Naturschutz

Bienen- und Artenschutz: Maßnahmen und Ziele im Agrarbereich

Bienen und andere Bestäuber sind für die biologische Vielfalt und unsere Nahrungsgrundlage unerlässlich. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ergreift vielfältige Maßnahmen, um den Schutz dieser wichtigen Insekten zu gewährleisten und die Artenvielfalt im Agrarbereich zu fördern.

Warum Bienen und Bestäuber so wichtig sind

Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge sind für den Erhalt der biologischen Vielfalt von großer Bedeutung. Ihre Bestäubungsleistung sichert die Nahrungsgrundlage vieler Tierarten und ist essenziell für die Fruchtbildung und Samenentwicklung von Wild- und Kulturpflanzen. Rund ein Drittel unserer Lebensmittel entsteht durch diese Bestäubung. Der globale ökonomische Nutzen der Bestäubung von Agrarpflanzen wurde 2005 auf etwa 153 Milliarden Euro geschätzt, da etwa 80 Prozent aller Nahrungspflanzen auf Bestäuberinsekten angewiesen sind.

In Deutschland hängen wichtige landwirtschaftliche Erträge im Pflanzen- und Obstbau von der Bestäubung durch Honig- und Wildbienen ab. Anlässlich des Internationalen Weltbienentags am 20. Mai 2019 betonte die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, die Notwendigkeit des Schutzes und Erhalts von Artenvielfalt und Biodiversität.

Eine besondere Rolle spielen dabei Bienen, Wildbienen und andere Bestäuber. Unsere Supermärkte wären nahezu leer, würde man alle Produkte, die es ohne die Bienen nicht gäbe, aus den Regalen nehmen – Obst, Gemüse, Getreide. Bienen sind systemrelevant. Wichtig ist aber auch, dass wir unterscheiden zwischen der Honig- und der Wildbiene. Der Schutz der Bienen ist für mein Ministerium zentrales Anliegen. Auf europäischer Ebene habe ich vergangenes Jahr ein Verbot dreier bienenschädlicher Neonikotinoide im Freiland gestimmt und deutlich gemacht, dass es in Deutschland keine Notfallzulassungen bei der Zuckerrübenbeizung dieser Wirkstoffe geben wird. Das gilt! Auch wenn die Notfallzulassung in anderen Mitgliedstaaten der EU praktiziert wird. Und wir wollen die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um etwa durch den Ausbau der Präzisionslandwirtschaft den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu reduzieren.

Das Ministerium hat weitere Maßnahmen zum Bienenschutz ergriffen. Neben der Landwirtschaft kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten, beispielsweise durch bienenfreundliche Bepflanzung auf Balkon oder im Garten. Zur Sensibilisierung und Information der Verbraucher über geeignete Pflanzen wurde die Aktion „Bienen füttern“ mit über 500 Bau- und Gartencentern neu aufgelegt.

Maßnahmen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zum Artenschutz

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft engagiert sich aktiv für den Schutz der Bienen und der Artenvielfalt durch verschiedene Initiativen:

  • Die Website „bienenfüttern.de“ bietet Tipps zum Bienenschutz und ermöglicht die kostenlose Bestellung eines Lexikons bienenfreundlicher Pflanzen.
  • Im Rahmen der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik werden Elemente zugunsten der biologischen Vielfalt, wie Greening und Agrarumweltprogramme, intensiviert und ausgebaut. Dazu gehört die Förderung von Blühstreifen, Ausgleichsflächen und Heckenpflanzungen.
  • Gemeinsam mit dem Umweltministerium, Landwirtschaftsverbänden und der Wissenschaft wird das Projekt „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) gefördert, das die Vereinbarkeit von Artenschutz und Landwirtschaft demonstriert.
  • Der ökologische Landbau wird gezielt gefördert, mit dem Ziel, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland zu erreichen.
  • Die Bundesregierung finanziert zusammen mit den Bundesländern das Deutsche Bienenmonitoring (DeBiMo) mit 400.000 Euro jährlich, um die Ursachen periodischer Winterverluste von Bienenvölkern zu klären.
  • Bis zum Herbst wird eine Ackerbaustrategie vorgestellt, die darauf abzielt, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln so zu gestalten, dass Böden, Artenvielfalt und Klima geschützt werden.
  • Forschung und Züchtung widerstandsfähiger Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge werden unterstützt, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.
  • Die Forschung an innovativen und die Artenvielfalt schonenden Pflanzenschutzmitteln wird verstärkt.
  • Ein Aktionsprogramm Insektenschutz ist in Arbeit, um die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. Ein Eckpunktepapier wurde im Juni 2018 abgestimmt, ein erster Entwurf des Aktionsprogramms befindet sich in der Ressortabstimmung.

19.05.2019

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