Blitzdichte in Deutschland 2014
Im Jahr 2014 verzeichnete die Stadt Cottbus die höchste Blitzdichte in Deutschland. Der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) registrierte dort 8,42 Blitze pro Quadratkilometer. Im Gegensatz dazu wiesen der Landkreis Aurich und die Stadt Passau mit jeweils 0,23 Blitzen die geringste Anzahl an Einschlägen auf.
Hinter Cottbus folgte der Landkreis Spree-Neiße mit 7,26 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Schweinfurt belegte den dritten Platz mit 5,46 Blitzen, gefolgt von Leipzig mit 5,27 Blitzen. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2014 622.636 Blitze registriert, was einem Anstieg von etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Jahr 2013 war Coburg mit 6,39 Einschlägen die Blitz-Hauptstadt, 2012 Memmingen mit 7,4 Blitzen pro Quadratkilometer.
Die Cottbuserinnen und Cottbuser sowie die in der Region ansässigen Unternehmen stecken voller Energie und Elan. Einer der Hauptschwerpunkte unserer Universität ist die Energieforschung, die von der Energieerzeugung – konventionell und erneuerbar – über Speicherung und Netzausbau bis zur materialorientierten Energieeffizienz reicht. Deshalb passt auch der diesjährige Titel als Blitze-Hauptstadt ganz gut zu unserer Region und zum Start des FC Energie in die Saison.
Der Blitz-Informationsdienst von Siemens nutzt rund 150 Messstationen in Europa und betreibt das Messnetz in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Polen, den Benelux-Ländern, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.
Aus den Daten der Messstationen können wir bis auf 200 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat. Zum Schutz von Menschen, Technik und Infrastruktur analysiert Siemens seit 1991 die registrierten Blitze und sendet umgehend Warnhinweise an unsere Gewitteralarm-Kunden.
Der Dienst wird unter anderem von Wetterdiensten, Versicherungen, Industrieunternehmen und Betreibern von Stromnetzen genutzt. Die Informationen sind beispielsweise für Betreiber von Überlandleitungen relevant. Bei einem Leitungsausfall kann schnell geklärt werden, ob ein Blitz oder ein umgestürzter Baum die Ursache ist.
Falls wir den Blitzeinschlag bestätigen, kann die Leitung schnell wieder ans Netz genommen werden. Bei einem Baum dauert es natürlich länger.
Blitze verursachen häufig Schäden an elektrischen Geräten. Selbst bei einem Einschlag in größerer Entfernung kann die empfindliche Elektronik von Fernsehern, Satellitenempfängern oder Waschmaschinen beschädigt werden. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft werden jährlich zwischen 300.000 und 500.000 Blitz- und Überspannungsschäden gemeldet. Diese verursachten im Jahr 2014 einen Schaden von 340 Millionen Euro, gegenüber 280 Millionen Euro im Jahr 2013.
Grundsätzlich treten im Süden Deutschlands mehr Blitze auf als im Norden, was auf Temperaturen und Großwetterlagen zurückzuführen ist. Eine genaue Vorhersage von Blitzen ist nicht möglich.
Man kann nur sehen, dass sich ein Gewitter beziehungsweise eine Gewitterfront aktuell mit einer bestimmten Geschwindigkeit in eine bestimmte Richtung bewegt. Aber eine Garantie, dass das Gewitter auch auf diesem Kurs bleibt, gibt es nicht. Da müssen wir kontinuierlich beobachten.
Funktionsweise von BLIDS
Jeder Blitz sendet ein elektromagnetisches Signal aus, das von Antennen registriert und in der BLIDS-Zentrale in Karlsruhe analysiert wird. Dies ermöglicht eine lückenlose Darstellung des Gewitterverlaufs. Die Ortung der Blitze basiert auf zwei Prinzipien: der Messung der Ankunftszeit der magnetischen Welle am Messort und der Kreuzpeilung. Die Antennen sind so konzipiert, dass sie die Richtung des Signals erkennen können. In Kombination mit den Informationen weiterer Antennen kann der Einschlagpunkt bestimmt werden.
Über die Website blids.de können sich Privatpersonen und Kunden mit dem kostenlosen BLIDS-Spion schnell über Blitzeinschläge informieren.
