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Bioland fordert Verbot giftiger Pflanzenschutzmittel und Pestizidabgabe

Bioland-Delegierte fordern ein sofortiges Verbot gefährlicher Pflanzenschutzmittel und die Einführung einer Pestizidabgabe. Dies soll Gesundheit schützen, Artenvielfalt bewahren und Landwirte unabhängiger machen. Die Initiative zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Chemiekonzernen zu beenden und den ökologischen Landbau zu stärken.

Schutz der Artenvielfalt durch Pestizidverbote

Die Delegierten fordern ein dauerhaftes Verbot von Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid, die zur Gruppe der Neonicotinoide gehören und als „Bienenkiller“ bekannt sind. Darüber hinaus setzt sich Bioland für ein EU-weites Verbot weiterer bienengefährlicher Pestizide ein.

Eine weitere Forderung betrifft das Verbot von Totalherbiziden wie Roundup. Dieses Mittel wird auf einem Großteil der deutschen Ackerflächen vor der Aussaat eingesetzt und führt zum Absterben von Wildpflanzen, was Artenverlust und die Entwicklung resistenter Unkräuter zur Folge haben kann.

„Wir müssen raus aus der Pestizid-Falle. Die Menschen wollen keine Pestizide in Lebensmitteln oder in ihrem Blut haben. Als funktionierende Anbaumethode, die auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet, muss die Politik den ökologischen Landbau stärker unterstützen“, so Jan Plagge, Präsident von Bioland.

Unterstützung erhält Bioland vom Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany).

„Wenn wir die vorherrschende Pflanzenschutzpraxis nicht ändern, nehmen wir unseren Kindern und Enkelkindern die Möglichkeit, nicht-chemisch zu wirtschaften und gesund aufzuwachsen“, so Susan Haffmans von PAN.

Pestizidabgabe und Schutz vor Abdrift

Der ökologische Landbau verursacht nach Ansicht von Bioland keine versteckten Kosten durch Umweltschäden, Artenverlust oder Gesundheitsbehandlungen. Bioland fordert daher eine Pestizidabgabe, um das Verursacherprinzip anzuwenden.

„Das Verursacherprinzip wird grob missachtet. Die Pestizidindustrie muss endlich an den externen Kosten des chemischen-synthetischen Pflanzenschutzes beteiligt werden“, so Plagge.

Zudem soll der Gesetzgeber Biobauern effizient vor der Abdrift von Pestiziden von konventionellen Nachbarfeldern schützen.

Kommunale Initiativen für Pestizidfreiheit

Das Referendum in Mals, einer Südtiroler Gemeinde, zeigt, dass Kommunen aktiv werden können. Dort stimmten 75 Prozent der Bürger für eine pestizidfreie Gemeinde. Bürgermeister Ulrich Veith betonte auf der Bundesdelegiertenversammlung die Bedeutung der Diskussion in der Bevölkerung und unter Landwirten sowie das Engagement vieler Beteiligter.

25.11.2014

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