Einweihung des neuen Trittsteinbiotops im Wedding
Die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG hat gemeinsam mit der Stiftung für Mensch und Umwelt ein neues, naturnahes Trittsteinbiotop in der Adolfstraße im Wedding eingeweiht. Die zuvor versiegelte Fläche wurde in eine Natur-Oase umgewandelt, die Bienen, Schmetterlingen und Menschen gleichermaßen zugutekommt.
Dieses Biotop ist das letzte von drei Projekten, die in den Ortsteilen Wedding, Westend und Reinickendorf realisiert wurden. Ziel ist es, mehr Natur im urbanen Raum zu schaffen. Das rund 20 Quadratmeter große Trittsteinbiotop beherbergt auf kleiner Fläche heimische Stauden und Naturstrukturen. Die ursprünglichen Pflastersteine wurden zur Beetumrandung wiederverwendet. Auch kleine Pflanzungen, die Kinder der nahegelegenen Zirkusschule „Zirkus Internationale“ zuvor angelegt hatten, sind integriert.
Trotz des schattigen Standortes wird die Fläche im kommenden Jahr farbenfroh blühen. Dafür sorgen unter anderem Kriechender Günsel, Pfirsichblättrige Glockenblume und Wald-Erdbeere. Zusätzlich wurden bei der Einweihungsfeier Frühjahrsblüher gepflanzt. An der Pflanzaktion beteiligten sich Kinder des Zirkus Internationale sowie Vertreter der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG und der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz.
Das Trittsteinbiotop zeigt, dass durch kleine Eingriffe das Gesicht eines Innenhofs verändert werden kann. Es gibt zu viele versiegelte Flächen, auch in Wohnquartieren.
Dies betonte Alexander Stöckl, technischer Vorstand der Genossenschaft. Naturnahe Inseln wie diese sind für Wildtiere wie Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel, Igel, Eidechsen oder Kröten essenziell. Sie dienen der Nahrungssuche, als Versteck, zum Wärmen, Brüten und Überwintern, auch im städtischen Umfeld. Die Stiftung für Mensch und Umwelt zeigte sich erfreut über den Applaus der anwesenden Kinder der Zirkusschule. Die Nachbarschaft kann sich nun auf den Weg zur Zirkusschule freuen, der an blühenden Pflanzen vorbeiführt.
Immer mehr Genossenschaften entscheiden sich, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern und der Natur etwas Gutes zu tun, so auch die 1892. Diese Entwicklung ist großartig. Und wir brauchen sie dringend, angesichts des Artenschwundes.
Dies erklärten Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer, Leiter der Stiftung für Mensch und Umwelt.
Hintergrund und Projektumsetzung der Trittsteinbiotope
Im Jahr 2022 wurden insgesamt drei Trittsteinbiotope in Wohnquartieren durch die Stiftung für Mensch und Umwelt realisiert. Das Projekt wurde von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz unterstützt. Begleitend wurden Umfragen bei Mietern durchgeführt. Ein Video und eine Broschüre zu den Trittsteinbiotopen sollen entstehen, um das Interesse an Natur in Wohnquartieren zu fördern.
Diese Form der naturnahen Gestaltung steht im Einklang mit der Berliner Biodiversitätsstrategie. Sie zeigt, dass ökologische Aufwertung, Ästhetik und die Akzeptanz der Bewohner vereinbar sind.

