Moderne Pflegestrategien stärken Rasenqualität und senken Aufwand
Beim „Treffpunkt Grün“ von COMPO im Mannheimer Luisenpark stand die Zukunft der Rasenpflege im Fokus. Experten aus Praxis und Wissenschaft diskutierten, wie sich Sportrasen und öffentliches Grün durch moderne Maßnahmen funktional und dauerhaft leistungsfähig halten lassen.
Im Mittelpunkt der Fachtagung standen der Einsatz von Wachstumsregulatoren sowie der Umgang mit Pflanzenschutz unter den veränderten Bedingungen des Klimawandels.
Gezielte Steuerung des Gräserwachstums
Wachstumsregulatoren gewinnen zunehmend an Bedeutung, insbesondere auf intensiv genutzten Rasenflächen. Sie ermöglichen eine gezielte Steuerung des Sprosswachstums und tragen zur Verbesserung der Flächenqualität bei.
Am Beispiel des Wirkstoffs Prohexadion-Calcium wurde gezeigt, wie das Wachstum reguliert und gleichzeitig die Blütenbildung unerwünschter Gräser wie Poa annua reduziert werden kann. Diese Art gilt auf Sportflächen als problematisch, da sie die Belastbarkeit und Optik beeinträchtigt.
Durch die Hemmung pflanzlicher Wachstumshormone wird das Längenwachstum reduziert, während andere Eigenschaften der Grasnarbe gezielt gefördert werden.
Weniger Pflegeaufwand, bessere Qualität
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Reduzierung des Pflegeaufwands. Geringeres Wachstum bedeutet weniger Mähgänge, weniger Schnittgut und entsprechend niedrigere Entsorgungskosten.
Praxisversuche zeigen, dass sich das Wachstum über mehrere Wochen deutlich hemmen lässt. Bei wiederholter Anwendung kann eine Wuchsreduktion von rund 50 % erreicht werden.
Zusätzlich profitieren die Flächen von einer dichteren Grasnarbe, intensiverer Färbung und erhöhter Stresstoleranz. Auch das Wurzelwachstum kann deutlich gesteigert werden, was die Belastbarkeit weiter verbessert.
Klimawandel erhöht Anforderungen
Die Pflege von Rasenflächen wird zunehmend durch den Klimawandel beeinflusst. Steigende Temperaturen, längere Trockenphasen und extreme Wetterereignisse stellen neue Herausforderungen dar.
Diese Entwicklungen begünstigen auch das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen. Gleichzeitig ist mit strengeren Vorgaben beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu rechnen.
Für die Praxis bedeutet das: Maßnahmen zur Stärkung der Vitalität und Widerstandsfähigkeit der Grasnarbe rücken stärker in den Vordergrund. Ein gut entwickeltes Wurzelsystem gilt dabei als zentrale Grundlage.
Boden und Wurzel im Fokus
Regelmäßige Kontrollen der Bodenstruktur sind entscheidend, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Ungünstige Bedingungen können so rechtzeitig behoben werden.
Auch bei Stadtbäumen spielt die Wurzelentwicklung eine zentrale Rolle. Eine fachgerechte Standortplanung mit ausreichend dimensionierten Pflanzräumen ist Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum.
Es genügt nicht, viel Geld in einen teuren Baum zu investieren und dann an der Pflege zu sparen. Vielmehr muss jede Baumpflanzung langfristig begleitet werden.
Nur durch abgestimmte Maßnahmen aus Planung, Pflege und Technik lassen sich langlebige und funktionale Grünflächen sichern. Ergänzend wurden auf der Veranstaltung Maschinenlösungen für die Rasen- und Flächenpflege vorgestellt und im Praxiseinsatz demonstriert.
