Die Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage und Klimafaktor
Der Boden ist ein schützenswertes Gut, das als Lebensraum dient und essenzielle Funktionen für das Klima erfüllt. Er speichert und filtert Grundwasser, liefert Nahrung und trägt zur biologischen Vielfalt bei. Die Bewahrung dieser Eigenschaften für zukünftige Generationen erfordert einen bewussten Schutz.
Ein zentrales Problem für den Erhalt gesunder Böden stellt der zunehmende Flächenverbrauch dar, ebenso wie der Eintrag von Schad- und Nährstoffen, unter anderem aus der Landwirtschaft.
Flächenverbrauch und seine Auswirkungen
In Deutschland werden über 50 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt, 30 Prozent sind bewaldet und knapp 13 Prozent entfallen auf Siedlungs- und Verkehrsflächen. Obwohl der Flächenverbrauch in den letzten Jahrzehnten gesunken ist, werden täglich rund 74 Hektar neu als Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen. Dies entspricht einer Fläche von etwa 103 Fußballfeldern pro Tag.
Die Bundesregierung strebt in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie an, den täglichen Verbrauch bis 2020 auf maximal 30 Hektar zu reduzieren. Dieses Ziel ist noch nicht erreicht. Zudem wird oft unterschätzt, dass die Neubildung von beanspruchtem Boden Hunderte von Jahren in Anspruch nehmen kann.
Nachhaltige Landwirtschaft als Schlüssel zum Bodenschutz
Eine nachhaltigere Landwirtschaft, die den Bodenschutz umfassend berücksichtigt, ist ein wichtiger Schritt. Die in der Tierhaltung anfallende Gülle kann als Stickstoffdünger dienen. Hierfür ist ein fachgerechtes Ausbringen in den richtigen Vegetationsphasen und mit geeigneter Technik erforderlich, um den Eintrag von Stickstoffverbindungen in die Luft zu minimieren und die Nährstoffaufnahme durch Pflanzenwurzeln zu optimieren. Forschungsprojekte, wie die der Hochschule Osnabrück und der Georg-August-Universität Göttingen, untersuchen neue Verfahren der Gülledüngung.
Erosionsschutz durch Mulchsaatverfahren
Das Pflügen ist in der Landwirtschaft eine etablierte Methode zur Unkrautregulierung, Bodenlockerung und Saatbettbereitung. Allerdings hinterlässt der Pflugeinsatz Flächen, die anfällig für Wasser- und Winderosion sind. Mulchsaatverfahren können diese nachteiligen Effekte der Pflugfurche neutralisieren. Mulchen bezeichnet das Bedecken der Bodenoberfläche mit unverrottetem Pflanzenmaterial. Für das Aufbringen von Mulchmaterial auf gepflügtem Boden gibt es jedoch noch keine ausgereifte technische Lösung.
Entwicklung eines Pflug-Mulch-Systems
Ein Projekt der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit der Firma Müthing und der Bioland Beratung zielt darauf ab, ein funktionssicheres Pflug-Mulch-System zu entwickeln. Dieses System soll die ackerbaulichen Vorteile des Pflügens mit den Vorzügen der Mulchsaat verbinden. Dabei erfolgen die beiden Arbeitsschritte Mulchen und Pflügen in einem einzigen Arbeitsgang. Eine Frontmulcher-Traktor-Pflug-Kombination schlegelt das organische Material ab und verteilt es auf die bereits gepflügte Fläche. Feldversuche an verschiedenen Standorten sollen die technische Realisierbarkeit und die erosionsmindernden Vorteile dieses neuen Bearbeitungssystems aufzeigen.
Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage
Zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität sind Naturflächen von großer Bedeutung. Der Bund hat beschlossen, 156.000 Hektar national bedeutsamer Flächen an Länder, die DBU und Naturschutzverbände zu übergeben. Das DBU-Naturerbe, eine Tochtergesellschaft der DBU, sichert und betreut 70 Flächen mit insgesamt rund 70.000 Hektar. Offenland, das durch militärische Übungen entstanden ist, wird durch regelmäßige Pflege als Rückzugsraum für seltene Arten erhalten. Naturnahe Laubmischwälder können sich ohne menschlichen Einfluss zu Wildnis entwickeln, während artenarme Nadelholzforste schrittweise in naturnahe Wälder umgewandelt werden.
Feuchtgebiete werden durch die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushaltes ökologisch aufgewertet und bewahrt.
Es ist dringend notwendig, sich die wichtige Funktion des Bodens als Lebensgrundlage und -raum bewusst zu machen, ihn mit entsprechenden Maßnahmen zu schützen und so für Folgegenerationen zu erhalten.
