Dünger und Substrate

Erste RAL-Gütezeichen für Holzasche als Dünger vergeben

06.12.2012

Die Bundesgütegemeinschaft Holzasche e.V. hat erstmals RAL-Gütezeichen für Holzasche als Dünger-Ausgangsstoff vergeben. Die neue Gütesicherung schafft verbindliche Qualitätsstandards und stärkt die Nutzung im Nährstoffkreislauf.

Neue Qualitätsstandards sichern Holzasche als Dünger und Ausgangsstoff

Die Bundesgütegemeinschaft Holzasche e.V. (BGH) hat im November die ersten Urkunden zum RAL-Gütezeichen „Dünger“ überreicht. Grundlage war die Verleihung durch den Bundesgüteausschuss der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. (BGK) im Oktober 2012. Damit ist die Gütesicherung für Holzaschen aus naturbelassenem Holz offiziell etabliert.

Die BGH fungiert als zuständige Spartengütegemeinschaft für Holzasche innerhalb der BGK. Die Qualitätssicherung von Rost- und Kesselaschen erfolgt im Rahmen der neuen RAL-Gütesicherung „Dünger“, die von BGK und BGH gemeinsam errichtet und 2011 von RAL anerkannt wurde.

Aufbau einer bundesweiten Gütesicherung

Gegründet wurde die BGH am 9. Juni 2011 in Leonberg auf Initiative des Holzenergie-Fachverbandes Baden-Württemberg e.V. sowie mehrerer Betreiber von Feuerungsanlagen. Ziel war es, organisatorische und administrative Voraussetzungen zu schaffen, um Holzaschen als gütegesichertes Düngemittel oder als gütegesicherten Ausgangsstoff für Düngemittel zu qualifizieren.

Mit der Mitgliedschaft in der BGK und der Unterstellung unter die neue RAL-Gütesicherung „Dünger“ wurde dieses Ziel umgesetzt. Mit der Vergabe der ersten Gütezeichen für „Dünger-Ausgangsstoff“ ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nun steht die weitere Verbreitung der Gütesicherung im Fokus.

Klare Anforderungen an Qualität und Rückverfolgbarkeit

Im Rahmen der Gütesicherung können Aschen aus naturbelassenem Holz entweder als „Ausgangsstoff für Dünger“ oder als „Dünger“ im Sinne der Düngemittelverordnung eingestuft werden. Die Qualitätssicherung umfasst sowohl Vor-Ort-Audits als auch regelmäßige unabhängige Laboruntersuchungen.

Geprüft werden unter anderem die Annahme und Eignung der Brennstoffe, die Zulässigkeit bestimmter Aschearten sowie die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten. Darüber hinaus sind Anforderungen an internes Qualitätsmanagement, Dokumentation, Kennzeichnung, Deklaration und Rückverfolgbarkeit definiert.

Zusätzlich werden Qualifikation und Fachkunde des verantwortlichen Personals bewertet. Die Anforderungen des Gütezeichens gehen über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus. Sämtliche Kriterien und Verfahren sind im „Qualitätsmanagement-Handbuch Holzasche“ zusammengefasst, das vom Fachausschuss Dünger erarbeitet und vom Bundesgüteausschuss beschlossen wurde.

Beitrag zum Nährstoffkreislauf

Durch die Gütesicherung wird der Einsatz von Holzasche als Düngemittel, als Ausgangsstoff für Düngemittel oder als Einsatzstoff in der Kompostierung ermöglicht. Damit leistet das Verfahren einen Beitrag zur Schließung von Nährstoffkreisläufen. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung gewinnt auch die Waldkalkung und Nährstoffrückführung in Forstbeständen an Bedeutung.

Die ersten RAL-Gütezeichen für Holzasche als Ausgangsstoff für Dünger erhielten die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH, die Biotherm Biomasseheizwerk Straubenhardt GmbH & Co. KG sowie die Bundesgütegemeinschaft Holzasche e.V. in Leonberg.

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