conmeet erhält sechs Millionen Euro für KI-Steuerungssystem

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conmeet erhält sechs Millionen Euro von Reimann Investors Venture Capital und Smedvig Ventures. Das Unternehmen will damit sein Steuerungssystem für Handwerks- und Bauunternehmen weiterentwickeln und insbesondere KI-Funktionen für Kalkulation, Disposition, Baustellenprozesse und Abrechnung ausbauen.

Frisches Kapital fließt in KI-Funktionen und die Weiterentwicklung der Plattform

Die conmeet GmbH aus Borken hat eine Finanzierungsrunde über sechs Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird sie von Reimann Investors Venture Capital aus München und Smedvig Ventures aus London. Das Kapital soll unter anderem in die Weiterentwicklung des Systems und den Ausbau des Teams fließen.

conmeet richtet sich an prozessorientierte Handwerks- und Bauunternehmen mit zehn bis mehreren hundert Mitarbeitenden. Das System führt Kalkulation, Disposition, Baustellenprozesse, Kommunikation, Nachträge und Abrechnung auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammen und soll damit insbesondere Medienbrüche und Mehrfacheingaben vermeiden.

Durchgängige Daten statt getrennter Anwendungen

In vielen Betrieben verteilen sich Kalkulation, Zeiterfassung, Baustellendokumentation und Kommunikation auf unterschiedliche Programme und Kanäle. Dadurch können Informationen mehrfach erfasst werden, unterschiedliche Datenstände entstehen oder Absprachen ohne direkte Zuordnung zum jeweiligen Auftrag bleiben.

conmeet setzt deshalb auf eine zusammenhängende Anwendung. Projekte, Baustellen, Nachträge, Material, Partner und Subunternehmen, Disposition, Dokumente, Finanzen und die zugehörige Kommunikation greifen auf dieselbe Datenbasis zu. Ein Auftrag kann damit vom ersten Kundenkontakt über Kalkulation, Einkauf und Ausführung bis zum Zahlungseingang im System bearbeitet werden.

Die Kommunikation ist unmittelbar den jeweiligen Vorgängen zugeordnet. Absprachen mit Kunden, Bauleitung, Subunternehmen und Lieferanten lassen sich am Projekt, an der Baustelle oder am Nachtrag dokumentieren. Änderungen aus dem Büro stehen dadurch auch für Disposition und Abrechnung zur Verfügung, während Nachträge direkt im zugehörigen Auftrag erfasst werden können.

Zweieinhalb Jahre Entwicklung vor dem Markteintritt

Gegründet wurde conmeet Mitte 2023. Anschließend wurde das System zweieinhalb Jahre eigenfinanziert und im Stealth-Modus entwickelt, bevor die Gründer externes Kapital aufnahmen. Ziel war es, vor dem Markteintritt einen vollständigen betrieblichen Prozess von der Kalkulation bis zum Zahlungseingang abzubilden.

Die Software wurde von Beginn an als zusammenhängende Anwendung konzipiert und nicht nachträglich um voneinander getrennte Module ergänzt. Damit sollen Daten über die verschiedenen betrieblichen Arbeitsschritte hinweg durchgängig verfügbar bleiben. Für Unternehmen mit mehreren gleichzeitig laufenden Baustellen kann dies die Abstimmung zwischen Geschäftsführung, kaufmännischer Abteilung, Bauleitung und Baustelle vereinfachen.

KI soll Aufgabenketten im Betriebsablauf übernehmen

Architektur und Datenmodell sind auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz ausgelegt. Die KI arbeitet innerhalb der betrieblichen Abläufe und greift dabei auf den gemeinsamen Datenbestand des Systems zurück. Bereits heute automatisiert conmeet wiederkehrende Aufgaben.

Künftig sollen KI-Funktionen innerhalb definierter Rollen, Freigaben und Budgets eigenständig tätig werden und vollständige Aufgabenketten übernehmen. Als Beispiele nennt conmeet Prozesse, die durch den Eingang eines Belegs oder eine erforderliche Bestellung ausgelöst werden.

„Handwerks- und Bauunternehmen brauchen kein weiteres Tool, sondern ein System, mit dem sie ihr gesamtes Unternehmen steuern können“, sagt Benedikt Kisner, Mitgründer und CEO von conmeet. „Mit KI lassen sich Prozesse nicht nur digital abbilden, sondern intelligent automatisieren und zunehmend eigenständig ausführen. Weil conmeet auf einer gemeinsamen Datenbasis aufbaut, können wir das direkt in den operativen Alltag der Unternehmen integrieren.“

Gerade für Betriebe im Garten- und Landschaftsbau mit mehreren parallel laufenden Baustellen können durchgängige Informationen zwischen Baustelle, Disposition und Abrechnung relevant sein. Entscheidend ist dabei, dass Änderungen und Nachträge ohne zusätzliche Übertragung zwischen unterschiedlichen Anwendungen verfügbar sind.

„Unternehmen dieser Größe scheitern nicht an einzelnen Funktionen, sondern an den Übergängen“, sagt Lennart Eckerlein, Mitgründer von conmeet. „Der Bauleiter weiß etwas, das Büro weiß es nicht, und die Abrechnung erfährt es zuletzt. Ein Nachtrag, der auf der Baustelle besprochen und im Chat bestätigt wird, ist betriebswirtschaftlich schlicht nicht existent. Je mehr Baustellen parallel laufen, desto teurer werden diese Lücken – und genau die schließen wir.“

Kapital für Weiterentwicklung und Wachstum

conmeet sieht einen wachsenden Bedarf an durchgängigen Systemen. Neben dem Fachkräftemangel steigen die Anforderungen an Produktivität, Dokumentation und Nachweisführung. Doppelterfassungen und zusätzliche Abstimmungen binden dabei Arbeitszeit.

Gegründet wurde das Unternehmen von Benedikt Kisner, Leandro Ananias und Lennart Eckerlein. Kisner baute zuvor die netgo group mit mehr als 1.300 Mitarbeitenden auf. Eckerlein gründete und führte einen mittelständischen Handwerksbetrieb, während Ananias als CTO die Plattformarchitektur und das einheitliche Datenmodell von conmeet verantwortet.

„Bau und Handwerk bilden einen großen Softwaremarkt mit sehr spezifischen Prozessen, der sich nicht mit generischen Einzellösungen bedienen lässt“, sagt Samuel Schuler, Managing Director bei Reimann Investors Venture Capital. „conmeet löst diese Probleme mit einem zentralen System und einem Team, das Domain-Expertise aus Handwerk, Unternehmensaufbau und Softwareentwicklung vereint.“

Mit den sechs Millionen Euro soll nun insbesondere die technische Weiterentwicklung vorangetrieben werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der KI-Funktionen, die künftig stärker in die operativen Prozesse der Unternehmen eingebunden werden sollen.

Weitere Informationen:

conmeet GmbH

Am Fliegerberg 1
46325 Borken
Deutschland

Tel.: +49 2861 80321-0

E-Mail:
Web:

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