Bundesumweltministerium setzt auf Freiwilligkeit und Kooperation
Intakte Moore sind ökologisch von herausragender Bedeutung. Sie bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten spezialisierte Lebensräume und fungieren zugleich als langfristige Kohlenstoffspeicher. Werden Moorböden jedoch für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke entwässert, setzen sie große Mengen an Treibhausgasen frei.
Für Betriebe im Garten- & Landschaftsbau gewinnt das Thema an Relevanz, da Klimaschutz, Flächenentwicklung und nachhaltige Bewirtschaftung zunehmend in Planungs- und Ausführungsprozesse einfließen. Fortschritte im Moorbodenschutz gelten als wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität.
Diskussionspapier mit konkreten Zielen
Das Bundesumweltministerium hat ein Diskussionspapier vorgelegt, das Ziele und Maßnahmen zur Stärkung des Moorschutzes in Deutschland definiert. Ein wirksamer Schutz kann demnach nur im Schulterschluss zwischen staatlichen Stellen und gesellschaftlichen Akteuren gelingen.
Im Mittelpunkt steht die Unterstützung der Flächeneigentümer und Bewirtschafter. Die vorgesehenen Maßnahmen beruhen auf dem Grundprinzip der Freiwilligkeit. Für die Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorflächen sollen kooperative Ansätze entwickelt und umgesetzt werden.
Öffentlichkeitsbeteiligung von Beginn an
Bereits in der Entwurfsphase bezieht das Ministerium die Öffentlichkeit ein. Verbände, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger können Hinweise und Anregungen zur finalen Ausarbeitung der Strategie einbringen.
Stakeholder aus Natur- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft, Wasser- und Energiewirtschaft sowie aus Forschung und Bildung hatten am 15. Dezember 2020 im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung Gelegenheit, das Diskussionspapier zu erörtern und Stellung zu beziehen. Schriftliche Rückmeldungen waren bis zum 18. Dezember 2020 per Post oder E-Mail möglich. Das Diskussionspapier steht öffentlich zum Download bereit.
Moorböden als Klimafaktor
In Deutschland nehmen Moorböden rund vier Prozent der Bundesfläche ein. Gleichzeitig verursachen sie etwa 45 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Das entspricht mehr als einem Drittel der Treibhausgasemissionen, die der Landwirtschaft zugerechnet werden.
Stoppen lassen sich diese Emissionen nur, wenn die Wasserstände in entwässerten Moorböden wieder angehoben werden. Neben dem Schutz intakter Moorflächen zählen daher Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung zu den zentralen Herausforderungen.
Paludikulturen und Pilotprojekte
Ein Ansatz ist die stärkere Etablierung sogenannter Paludikulturen. Dabei handelt es sich um Nutzpflanzen wie Schilf, Erlen oder bestimmte Gräserarten, die sich für eine nasse Bewirtschaftung eignen. Diese Form der Nutzung ermöglicht wirtschaftliche Perspektiven bei gleichzeitigem Klimaschutz.
Zur Erprobung und Weiterentwicklung entsprechender Bewirtschaftungsformen plant das Bundesumweltministerium mehrere Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz. Sie sollen als erster Umsetzungsschritt der Moorschutzstrategie dienen und praktische Erfahrungen für zukünftige Maßnahmen liefern.
