Projekt Licca liber: Gemeinsame Weichenstellung für den Lech
Die Zukunft des Lechs wird in einem ergebnisoffenen Dialog mit Bürgern, Verbänden, Kommunen und weiteren Beteiligten erörtert. Dies betonte der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber beim Start des Projekts Licca liber in Augsburg.
Die Weichen für die Zukunft des Lechs werden gemeinsam gestellt. Hier können wir zeigen, wie ein gebändigter Wildfluss eine neue Dynamik bekommt.
Entlang des Lechs sind aufgrund der teilweisen Eintiefung der Gewässersohle Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Diese bieten die Möglichkeit, verloren gegangene Lebensräume im und am Lech, die durch die reduzierte Fließdynamik beeinträchtigt wurden, wiederherzustellen.
Durch Renaturierungsmaßnahmen können neue wertvolle Lebensräume entstehen. Mit einer möglichst breiten Beteiligung der Öffentlichkeit sollen gemeinsam Strategien für eine erfolgreiche Renaturierung erarbeitet werden.
Im Rahmen des Dialogs stehen die Aspekte Wasserwirtschaft, Hochwasser- und Naturschutz, Wirtschaft sowie Tourismus und Erholung im Mittelpunkt. Ziel ist es, dass auch die Bevölkerung von den Maßnahmen profitiert.
Flüsse stehen für Attraktivität, Erholung und Lebensqualität. Sie sind ein urbaner Lebensraum. Die Menschen entlang des Lech sollen ihren Fluss neu entdecken können – als Erholungs- und Erlebnisraum für die gesamte Region.
Der Lech ist mit seinen verbliebenen Auen und Heiden eine der bedeutendsten Biotop-Verbundachsen Bayerns, die von den Alpen bis zur Donau reicht. Er bildet die Grundlage für einzigartige Habitate mit ursprünglichem Wildflusscharakter. Dies spiegelt sich in den Schutzgebieten entlang des Flusses wider, wie dem Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg, dem größten Naturschutzgebiet außerhalb der Alpen.
Im Bereich des Augsburger Stadtgebiets befindet sich zudem die letzte ungestaute Fließstrecke des Lechs in Bayern. Das Projekt Licca liber bildet den Rahmen für einen umfangreichen Planungsprozess entlang des Lechs auf einer Länge von 60 km, beginnend ab dem Mandichosee südlich von Augsburg.
Hintergrund der Sohleintiefung
Die Eintiefung des Lechs ist zum einen auf die Flussbegradigungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts zurückzuführen. Zum anderen wird der fortgespülte Kies nicht durch nachkommendes Geschiebe aus den Alpen ersetzt. Zur Sohlstabilisierung wurden daher zuletzt zur Jahreswende 30.000 Tonnen Kies unterhalb der Staustufe 23 in den Lech eingebracht.
