Die Grüne Stadt

Buga 2029: Lahnsteiner Ufer erhält neues Gesicht

Die Bundesgartenschau 2029 wird die Uferbereiche von Rhein und Lahn in Lahnstein mit modernen Grünflächen für Freizeit und Erholung aufwerten. Der Siegerentwurf für die neuen Parkanlagen steht fest und verspricht eine Verbindung von Aufenthaltsqualität, Veranstaltungsmöglichkeiten sowie Sport- und Spielangeboten.

Siegerentwurf für Lahnsteiner Uferbereiche der Buga 2029

Die Bundesgartenschau 2029 wird die Uferbereiche von Rhein und Lahn in Lahnstein mit modernen Grünflächen für Freizeit und Erholung aufwerten. Der Siegerentwurf für die neuen Parkanlagen steht fest und verspricht eine Verbindung von Aufenthaltsqualität, Veranstaltungsmöglichkeiten sowie Sport- und Spielangeboten. Insbesondere die Hafenmole soll zu einem neuen Anziehungspunkt werden.

Das Preisgericht hat sich einstimmig für den Entwurf des Büros Geskes.Hack Landschaftsarchitekten aus Berlin entschieden. Die Arbeit zeichnet sich durch eine durchgängige Gestaltung aus, die alle Planungsbereiche miteinander verbindet. Dies reicht vom Schloss Martinsburg im Süden über die Rheinanlagen in Oberlahnstein und die Hafenmole bis zum Park am Lahnufer in Niederlahnstein. Insgesamt hatten elf Büros qualitätvolle Beiträge für den freiraumplanerischen Gestaltungswettbewerb eingereicht, der von Landschaftsarchitekt Thomas Wirth (arc.grün) betreut wurde.

Die geplante Gestaltung ist auf eine dauerhafte Entwicklung der Parkanlagen ausgelegt. Das temporäre Ausstellungskonzept der Buga 2029 wird in den kommenden Jahren darauf aufbauen. Dr. Achim Schloemer, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), und sein Vorgänger Jochen Sandner, der die DBG im Preisgericht vertrat, zeigten sich überzeugt vom Siegerentwurf. Sie betonten, dass Bundesgartenschauen integrierte Stadt- und Regionalentwicklungsprojekte seien. Die Buga-Konzeption der grünen Branche schaffe spannende und farbenfrohe Besuchserlebnisse, von denen die Bevölkerung in Lahnstein und der Region noch Jahrzehnte profitieren werde.

Oberbürgermeister Lennart Siefert hob hervor, dass die von der Stadt Lahnstein geplante Rad- und Fußgängerbrücke an der Lahnmündung ein Highlight darstellen wird. Diese Brücke verbindet die Rheinanlagen in Niederlahnstein mit der Hafenmole und Oberlahnstein und ermöglicht so ein zusammenhängendes Buga-Gelände von über 15 Hektar. Siefert äußerte die Überzeugung, dass das neue Erscheinungsbild Lahnsteins die Lebensqualität steigern und die Stadt zu einem wichtigen Eingangstor aus Richtung Koblenz ins Welterbe Oberes Mittelrheintal entwickeln werde. Zudem stehen der Stadt aus den eingereichten Wettbewerbsarbeiten konstruktive Vorschläge für die Entwicklung des Hafens und des Bahnhofsvorplatzes in Oberlahnstein zur Verfügung.

Buga-Geschäftsführer Sven Stimac zeigte sich erfreut über die zunehmende Konkretisierung der Bundesgartenschau 2029. Er gratulierte dem Büro Geskes.Hack zum Siegerentwurf und dankte allen Beteiligten sowie den Preisrichtern unter der Leitung von Prof. Ulrike Kirchner für die konstruktive Zusammenarbeit.

Stimac betonte, dass die Gestaltung der eintrittspflichtigen Buga-Bereiche in Lahnstein nur einen Teil der gesamten Entwicklung des Oberen Mittelrheintals bis 2029 darstellt. Zahlreiche weitere Projekte, die von Bund und Land gefördert werden, sollen dazu beitragen, dem Tal einen touristischen Schub zu verleihen, der über die Gartenschau hinaus anhalten wird.

Das Büro Geskes.Hack benennt die gestalteten Bereiche als Rheinpark vor der Stadtmauer in Oberlahnstein, Hanggarten am Hafenkopf, Molenpark (Grüne Spitze) und Park am Lahnufer. Der Bereich um das Martinsschloss wird klar gegliedert und bildet einen imposanten Endpunkt im Süden. Der Rheinpark erhält durch die Promenade eine klare Ausrichtung zum Wasser. Der Rückbau befestigter Flächen ermöglicht eine großzügige und zusammenhängende Parkachse bis zur Rheinkrone, während die Zugänge aus der Stadt zum Wasser gestärkt werden.

Im Hanggarten sind Sitzstufen in der Böschung vorgesehen, die zum Verweilen mit Blick auf den Hafen einladen. Ein barrierefreier Weg führt zu einem Platz am Wasser und zum Restaurant Rheinkrone. An der Spitze des Molenparks entstehen eine großzügige Wiesenfläche und ein befestigter Platz als neuer Aufenthaltsort an der Lahnmündung, der ein einzigartiges Landschafts- und Naturerlebnis bieten soll. Auf dem höher gelegenen Plateau ist ein urbanes Sport- und Freizeitband mit Ausrichtung zum Stadthafen geplant. Die steinerne Böschung wird als einzigartiges Habitat für Tiere und Pflanzen erhalten.

