertreter von Regierungen und Zivilgesellschaft nahmen persönlich teil, ergänzt durch über 3.000 Online-Teilnehmer. Die Verknüpfung von Biodiversität und Klima bildete ein zentrales Thema aller Veranstaltungen, erweitert um den Aspekt der globalen Gesundheit. Deutschland wurde in der ersten Wochenhälfte durch Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth im High-level Segment des WCC vertreten.

Der IUCN-Kongress war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu den beiden anstehenden großen Vertragsstaatenkonferenzen: der Klimakonferenz in Glasgow und Biodiversitätskonferenz in Kunming. In diesem Sinne haben wir uns auch aktiv in die Abstimmungen der Entscheidungen eingebracht, um das hohe Ambitionsniveau insbesondere für den neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt zu bekräftigen. Das Marseille Manifesto setzt ein Ausrufezeichen für Biodiversitäts- und Klimaschutz.

Der Kongress brachte Regierungsvertreter, Wissenschaftler, indigene Gruppen und Nichtregierungsorganisationen in verschiedenen Formaten zusammen. Dazu gehörten ein Forum zum Austausch über Naturschutzthemen, eine öffentliche Ausstellung und die IUCN-Mitgliederversammlung. Das Bundesumweltministerium ist für Deutschland staatliches Mitglied der IUCN.

Forderungen und Beschlüsse des Kongresses

Neben dem Bundesamt für Naturschutz und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind etwa 20 deutsche Nichtregierungsorganisationen Mitglied der IUCN. Die Mitgliederversammlung verabschiedete über 130 Resolutionen und Empfehlungen, teilweise bereits virtuell. Razan Al Mubarak aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde zur neuen IUCN-Präsidentin gewählt. Sie ist mit 42 Jahren die bisher jüngste Amtsinhaberin.

Das "Marseille Manifesto" wurde als Botschaft zum Abschluss der Veranstaltung von der Mitgliederversammlung angenommen. Es untermauert die zentralen Botschaften des Kongresses für den grünen Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie, den neuen globalen Rahmen für biologische Vielfalt nach 2020 und die Klima-COP 26.

Die Welt muss entschlossener als je zuvor die globalen Herausforderungen Pandemien, Biodiversitätsverlust und Klimawandel angehen. Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt gehen Hand in Hand, und diese doppelte Krise geht uns alle an. Der Kongress hat auch gezeigt, dass es gelungen ist, wichtige weitere Akteure, wie den Privatsektor und große Finanzinstitutionen für diese Herkulesaufgabe mit ins Boot zu holen. Denn die Frage der Finanzierung ist eine wichtige Stellschraube, um zügig die dringend notwendigen Maßnahmen angehen zu können.

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