Erfolgreicher Abschluss der BUGA Mannheim 2023
Die Bundesgartenschau (BUGA) Mannheim 2023 schließt am 8. Oktober ihre Pforten und blickt auf eine erfolgreiche Laufzeit zurück. Die Gartenschau, die ein ehemaliges Militärgelände in eine blühende Landschaft verwandelte, verzeichnete kurz vor ihrem Ende bereits 1,98 Millionen Besuche. Der "Mannheimer Dreiklang" aus Sommerfest, Blumenschau und Experimentierfeld fand großen Anklang bei den Besuchern.
Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor:
„Die BUGA Mannheim 2023 war für die Region und den Tourismus ein großer Erfolg. Damit wurde ein ehemaliges Militärgelände zum Blühen gebracht und außerdem nachhaltige Stadtentwicklung betrieben.“Er betonte zudem die zentrale Rolle der Gärtner, deren Pflanzen und Fachkenntnisse maßgeblich zum Erfolg beitrugen. Eine Besucherbefragung der ift GmbH im Auftrag der DBG bestätigte, dass die Erwartungen der Besucher voll erfüllt wurden, insbesondere hinsichtlich des Erlebens von Pflanzen und Landschaftsgestaltung.
Besucherzufriedenheit und beliebte Attraktionen
Die Besucher verweilten im Durchschnitt über sechs Stunden auf dem Gelände, wobei der Spinelli-Park etwas länger frequentiert wurde als der Luisenpark. Michael Schnellbach, Geschäftsführer der BUGA 23, resümierte:
„Unsere Besucher*innen waren zufrieden und haben mit uns einen wunderschönen BUGA 23-Sommer erlebt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.“95 Prozent der Befragten zeigten sich insgesamt sehr zufrieden mit ihrem Besuch.
Im Luisenpark zählten das Pflanzenschauhaus, die Seerosenterrassen, der Staudengarten und die Pinguine zu den beliebtesten Anziehungspunkten. Im Spinelli-Park beeindruckten die U-Halle mit ihren Blumenhallenschauen und Beiträgen zur Vertikalbegrünung. Fast zwei Drittel der Befragten hoben zudem die Ausstellungen zum Thema Nahrung hervor. Die Seilbahn, die beide Parks verbindet, wurde von nahezu allen Besuchern positiv bewertet und beförderte 2,75 Millionen Fahrgäste. Auch die gärtnerischen Bereiche und die Infrastruktur erhielten hohe Zustimmung.
Gärtnerische Herausforderungen und Erfolge
Die BUGA Mannheim 2023 präsentierte 19 Hallenschauen und 14 Freilandwettbewerbe, darunter zu Frühjahrsblühern, Sommerflor, Blumenzwiebeln, Dahlien und Rosen. Auch Wettbewerbe in der Grabgestaltung und Denkmalpflege sowie landschaftsgärtnerische Bau- und Pflegewettbewerbe fanden statt. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) stellte sich im Spinelli-Park erstmals als Baumschule vor.
Lydia Frotscher, Leiterin der Gärtnerischen Ausstellungen, berichtete von einem gärtnerisch anspruchsvollen Jahr. Ein kühles und feuchtes Frühjahr verzögerte die Zwiebelblüte, sorgte aber für beeindruckende Freilandmomente. Später folgten Hitze und Wasserknappheit, sowie ein starkes Blattlausjahr, das insbesondere den Rosen zusetzte. Trotz des Verzichts auf chemische Pflanzenschutzmittel entwickelte sich der Rosenflor prächtig, was das Konzept insektenfreundlicher und blattgesunder Rosen bestätigte. Die Bepflanzung des Sommerflors unter schwierigen Bedingungen wurde durch den Einsatz der Gärtner und des BUGA-Teams erfolgreich gemeistert. Weitere Höhepunkte waren die Bepflanzungstermine der Friedhofsgärtner, die Dahlien und die Hallenschauen.
Insgesamt beteiligten sich über 300 Aussteller an den Wettbewerben. Die Preisrichter vergaben knapp 100 Große Goldmedaillen der DBG und rund 90 Ehrenpreise. Zudem wurden 13 Rosenneuheiten vorgestellt, darunter die gelbe Strauchrose 'Spinelli' von Rosen Tantau, die zur BUGA-Rose getauft wurde, und die Fuchsie 'Rhein-Neckar-Perle'.
Bildung und Nachhaltigkeit im Fokus
Der i-Punkt GRÜN, das Bildungs- und Informationszentrum der BUGA, bot über 800 Veranstaltungen an und zählte bereits fünf Wochen vor Ende der Gartenschau 25.000 Teilnehmer. Gärtnermeister beantworteten täglich rund 120 Fachfragen zu Themen wie nachhaltigem Gartenbau, Pflanzenkrankheiten, Bewässerung und Pflanzenschnitt.
Das Nachhaltigkeitskonzept der BUGA Mannheim 2023 fand großen Anklang. Michael Schnellbach betonte:
„Die Besucher*innen sind nicht nur größtenteils umweltfreundlich angereist, auch unsere Ausstellungsbeiträge im Experimentierfeld oder die klimafreundlichen Stauden haben Viele inspiriert.“Nur 31 Prozent der Besucher reisten mit dem Auto an, während über die Hälfte (53 Prozent) öffentliche Verkehrsmittel nutzte.
Vielfältiges Veranstaltungsprogramm und langfristige Effekte
Die BUGA bot über 6000 Veranstaltungen aus allen Genres, darunter Konzerte, Tanz, Musicals, Lesungen, Workshops und Theater. Das Lebenskunst-Programm umfasste auch Welt-Uraufführungen. Im BUGA 23: Campus-Programm nahmen über 88.000 Teilnehmer an rund 2.800 Bildungsveranstaltungen teil. Das Angebot "BUGA macht Schule" erreichte 1.135 Schulklassen.
Die BUGA Mannheim 2023 hinterlässt auch langfristige Effekte für die Stadt und die Region. 71 Prozent der auswärtigen Gäste planen, in den nächsten zwei bis drei Jahren wiederzukommen. Die Tourismus Stadt Mannheim GmbH verzeichnete rund 2600 gebuchte Führungen auf der BUGA 23, und die Zahl der individuellen Stadtführungen in der Innenstadt hat sich nahezu verdoppelt.
Die BUGA als Reallabor für zukünftige Gartenschauen
Aus gärtnerischer und stadtplanerischer Sicht diente die BUGA Mannheim 2023, insbesondere der Spinelli-Park als heißes und trockenes Areal, als Reallabor. Hier wurden klimaresiliente Pflanzen getestet und Strategien für Bewässerung und Düngung erprobt, um einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen im Klimawandel zu demonstrieren. Vertreter interessierter Städte, BUGA-Gesellschaften und Experten nutzten die Gelegenheit, Eindrücke und Anregungen für zukünftige Projekte zu sammeln.
Am 8. Oktober 2023 wird der Staffelstab an die IGA Metropole Ruhr 2027 übergeben, die unter dem Motto „Wie wollen wir morgen leben?“ eine dezentrale Internationale Gartenausstellung ausrichten wird. Weitere Bundesgartenschauen sind für 2029 im Oberen Mittelrheintal und 2031 in Wuppertal geplant. Die DBG verzeichnet zudem Anfragen von Städten und Regionen bis in die 2040er Jahre.


