Naturschutz

Blumenwiesen tierfreundlich mähen: So bleibt die Artenvielfalt erhalten

Die richtige Pflege von Blumenwiesen ist entscheidend für den Erhalt der Artenvielfalt. Eine angepasste Mahd schont Tiere und fördert Pflanzen. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Blumenwiese tierfreundlich mähen und welche Werkzeuge sich am besten eignen.

Tierfreundliche Mahd: Abgestufte Pflege und geeignete Mähwerkzeuge

Eine abgestufte Pflege trägt zur Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten bei und verleiht dem Garten einen lebendigen Charakter.

Wechseln Sie kurz gehaltene Gehwege und regelmäßig gemähte Liegeflächen mit mehrschnittigen (jährlich zwei- bis dreimalige Mahd) und ein- bis zweischnittigen Wiesen sowie blühenden Saumbereichen ab. Diese Art der Gestaltung schränkt Sie in der Gartennutzung nicht ein, bringt optische Strukturvielfalt und bietet gleichzeitig einen wertvollen Lebensraum.

Für eine tierfreundliche Mahd sollten ausschließlich schneidende Werkzeuge verwendet werden, da rotierende Geräte erhebliche Schäden an der Insektenfauna verursachen können. Studien zeigen, dass Mulchmäher mit rotierendem Schneidwerkzeug Insektenlarven um 73 Prozent und Schmetterlingspuppen um 87 Prozent dezimieren können. Das bewusste Mähen nur dort, wo es notwendig ist, spart nicht nur Zeit und Energie, sondern schützt auch zahlreiche Tiere. Auf kleinen Flächen eignen sich Sicheln, auf etwas größeren Flächen die Sense. Für größere Areale ist der Motorbalkenmäher eine geeignete Option.

Optimale Schnitthöhe und Mähzeitpunkte für den Artenschutz

Die Schnitthöhe sollte mindestens 7 cm betragen. Bei Vorkommen von Reptilien oder Amphibien ist eine Schnitthöhe von 10 bis 12 cm ideal. Die Mahd mit Sichel oder Sense erfolgt am besten morgens, wenn die Wiese noch feucht ist. Motorisierte Geräte sollten hingegen tagsüber eingesetzt werden, sobald die Luft sich erwärmt hat und Insekten mobil genug sind, um den Mähbereich zu verlassen.

Es ist ratsam, nicht die gesamte Fläche auf einmal zu mähen, sondern in Etappen vorzugehen. So bleibt ein intakter Lebensraum erhalten, in den sich Tiere aus der gemähten Fläche zurückziehen können.

Rückzugsbereiche und Mähgutmanagement für eine gesunde Wiese

Ein Teil der Wiese sollte ungemäht bleiben, um als Rückzugsbereich für überwinternde Insektenstadien wie Eigelege und Puppen von Schmetterlingen zu dienen. Dieser Bereich wird erst im Sommer des Folgejahres nach der Margeritenblüte geschnitten.

Für die Mahd sollte eine Woche mit beständiger Wetterprognose gewählt werden, da das Mähgut einige Tage auf der Fläche liegen bleiben und vollständig durchtrocknen muss. Dies ermöglicht verbliebenen Insekten die Übersiedelung. Zudem können die Samen der Wiesenblumen und Wildkräuter auf den Boden fallen und so zur Artenvielfalt im nächsten Jahr beitragen. Das gut getrocknete Heu sollte anschließend unbedingt von der Fläche entfernt werden. Diese Maßnahme führt langfristig zu einer Abmagerung des Bodens, was die Artenvielfalt der Blumenwiese über die Jahre fördert.

17.09.2023

Zurück