Naturschutz

„Summendes Rheinland“ für biologische Vielfalt ausgezeichnet

Das Projekt „Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt“ wurde vom Bundesumweltministerium als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Es fördert Wildbienen und Bestäuber in der Agrarlandschaft der Niederrheinischen Bucht.

Förderung von Wildbienen und Bestäubern in der Agrarlandschaft – Ein zukunftsweisendes Beispiel

Das Bundesumweltministerium hat das Projekt „Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth hob auf der Internationalen Grünen Woche die Bedeutung des Projekts hervor, das von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in der Niederrheinischen Bucht durchgeführt wird. Er betonte, dass es ein zukunftsweisendes Beispiel für mehr Natur in der Agrarlandschaft darstellt.

Das Projekt 'Summendes Rheinland' sensibilisiert den landwirtschaftlichen Berufsstand und die Bevölkerung für die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Es ist ein gutes Beispiel dafür, was auch in einer intensiv genutzten Ackerbauregion wie der Niederrheinischen Bucht für den Naturschutz und insbesondere für die gezielte Förderung von Wildbienen und anderen Bestäubern getan werden kann. Die Erfahrungen aus diesem Projekt bilden eine wichtige Grundlage für die künftige Ausgestaltung von Agrarförderprogrammen und die notwendige Neuausrichtung der Landwirtschaft auf mehr Nachhaltigkeit und Biodiversitätsschutz.

Im Rahmen des Projekts arbeiten Landwirte und Naturschützer zusammen, um die Lebensbedingungen für Wildbienen und andere bestäubende Insekten in der Niederrheinischen Bucht zu verbessern. Dies geschieht durch drei Maßnahmen: die Einsaat blühender Zwischenfrüchte, die Anlage mehrjähriger Blühstreifen aus regionalem Saatgut an Ackerrändern sowie die Installation von Wildbienen-Nisthilfen.

Herausforderungen für Wildbienen und die Projektförderung

Wildbienen sind entscheidend für die Bestäubung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen, darunter Raps und Obstbäume. Eine hohe Vielfalt an Wildbienenarten trägt zur Steigerung von Ertrag und Qualität landwirtschaftlicher Ernten bei. In intensiv genutzten Agrarlandschaften mangelt es jedoch oft an kontinuierlichen Blühflächen und geeigneten Nistplätzen, was die Populationen der Wildbienen gefährdet. In Nordrhein-Westfalen gelten bereits 45 Prozent der rund 320 Wildbienenarten als gefährdet, und 45 Arten sind bereits ausgestorben.

Das Projekt „Summendes Rheinland“ wird nicht nur als offizielles Projekt der UN-Dekade ausgezeichnet, sondern auch als Modellprojekt mit 800.000 Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesumweltministerium gefördert.

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt – Globales Engagement für den Artenschutz

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt (2011–2020) wurde von der Staatengemeinschaft ins Leben gerufen, um das globale Engagement für die biologische Vielfalt zu stärken. In Deutschland werden im Rahmen dieser Dekade Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für den Erhalt, die nachhaltige Nutzung und die Vermittlung biologischer Vielfalt einsetzen. Die Auswahl der ausgezeichneten Projekte erfolgt durch eine Fachjury.

25.01.2017

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