Umweltschutz und Entsorgung, Wassermanagement

Regenwassermanagement im GaLaBau: Rückhaltebecken mit Blähglasschotter

Ein innovatives Regenwassermanagement-System nutzt Blähglasschotter aus recyceltem Altglas, um Wasser zu speichern und Flächen nutzbar zu halten. Diese Lösung entlastet Kanalsysteme und fördert nachhaltiges Bauen, besonders bei großen Bauvorhaben.

Nachhaltige Lösungen für versiegelte Flächen

Die Frage nach dem Umgang mit Regenwasser auf versiegelten Flächen gewinnt bei Bauprojekten zunehmend an Bedeutung. Für eine Lagererweiterung am Glasrecyclingstandort in Osterweddingen stand der Recyclingexperte Reiling vor dieser Herausforderung. Eine Lösung bietet ein Rückhaltebecken, das Veriso RED Blähglasschotter als Wasserspeicher nutzt. Dieses Material, das aus recyceltem Altglas besteht, speichert Wasser, nimmt zyklisch dynamische Lasten auf und ermöglicht die weitere Nutzung der Fläche. Solche Rückhaltebecken entlasten das Kanalsystem, unterstützen den natürlichen Wasserkreislauf und tragen zu nachhaltigem Bauen bei.

Die Versiegelung großer Flächen für Bauvorhaben wie Lagerhallen, Parkplätze oder Produktionsgebäude unterbricht den natürlichen Wasserkreislauf. Wo Regenwasser zuvor im Boden versickern konnte, verhindern Beton- und Asphaltflächen dies nun. Die Folgen sind weitreichend und zeigen sich in Überschwemmungen, Starkregenereignissen und der Bildung von Hitzeinseln. Obwohl die Auflagen zur Flächenversiegelung noch von lokalen Regularien abhängen, wächst das Bewusstsein für die Risiken. Immer mehr Städte und Gemeinden fordern Ausgleichsflächen, oft in Form von Regenrückhaltebecken, als Bedingung für Baugenehmigungen.

Rückhaltebecken für den Recyclingexperten Reiling

In Osterweddingen, wo Reiling sein Werksgelände um einen Hektar erweitern wollte, mussten zwei Regenrückhaltebecken angelegt werden. Diese dienen als Pufferzone, um das Kanalsystem bei Regen zu entlasten. Thomas Schürmann, Leiter Bauwesen bei Reiling, erläutert die Herausforderung:

Im Normalfall wären diese Rückhaltebecken wie ein Pool angelegt worden, in welchem das Wasser zurückgehalten wird. Das hätte für uns den Verlust der darüberliegenden Fläche bedeutet.

Obwohl entsprechende Systeme in der Regel überfahren werden können, wären sie den Belastungen durch die Radlader des Unternehmens nicht lange standgehalten. Schürmann ergänzt:

Die Pflastersteine auf unserem Werksgelände senken sich durchschnittlich um vier bis acht Zentimeter pro Jahr. Pflastersteine können wir ohne großen Aufwand neu verlegen, eine gegossene Betondecke über einem Wasserbecken hingegen, hat einen bedeutend größeren Reparaturaufwand.

Blähglasschotter als Systembaustein

Die Lösung fand sich im Tochterunternehmen Veriso, das den RED Blähglasschotter entwickelt hat. Dieser Schüttstoff kann nicht nur zyklisch dynamische Lasten aufnehmen, sondern auch bis zu 50 Masseprozent Wasser speichern. Das Material aus 100 Prozent recyceltem Altglas hat sich bereits als Baustein für Wasserspeichersysteme bewährt. Der Blähglasschotter gibt das Wasser langsam ab: Nach acht Stunden reduziert sich die Aufnahme auf zwölf Prozent und nach vier Tagen auf drei Prozent. Diese Eigenschaften erwiesen sich für die Rückhaltebecken von Reiling als vorteilhaft.

Aufbau der Rückhaltebecken

Für den Bau der Rückhaltung wurde zunächst die Grasnarbe etwa 25 Zentimeter tief abgebaggert und der Boden anschließend durch das Einfräsen von Kalk stabilisiert. Um eine kontrollierte Abgabe in den Kanal zu gewährleisten und den Abflussbeiwert von 50 Litern pro Sekunde nicht zu überschreiten, wurde eine Sperrfolie verlegt. Darüber erfolgte der Aufbau je Becken mit einer 800 Kubikmeter füllenden und 450 Millimeter hohen Schicht Veriso RED Blähglasschotter. Oberhalb dieser Schicht befindet sich eine 300 Millimeter starke Schottertragschicht. Ein Geokunststoffgewebe mit Trennvlieseinlage stabilisiert die unterschiedlichen Schichten. Abschließend wurde das Pflaster mit einer 50 Millimeter starken Splitt-Pflasterbettung und 100 Millimeter H-Pflaster verlegt. Durch den Verzicht auf Asphaltierung kann das Wasser ungehindert in die Pufferzone eindringen. Über Drainagerohre wird der gesammelte Niederschlag kontrolliert an den Kanal abgegeben. Der Blähglasschotter ist zudem in der Lage, die dynamischen Lasten schwerer Nutzfahrzeuge aufzunehmen. Die Pflasterschicht kann bei Bedarf kosteneffizient erneuert werden, wodurch die Fläche für Reiling weiterhin befahrbar und nutzbar bleibt.

Erwartungen übertroffen

Die geschäftliche Verbindung der beiden Unternehmen war ein zusätzlicher Pluspunkt, aber nicht ausschlaggebend für die Entscheidung zum Systemaufbau mit RED Blähglasschotter. Schürmann betont:

Am wichtigsten war es für uns, dass wir so wenig Fläche wie möglich an die Rückhaltung verlieren.

Man freue sich darauf, eigene Erfahrungen mit dem Baustoff von Veriso zu sammeln und die Produkteigenschaften im Praxistest zu erleben. Schürmann schließt ab:

Die Erwartungen, die wir an die Zusammenarbeit hatten, wurden bereits jetzt übertroffen.

Dies begründet er mit den Serviceleistungen, wie der Unterstützung bei der Planung und der einfachen Abwicklung aller Prozesse. Mit diesen Rückhaltungen leistet Reiling einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Bauprojektes. Da der Blähglasschotter aus recyceltem Altglas besteht, mindert dies den Abbau neuer Ressourcen. Der Schüttstoff ist druck- und witterungsbeständig, ungiftig sowie faser- und lösungsmittelfrei. Dank seiner einfachen Rückbaubarkeit passt er sich dem Ziel der Kreislaufwirtschaft in der Baubranche an.

24.07.2025

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Veriso GmbH & Co. KG

Zeppelinstrasse 15
75438Knittlingen

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