Zwiebelblüher als ideale Pflanzpartner für Stauden
Die Kombination von Stauden und Zwiebelblühern bietet auch auf kleineren Flächen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Zwiebeln und Knollen, in der Fachsprache als Geophyten bezeichnet, speichern die notwendige Energie in ihren unterirdischen Organen und treiben nach einer Ruhephase aus.
Daniel Pfeiffer, Staudengärtner und Geschäftsführer der Staudengärtnerei Gaißmayer, empfiehlt Zwiebelblüher als ideale Pflanzpartner für Stauden. Besonders in kleinen Gärten, wo die Anzahl unterschiedlicher Staudensorten begrenzt sein sollte, tragen sie zu einer kontinuierlichen Blüte bei.
Dort sind sie sogar besonders wichtig, denn ich sollte weniger verschiedene Staudensorten pflanzen. Damit trotzdem immer etwas blüht, sind Zwiebelblumen ideale Begleiter.
Zwiebelblüher bereichern das Beet nicht nur farblich, sondern auch durch ihre Formen. Der Zier-Lauch beispielsweise lässt seine Blütenbälle über niedrigeren Stauden schweben. Dieser Effekt bleibt auch nach der Blüte erhalten, da die Samenstände über Monate hinweg dekorativ wirken.
Standortansprüche und Kombinationen
Die meisten Geophyten entfalten ihre Wirkung am besten in Gruppen von mindestens fünf Pflanzen oder in Bändern. Dadurch entstehen harmonische Gesamtbilder, in denen Stauden und Zwiebeln sich ergänzen.
Zwiebelblumen benötigen in der Regel viel Sonne und einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden. Tulpen beispielsweise profitieren von einem trockenen, heißen Sommer während ihrer Ruhephase. Sie lassen sich gut mit trockenheitsverträglichen Stauden wie der Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) kombinieren.
Es gibt jedoch auch Geophyten, die für halbschattige Lagen geeignet sind. Daniel Pfeiffer weist darauf hin, dass spät austreibende Stauden wie Funkien von Zwiebelblumen profitieren:
Vor allem spät austreibende Stauden wie die Funkien profitieren von Zwiebeln. Dann gibt es schon im Frühjahr etwas zu sehen und für die Insekten frühes Futter.
Für feuchtere Böden im Halbschatten eignen sich Arten wie der Märzenbecher (Leucojum vernum) oder die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris).
Blütenfolge durch das Jahr
Die Blütezeit der Zwiebelblumen beginnt bereits im Spätwinter mit Schneeglöckchen und Winterlingen, die dem Frost trotzen, während die meisten Stauden noch nicht ausgetrieben sind. Später im Frühjahr folgen Tulpen mit ihrer intensiven Farbenpracht.
Nach der Blüte verfärbt sich das Laub der Zwiebelblumen gelb und trocknet ein, was Teil ihrer Ruhephase ist. Dieses welkende Laub kann durch Stauden wie Storchschnabel (Geranium) oder Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) kaschiert werden.
Die Vielfalt der Arten ermöglicht eine fortlaufende Blüte. Zu den sommerlichen Höhepunkten zählt Daniel Pfeiffer die Steppenkerze (Eremurus):
Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes überragend und setzen stolze Ausrufezeichen zwischen die Stauden. Man sieht sie schon von Weitem und kann einfach nicht daran vorbeigehen.
Für ein natürliches Erscheinungsbild empfiehlt sich der Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon), der ab Juli blüht und sich gut mit Federgras (Stipa tenuissima) kombinieren lässt. Er sät sich selbst aus, was durch das Abschneiden der Samenstände verhindert werden kann.
Beständige Begleiter
Für eine langanhaltende Partnerschaft zwischen Stauden und Zwiebelblumen ist eine gezielte Auswahl entscheidend. Während die Pracht einiger Tulpensorten kurzlebig ist, gibt es auch beständigere Formen wie Darwin-Tulpen und Wildtulpen, die langlebiger sind und verwildern können.
Auf sonnigen und im Frühling feuchteren Freiflächen blüht die Prärielilie (Camassia leichtlinii) je nach Sorte Jahr für Jahr in Blau oder Weiß.
Halbschattige Standorte mit frischen Böden werden von Hasenglöckchen (Hyacinthoides) besiedelt. Sie eignen sich für Waldgärten und bilden in Kombination mit Funkien, Farnen oder dem Schaublatt (Rodgersia) natürliche Bilder.
