Die Grüne Stadt

BuGG Gründach des Jahres 2020: Copenhill in Kopenhagen ausgezeichnet

Der Bundesverband Gebäudegrün (BuGG) e.V. hat das Projekt Copenhill in Kopenhagen als „Gründach des Jahres 2020“ prämiert. Die Müllverbrennungsanlage dient gleichzeitig als Freizeitanlage und setzt neue Maßstäbe in der Stadtplanung.

Copenhill: Eine Müllverbrennungsanlage als Freizeitoase

Der Bundesverband Gebäudegrün (BuGG) e.V. hat im Rahmen seines Wettbewerbs „Gründach des Jahres 2020“ das Projekt Copenhill, auch bekannt als Amager Ressource Center in Kopenhagen, als Sieger prämiert. Mit dieser Auszeichnung sollen die vielfältigen Möglichkeiten sowie die technischen, ästhetischen und städtebaulichen Besonderheiten von Dachbegrünungen hervorgehoben werden.

Copenhill ist eine Müllverbrennungsanlage, die gleichzeitig als Freizeitanlage dient. Dr. Gunter Mann vom BuGG betont die Besonderheit des Projekts:

Beim diesjährigen Wettbewerbssieger handelt es sich um eine Müllverbrennungsanlage, aber sie ist weit mehr als das, nämlich eine beliebte Freizeitattraktion, ein Naturraum mitten in der Stadt und ein phänomenales Beispiel dafür, was begrünungstechnisch auf Dächern alles möglich ist.

Das 80 Meter hohe Gebäude beherbergt auf seinem 16.000 m² großen Dach eine Skipiste, Liftanlagen und Wandertrails, die eine natürliche Berglandschaft imitieren. Zusätzlich wurde an der Fassade die größte künstliche Kletterwand der Welt installiert. Die Architekten der Bjarke Ingels Group haben eine Müllverbrennungsanlage, die Kopenhagen mit Strom und Fernwärme versorgt, mit einem zusätzlichen wirtschaftlichen und sozialen Nutzen aufgewertet.

Mit unserem Preis wollen wir dazu beitragen, dass dieses Projekt weit über Kopenhagen hinaus zukünftigen Stadtplanungsprojekten neue Impulse gibt und zur kreativen Nachahmung anregt.

Die Dachgestaltung entstand in Zusammenarbeit der Landschaftsarchitekten von SLA, des Garten- und Landschaftsbaubetriebes Malmos A/S und des Dachbegrünungsspezialisten ZinCo. ZinCo, ein BuGG-Mitgliedsunternehmen, lieferte die Systemtechnik und den Begrünungsaufbau.

Für die unterschiedlichen Nutzungsbereiche wurden verschiedene ZinCo-Systemaufbauten verwendet. Auf dieser Basis wurden 8.000 m² Skipiste mit Kunststoffmatten verankert, durch die echtes Gras wächst. Weitere 3.000 m² Dachfläche sind mit geschwungenen Wandertrails und Treppenaufgängen versehen. Eine Fläche von 3.000 m² wurde als robuste Naturlandschaft mit 300 Bäumen und einer Auswahl an dänischen Pflanzenarten gestaltet.

Seit seiner Eröffnung im Oktober 2019 hat das Projekt Copenhill internationale Beachtung gefunden. Dr. Gunter Mann hebt die vielfältigen Möglichkeiten der Dachnutzung hervor:

Die Möglichkeiten zur Dachnutzung als wertvoller Wasserspeicher und Beitrag zur Klimaanpassung in Städten, aber auch als Freizeit- und Erholungsraum entwickeln sich immer weiter. Auch die Kombination mit Photovoltaik ist inzwischen weit verbreitet. Mit dem Dreiklang aus kreativer Planung, zuverlässiger Technik und fachkompetenten Ausführungsbetrieben ist es heute möglich, nahezu jede Dachfläche nutzbar zu machen.

19.10.2021

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