Schädlinge, Pilze und Standortfaktoren als Ursachen für Triebsterben
Wenn Thuja, Scheinzypressen oder andere Koniferen im Winter braungraue oder abgestorbene Triebe zeigen, kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Die Bayerische Gartenakademie weist darauf hin, dass sowohl Schädlinge als auch Pilzkrankheiten oder Standortprobleme Auslöser sein können. Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau ist eine genaue Diagnose entscheidend für die richtige Maßnahme.
Borkenkäferbefall nach Trockenstress
Nach Trockenperioden tritt häufig der Thujasplintkäfer (Phloeosinus) auf. Die Larven fressen unter der Rinde geschwächter Pflanzen und überwintern dort. Im Frühjahr verlassen die etwa zwei Millimeter großen Käfer das Gehölz und befallen weitere Wirtspflanzen wie Wacholder, Thujopsis, Hemlocktannen und Scheinzypressen.
Bohrlöcher an abgestorbenen Trieben sind ein deutliches Indiz. Befallene Pflanzenteile sollten im Winter konsequent zurückgeschnitten und entsorgt oder gehäckselt werden. In schweren Fällen ist eine vollständige Rodung erforderlich.
Thujaminiermotte und Minierfraß
Die Larven der Thujaminiermotte (Argyresthia thuiella) bohren sich in die Triebspitzen und verursachen Minierfraß. Die Schäden werden oft erst im Frühjahr sichtbar, wenn sich die Spitzen braun verfärben und vertrocknen. Gegen das Licht sind die Fraßgänge erkennbar.
Um weitere Generationen zu verhindern, sollten befallene Triebe ab Februar oder März regelmäßig entfernt werden. Das Schnittgut ist vollständig aus dem Bestand zu entfernen.
Pilzkrankheiten als Auslöser
Der Pilz Kabatina thujae führt zu Trieb- und Zweigsterben an Lebensbäumen, Wacholdern und Scheinzypressen. Typisch sind anfängliche Verbräunungen mit kleinen schwarzen Punkten. Eine Unterversorgung mit Kalk und Magnesium kann die Infektion begünstigen.
Eine bedarfsgerechte Düngung, ausreichende Wasserversorgung und ein frühzeitiger Rückschnitt befallener Pflanzenteile gelten als geeignete Gegenmaßnahmen. Auch die Thuja-Schuppenbräune (Didymascella thujina) zeigt sich ab Januar oder Februar durch zunehmende Verbräunungen und schwarze Sporenlager im Frühjahr.
Wurzelfäule und Standortprobleme
Fahl-graues Eintrocknen ganzer Pflanzen kann auf Phytophthora-Wurzelfäule hindeuten. Rot- bis dunkelbraun verfärbtes Holz bestätigt den Befall. Eine Bekämpfung ist nicht möglich, befallene Gehölze müssen entfernt werden.
Schwere Böden und Staunässe begünstigen die Erkrankung. Vor einer Nachpflanzung sollte der Boden großzügig ausgetauscht und für eine funktionierende Drainage gesorgt werden. Grundsätzlich sind Neupflanzungen empfindlicher Nadelgehölze erst ab Mitte März empfehlenswert. Frost und Wassermangel können ebenfalls zu Braunverfärbungen führen.
