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Deutsche Industrie verzeichnet starke Auslandsnachfrage im Juni

Die deutsche Industrie zeigte im Juni eine deutliche Dynamik, mit einem 28-Monats-Hoch des Einkaufsmanager-Index. Hauptursache war ein deutliches Plus beim Auftragseingang, insbesondere aus China und den USA.

Konjunkturausblick und Brexit-Folgen für die deutsche Industrie

Laut aktuellem EMI läuft die Konjunktur weiter erfreulich rund. Das Votum der Briten für den Brexit wird das nicht wesentlich beeinträchtigen.

Dies erklärte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, gegenüber dem BME. Sie führte aus, dass es noch dauern werde, bis Großbritannien den Austrittsantrag stelle und die Verhandlungen sich über zwei Jahre hinziehen könnten. Daher blieben die aktuellen Regeln vorerst bestehen.

Die Verunsicherung sollte jedoch das Wachstum in Großbritannien maßgeblich negativ beeinflussen.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, ergänzte, dass die deutsche Industrie in einer starken Verfassung in die Brexit-Turbulenzen gehe und voraussichtlich wenig Schaden nehmen werde, da Großbritannien als Handelspartner erhalten bleibe. Die Kosten des Brexit würden eher die Briten tragen, die für den Marktzugang ihrer Industrie Konzessionen machen müssten.

Der Marktzugang für die britische Finanzindustrie steht völlig in den Sternen. An den Finanzmärkten sind die Folgen der Brexit-Entscheidung noch nicht vollständig angekommen, hier ist weiterhin Vorsicht angezeigt.

Kater warnte zudem vor den Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Dr. Dirk Schlotböller, Konjunkturexperte des DIHK, kommentierte die EMI-Daten kritisch:

Der Brexit könnte die Stimmungsaufhellung in der Industrie schnell wieder zunichte machen. Allein schon durch die Abwertung des Pfundes leidet der Export, hinzu kommt für viele Unternehmen die Unsicherheit über die deutsch-britischen Wirtschaftsbeziehungen.

Schlotböller betonte, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen würden. Die heimische Nachfrage dürfte sich stabil entwickeln. Da die Einkaufspreise für die Betriebe spürbar anziehen, sei auch ein baldiger Anstieg der Verkaufspreise zu erwarten.

Hintergrund des Einkaufsmanager-Index (EMI)

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) bietet einen Überblick über die konjunkturelle Lage der deutschen Industrie. Er wird seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) veröffentlicht. Die Erstellung erfolgt durch die britische Forschungsgruppe Markit Economics. Der Index basiert auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ nach Branche, Größe und Region ausgewählt werden. Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (Markit U.S.-PMI).

05.07.2016

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