Naturschutz

Forschung und Modellvorhaben zur Waldbrandprävention gestartet

Angesichts zunehmender Waldbrände in Deutschland fördern BMEL und BMU 22 Forschungs- und Modellvorhaben. Diese Projekte, mit einem Gesamtvolumen von 11,3 Millionen Euro, starten am 1. Mai und sollen die Waldbrandgefahr effektiv eindämmen.

Bundesweite Projekte gegen Waldbrandgefahr und ihre Finanzierung

Angesichts zunehmender Waldbrände in Deutschland, bedingt durch hohe Temperaturen und Trockenheit, fördern das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) insgesamt 22 Forschungs- und Modellvorhaben. Diese Projekte, die am 1. Mai bundesweit anlaufen, verfügen über ein Gesamtvolumen von rund 11,3 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt über den gemeinschaftlich getragenen Waldklimafonds (WKF).

Die Initiative geht auf einen Förderaufruf der beiden Ministerien aus dem Jahr 2019 zurück, der aufgrund der Vielzahl von Waldbränden in den vorangegangenen zwei Jahren erfolgte.

Unsere Wälder sind dauerhaft gestresst: Nach zwei trockenen Jahren droht nun eine Frühjahrsdürre, die unseren Bäumen stark zusetzt. Auch die Waldbrandgefahr ist aktuell wieder hoch – allein in 2018 haben wir durch Brände eine Waldfläche verloren, die rund 3300 Fußballfeldern entspricht. Mit dem Förderprogramm wollen wir diese Gefahr effektiv eindämmen, unsere Wälder besser davor schützen. Dabei drehen wir an vielen Stellschrauben, gehen es umfassend an: Mehr Aufklärungsarbeit, intensivere Forschung, eine bessere Vernetzung sowie den klimastabilen Umbau unserer Wälder. Zudem stehen den Ländern auch Gelder aus unserem gemeinsamen 800 Millionen-Wald-Hilfspaket für verschiedene Maßnahmen zur Waldbrandprävention zur Verfügung.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze ergänzt:

Der Klimawandel macht sich in unseren Wäldern deutlich bemerkbar, das macht mir große Sorgen. Die Dürre der letzten beiden Jahre hat schlimme Folgen für die Wälder und auch in diesem Jahr erleben wir bereits eine anhaltende Trockenheit und eine erhöhte Waldbrandgefahr. Zur Anpassung an den unvermeidbaren Teil des Klimawandels braucht Deutschland einen Waldumbau. Misch- und Laubwälder können sich zum Beispiel meist besser an Extremwetter anpassen als reine Nadelholzwälder. Mit den neuen Projekten wollen wir unsere Wälder widerstandsfähiger machen und erproben, wie sich Schäden im Fall eines Waldbrandes begrenzen lassen.

Inhalte der Förderprojekte

Die Projekte zielen darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Dürreperioden zu verbessern. Dies umfasst grundlegende Forschungsarbeiten zur Erweiterung des ökologischen, waldbaulichen und technischen Wissens über Waldbrände. Zudem sollen Methoden zur Kartierung der Waldbrandgefahr mittels fernerkundlicher und meteorologischer Daten entwickelt werden.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung von Strategien für feuerbeständige und klimaresiliente Wälder auf Brandflächen. Dabei werden auch die Auswirkungen waldbaulicher Veränderungen auf Bodeneigenschaften, Bodenfauna, Pilze, Wild und Brutvögel untersucht. Geplant ist zudem die Schaffung einer vernetzten Datenplattform für Feuerwehren, die Prävention, Management und Bewältigung von Schadensereignissen unterstützen soll.

Zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit wird eine digitale Informations- und Aufklärungskampagne für Jugendliche in sozialen Medien zur Waldbrandprävention entwickelt. Auch kampfmittelbelastete Waldflächen sind Gegenstand der Untersuchungen. Hierbei werden der Einsatz geschützter Forsttechnik erprobt sowie Leitfäden für Waldbesitzer zur Arbeitssicherheit und Haftung bei der Waldbrandnachsorge erarbeitet.

Hintergrundinformationen

Im Jahr 2018 verbrannten in Deutschland bei 1.708 Waldbränden insgesamt 2.349 Hektar Wald. Dies stellt laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die größte Waldbrandfläche seit 26 Jahren dar. Der vorbeugende Waldbrandschutz fällt in die Zuständigkeit der Bundesländer und ist in den jeweiligen Landeswaldgesetzen geregelt.

Der Waldklimafonds wurde im Juni 2013 von BMEL und BMU als Teil des Energie- und Klimafonds eingerichtet. Er dient als flexibles Förderinstrument an der Schnittstelle von Wald und Klima. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, seit 1993 Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe, unterstützt seit dem 1. Januar 2019 auch Vorhaben der Förderrichtlinie Waldklimafonds.

29.04.2020

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

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Deutschland

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