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Calçada portuguesa: Bayerische GaLaBauer erlernen historisches Handwerk in Lissabon

16.02.2026

33 Auszubildende und Ausbilder aus Bayern vertieften in Lissabon ihr Know-how zur calçada portuguesa. Die Erasmus+-Studienreisen des VGL Bayern verbinden handwerkliche Weiterbildung, internationalen Austausch und praxisnahe Einblicke in die traditionelle Pflasterkunst.

VGL Bayern organisiert Erasmus+-Studienreisen nach Lissabon

Unter dem Motto „GaLaBau goes Europe 2026“ organisierte der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) vom 18. Januar bis 13. Februar 2026 vier Studienreisen in die portugiesische Hauptstadt. Insgesamt nahmen 33 Auszubildende sowie Ausbilderinnen und Ausbilder aus bayerischen Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus teil. Fachliche Weiterbildung, kultureller Austausch und gemeinschaftliche Erlebnisse wurden dabei gezielt miteinander verknüpft.

Seit 2020 bietet der VGL Bayern nahezu jährlich Bildungsreisen nach Lissabon an. Ziel ist es, die berufliche und persönliche Entwicklung des Branchennachwuchses zu fördern und zugleich den europäischen Gedanken im Handwerk zu stärken. Mit Unterstützung des Programms Erasmus+ und kofinanziert durch die Europäische Union wurden in diesem Jahr zwei 13-tägige Reisen für jeweils acht Auszubildende sowie zwei sechstägige Aufenthalte für acht beziehungsweise neun Ausbilderinnen und Ausbilder realisiert. Das gestufte Konzept ermöglichte ein passgenaues Weiterbildungsangebot für beide Zielgruppen.

Traditionelle Pflasterkunst im Fokus

Ein fachlicher Höhepunkt war die intensive Einführung in die Techniken des portugiesischen Ornamentpflasterns an der renommierten Pflastererschule Escola de Calceteiros e Jardineiros. Die Schule bildet seit 1986 gezielt Fachkräfte aus, um die traditionelle calçada portuguesa als kulturelles Erbe zu bewahren.

Unter Anleitung von Schullehrer Nuno Serra arbeiteten sich die Teilnehmenden praxisnah in die anspruchsvolle Steinlegetechnik ein. Die Workshops waren auf unterschiedliche Vorkenntnisse abgestimmt und vermittelten sowohl handwerkliche Grundlagen als auch gestalterische Details. Anschließend setzten die angehenden „Calceteiros“, wie portugiesische Pflasterer genannt werden, eigene Entwürfe auf dem Schulgelände um und verewigten ihre Arbeiten dauerhaft im Bestand.

Exkursionen und fachlicher Austausch

Ergänzend zum Werkstattunterricht standen Exkursionen in Lissabon und Umgebung auf dem Programm. Geführte Rundgänge durch die Innenstadt machten die Vielfalt und Präzision der weltbekannten Pflastermotive erlebbar. Zudem besuchten die Gruppen das städtische Magazin, in dem historische Schablonen für die originalgetreue Reproduktion der Ornamente archiviert werden.

Weitere Stationen waren die Estufa Fria de Lisboa sowie der Jardim Botânico Tropical. Gemeinsame Abendessen boten Raum für Austausch, Vernetzung und generationenübergreifende Gespräche. So entstanden Kontakte, die über die Reise hinaus Bestand haben sollen.

Signal für internationale Berufsbildung

„Mit den Studienreisen setzte der VGL Bayern erneut ein starkes Zeichen für internationale Berufsbildung, kulturelle Offenheit und die nachhaltige Förderung des Fachkräftenachwuchses im Garten- und Landschaftsbau“, erklärt Patrick Schmidt, stellvertretender Verbandsdirektor des VGL Bayern.

Die Auszubildenden dokumentierten ihre Eindrücke und Lernerfahrungen täglich über den Instagram-Kanal „wirvomgalabau“ des VGL Bayern. Neu war in diesem Jahr die Live-Stream-Begleitung der praktischen Übungen an der Pflastererschule. Dadurch erhielt ein breites Publikum authentische Einblicke in „GaLaBau goes Europe 2026“ und in die europäische Bildungsarbeit im Garten- und Landschaftsbau.

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