Dialogprozess liefert konkrete Leitbilder und Instrumente für den Klimaschutz
Das Bundesumweltministerium hat im Rahmen der Dialogreihe „Wir schafft Wunder – Fortschritt sozial und ökologisch gestalten“ mehr als 80 Lösungsansätze für den Weg zu einem klimaneutralen Deutschland erarbeitet. Über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg waren mehr als 130 Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften sowie Umwelt- und Jugendorganisationen in den Austausch eingebunden.
Im Mittelpunkt stand die Entwicklung tragfähiger Strategien, die ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und sozialer Stabilität verbinden. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer virtuellen Abschlussveranstaltung vorgestellt und diskutiert.
Neun Zukunftsbilder als Leitlinien
Ein zentrales Ergebnis der Dialogreihe sind neun Zukunftsbilder, die mögliche Entwicklungen von Wirtschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft bis zum Jahr 2045 skizzieren. Sie zeigen, wie Klimaschutz, Ressourceneffizienz und der Erhalt der Biodiversität miteinander verknüpft werden können.
„Zielzahlen und Grenzwerte sind wichtig für die Umweltpolitik. Aber für die große Aufgabe, die vor uns liegt, brauchen wir mehr als das.“
Die Zukunftsbilder beschreiben unter anderem eine weiterhin leistungsstarke Industrie, die gleichzeitig treibhausgasneutral wirtschaftet und durch innovative Technologien ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sichert.
Klimaschutzverträge als zentrales Instrument
Zu den identifizierten Lösungswegen zählen sogenannte Klimaschutzverträge („Carbon Contracts for Difference“). Dieses Instrument soll Unternehmen bei der Umstellung auf klimafreundliche Produktionsprozesse unterstützen, indem höhere Betriebskosten zeitweise ausgeglichen werden.
Insbesondere in energieintensiven Branchen wie der Stahl-, Zement-, Kalk- oder Ammoniakproduktion können solche Modelle dazu beitragen, neue Technologien schneller in den Markt zu bringen. Mit steigenden CO2-Preisen reduziert sich dabei der staatliche Zuschuss schrittweise.
Förderprogramme und industrielle Transformation
Ergänzend setzt das Ministerium auf bestehende Programme wie die Förderung zur Dekarbonisierung der Industrie. Ziel ist es, Investitionen in CO2-arme oder -freie Verfahren zu beschleunigen und langfristig wettbewerbsfähige Produktionsstrukturen aufzubauen.
Die Kombination aus Investitionsförderung und Betriebskostenausgleich soll Planungssicherheit schaffen und gleichzeitig Wertschöpfung sowie Beschäftigung am Industriestandort Deutschland sichern.
Relevanz für Bau- und Freiraumbranchen
Die angestoßenen Transformationsprozesse betreffen zahlreiche vor- und nachgelagerte Bereiche. Auch im Garten- und Landschaftsbau gewinnen klimafreundliche Materialien, ressourcenschonende Bauweisen und nachhaltige Infrastrukturen zunehmend an Bedeutung.
Die entwickelten Lösungsansätze zeigen, dass der Weg zur Klimaneutralität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird, die nur durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Branchen und Akteure erfolgreich umgesetzt werden kann.
