Die Grüne Stadt

Biologische Vielfalt in Kommunen: Herausforderungen und Lösungsansätze

Der Erhalt der Artenvielfalt in Städten und Gemeinden gewinnt an Bedeutung. Eine Veranstaltung der IPM ESSEN 2018 bietet Kommunen, Baumschul- und Landschaftsgärtnern Unterstützung bei der Schaffung und Pflege von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.

Grünflächen in urbanen Räumen als Lebensadern

Die Diskussion um den Erhalt und Ausbau von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen hat seit den Meldungen über den Insektenschwund im Herbst 2017 an Bedeutung gewonnen. Faktoren wie intensive Landwirtschaft, Pflanzenschutzmittel, der Verlust von Brachflächen und die zunehmende Flächenversiegelung tragen dazu bei, dass die Artenvielfalt in Städten und Gemeinden mittlerweile oft höher ist als in der freien Landschaft.

Um Kommunen bei der Schaffung und Pflege dieser Lebensräume zu unterstützen, veranstaltet die IPM ESSEN 2018 in Kooperation mit dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. und der Stiftung DIE GRÜNE STADT eine Informationsveranstaltung. Diese richtet sich an Baumschulgärtner, Landschaftsgärtner und kommunale Entscheider.

Die Veranstaltung mit dem Titel „Biologische Vielfalt im privaten und öffentlichen Grün von Kommunen“ findet am Mittwoch, den 24. Januar 2018, von 10:30 bis 12:00 Uhr im Congress Center West, Saal Berlin, statt. Grünflächen in Städten erfüllen vielfältige Funktionen: Sie dienen als Lebensräume für Flora und Fauna, bieten Naturerfahrungs- und Erholungsräume für Menschen, produzieren Kaltluft und binden CO2. Angesichts der fortschreitenden Urbanisierung und des damit verbundenen Drucks auf städtische Grünflächen ist eine robuste Planung, Anlage und Pflege dieser Räume von großer Bedeutung.

Auch private Flächen wie Gärten, Vorgärten, begrünte Fassaden und Dächer sind wichtige Bestandteile der grünen Infrastruktur. Kommunen können hier durch lokale Satzungen, Fördermaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit Einfluss nehmen. Die Themen reichen von Klimaanpassung und Hochwasserschutz bis hin zu sozialen Aspekten wie Nachbarschaft und Integration. Herausforderungen wie Nachverdichtungszwang, Etatkürzungen, Personalengpässe und mangelnde Entscheidungsfreiräume können die Entwicklung von Grünflächen in Kommunen jedoch erschweren.

Die Veranstaltung soll unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ Anregungen für eine erfolgreiche Grünpolitik in Kommunen geben, um die Lebensqualität vor Ort positiv zu beeinflussen.

Vorträge und Diskussionen zur Förderung der Artenvielfalt

Drei Sprecher werden in Kurzbeiträgen ihre Perspektiven auf das Thema darlegen:

  • Friedrich-Wilhelm Brinkmann, ein aktiver Imker, wird Einblicke in die Entwicklung der letzten 30 Jahre geben und über das Projekt „Versmolder Blüten-Mehr“ berichten, das sich der Etablierung nektar- und pollenspendender Blüten im urbanen Raum widmet.
  • Dr. Lutz Kosack vom Amt für Stadtplanung und Bauverwaltung der Stadt Andernach war maßgeblich an der Initiierung und dem Ausbau des Projekts „Essbare Stadt“ beteiligt. Er wird über dieses „Urban Agriculture“-Projekt sprechen, das Obst und Gemüse im städtischen Raum erlebbar macht.
  • Thomas Dietrich, Forstwirt und Landschaftsarchitekt, ist geschäftsführender Gesellschafter der Planergruppe Oberhausen. Er wird über Projekte wie den Zollverein Park und das Projekt Schalker Verein berichten, für das die Planergruppe den Landschaftsarchitekturpreis NRW 2014 erhielt.

Die Veranstaltung wird von Peter Menke, Vorstand der Stiftung DIE GRÜNE STADT, moderiert. Interessierte können sich bis zum 19. Januar 2018 unter ilka.zoppa@messe-essen.de anmelden. Angemeldete Teilnehmer erhalten eine kostenlose Eintrittskarte für die IPM ESSEN.

21.11.2017

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