Der Park am Lahnufer gliedert sich in einen „Stadtwald“, eine offene zentrale Wiesenfläche und die Lahnpromenade mit dem Uferbereich. Die Wiesenfläche dient als Freizeit- und Erholungsfläche sowie als grüner Festplatz. Die Lahnpromenade wird als Fuß- und Radweg am Wasser ausgebildet und fungiert als durchgehende Verbindung von der Johanneskirche bis zur Schleuse. Die Höhe der Investitionen in Lahnstein aus Mitteln der Buga-Gesellschaft wird in den kommenden Monaten festgelegt.

Bis dahin werden die Vorschläge des Siegerentwurfs hinsichtlich Finanzierung, Umsetzung und nachhaltigem Betrieb intensiv beraten. Die Buga 2029 hat zwei weitere Wettbewerbe ausgeschrieben. Der Siegerentwurf für die Rheinanlagen in Bacharach wurde bereits im November 2023 vorgestellt. Für den Hafenpark in Rüdesheim werden die Sieger im März 2024 bekannt gegeben.

Die Preisträger des Wettbewerbs für Lahnstein sind:

  1. Preis: Geskes.Hack Landschaftsarchitekten, Berlin
  2. Preis: uniola AG, Zürich
  3. Preis: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Berlin

Das Preisgericht bewertete den Entwurf des ersten Preisträgers als durchgängig überzeugend, da er die unterschiedlichen Planungsgebiete zusammenbindet. Im Rheinpark wird durch Zurückhaltung und offene Wiesen eine positive Nutzungsvielfalt ermöglicht, während die Zugänge aus der Stadt zum Wasser gestärkt werden. Die Gliederung der Flächen überzeugte und lässt eine gute Bespielung erwarten. Der Bereich um das Martinsschloss ist klar gegliedert und bildet einen überzeugenden Abschluss im Süden. Der Übergang von der Rheinkrone zum Hafen wird unter Berücksichtigung der Topografie und Barrierefreiheit gut bewältigt und schafft attraktive Aufenthaltsbereiche.

Besonders positiv wurde der neu gestaltete und gut nutzbare Bereich der Molenspitze mit seiner Aufenthaltsqualität beurteilt. Die Prinzipien werden im Park am Lahnufer konsequent fortgesetzt: große offene Wiesen mit freier Nutzung, Stärkung der Zugänge aus der Stadt zum Wasser und Integration der Anforderungen des Radverkehrs. Die vorgeschlagenen Maßnahmen erscheinen spannungsreich, ausgewogen und führen zu angenehmen Räumen. Insgesamt leistet die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Neugestaltung der Aufenthaltsräume an Lahn und Rhein in Lahnstein im Zuge der Buga 2029.

Das Preisgericht setzte sich zusammen aus:

  • Fachpreisrichter: Prof. Ulrike Kirchner (Landschaftsarchitektin, Koblenz), Markus Hille (Architekt und Stadtplaner, Ingelheim), Prof. Stephan Lenzen (Landschaftsarchitekt, Bonn), Carolin von Lintig (Landschaftsarchitektin, Reutlingen), Christof Luz (Landschaftsarchitekt, Stuttgart), Joachim Rind (Architekt, Koblenz)
  • Sachpreisrichter: Jochen Sandner (DBG), Sven Stimac (Geschäftsführer Buga 2029), Lennart Siefert (Oberbürgermeister Lahnstein), Birgit Merten (Stadt Lahnstein), Rick Vogel (Buga 2029)

Hintergrundinformationen zur Buga 2029

Die Bundesgartenschau 2029 findet im Welterbe Oberes Mittelrheintal statt, das sich über 67 Rheinkilometer von Rüdesheim bis zum Deutschen Eck in Koblenz erstreckt. Das Gebiet umfasst etwa 620 Quadratkilometer, wobei die Kernzone rund 273 Quadratkilometer einnimmt und etwa 17.000 Menschen dort leben.

Die Buga 2029 plant mit einem Gesamtbudget von 108 Millionen Euro. Davon tragen die Länder Rheinland-Pfalz (48,6 Millionen Euro) und Hessen (6,3 Millionen Euro) einen Anteil von 54,9 Millionen Euro. Die Buga 2029 gGmbH soll selbst 38,7 Millionen Euro erwirtschaften. Die Welterbe-Kommunen tragen 14,4 Millionen Euro zum Gesamtbudget bei. Gesellschafter der Buga 2029 gGmbH sind die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (33,3 Prozent) und der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal (66,6 Prozent).

Im Welterbe-Zweckverband, der Veranstalter der Bundesgartenschau 2029 ist, sind alle 59 Gebietskörperschaften des Welterbes vertreten: zwei Bundesländer, vier Verbandsgemeinden, fünf Landkreise sowie 48 Städte und Gemeinden.

23.01.2024

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