Naturschutz, Wettbewerbe und Jubiläen

40 Jahre Umweltbundesamt: Eine Bilanz des Umweltschutzes in Deutschland

Das Umweltbundesamt (UBA) feiert sein 40-jähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Jahr 1974 hat es maßgeblich die Umweltpolitik in Deutschland geprägt und sich als unverzichtbarer Berater etabliert. Eine Ausstellung und Chronik beleuchten die Erfolge und die Entwicklung der Umweltbehörde.

Die Rolle des UBA in der deutschen Umweltpolitik

Vor über 40 Jahren begann in Deutschland die Entwicklung einer eigenständigen Umweltpolitik. Im Jahr 1971 legte die damalige Bundesregierung ihr erstes Umweltprogramm vor. Drei Jahre später, im Sommer 1974, wurde das Umweltbundesamt (UBA) als erste nationale Umweltbehörde gegründet.

Mit anfänglich rund 170 Mitarbeitern in Berlin (West) gestartet, beschäftigt das UBA heute über 1.500 Personen. Eine Ausstellung am Hauptdienstsitz in Dessau-Roßlau beleuchtet die Rolle des UBA bei der Gestaltung des Umweltschutzes in Deutschland.

Egal ob Asbestverbot, die Mülltrennung, der Katalysator oder Haarspray ohne FCKW - vieles, was in der Anfangszeit des Umweltschutzes noch neu, unbekannt oder sogar undenkbar war, ist heute akzeptierte Selbstverständlichkeit. Und damit täglicher Ansporn für das gesamte Amt, sich auch künftig für Mensch und Umwelt einzusetzen.

Diese Einschätzung gab UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Historische Entwicklung und Aufgabenfelder des UBA

Eine fast 200-seitige Chronik, erstellt von einem Historikerteam, zeichnet die Geschichte des UBA nach. Sie basiert auf Originalquellen und Interviews mit Zeitzeugen. Das Buch beschreibt unter anderem, wie das UBA Mitte der 1970er-Jahre gegen rund 50.000 wilde Müllkippen in Westdeutschland vorging, 1978 den Blauen Engel als erstes Umweltzeichen weltweit einführte und sich bereits 1981 für ein umfassendes Asbestverbot aussprach.

Das Themenspektrum des UBA ist breit gefächert und reicht von der Abfallvermeidung über den Klimaschutz bis zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Einige Themen, wie saubere Luft, Lärmminderung und Abfall, begleiten das Amt seit seiner Gründung. Andere Bereiche, wie der Ressourcenschutz, kamen später hinzu. Im Fokus der Arbeit steht stets der Schutz des Menschen vor schädlichen Umwelteinwirkungen.

Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, würdigte die Arbeit des UBA:

Ob nun bleifreies Benzin oder der Katalysator - die Empfehlungen des Umweltbundesamtes stießen nicht immer sofort auf Gegenliebe bei Politik, Wirtschaft und Verbänden. Doch mit großer Beharrlichkeit, unabhängig und mit fundierten wissenschaftlichen Argumenten konnte das UBA viele seiner Vorschläge letztlich durchsetzen. Ganz entscheidend war, dass die Empfehlungen nicht nur im Labor funktionierten, sondern - wie der lärmarme Lkw oder der Ruß-Partikelfilter - immer auf praktische Umsetzbarkeit getestet waren. Das Umweltbundesamt hat sich so zu einem unentbehrlichen Berater der Umweltpolitik entwickelt.

Seit seiner Gründung fungiert das UBA als Frühwarnsystem, um potenzielle zukünftige Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und der Politik praktikable Lösungen vorzuschlagen.

Forschung, Beratung und Umsetzung im UBA

Das UBA erhebt seit Jahrzehnten umfassende Daten zum Zustand der Umwelt und berät mit diesem Wissen die Bundesregierung. Fachleute des Amtes forschen in eigenen Laboren oder vergeben Forschungsaufträge an wissenschaftliche Einrichtungen im In- und Ausland. Eine weitere Aufgabe seit 1974 ist die Information der Öffentlichkeit in Umweltfragen.

Darüber hinaus setzt das UBA Umweltgesetze in die Praxis um. Beispiele hierfür sind der Emissionshandel sowie die Zulassung von Chemikalien, Arznei- und Pflanzenschutzmitteln. Derzeit sind rund 1.500 Mitarbeiter an 13 Standorten des UBA tätig, darunter sieben Messstellen des eigenen Luftmessnetzes. Der Hauptdienstsitz befindet sich seit 2005 in Dessau-Roßlau. Größere Nebenstandorte sind Berlin, Bad Elster und Langen.

Der Jubiläumsband „40 Jahre Umweltbundesamt“ ist kostenlos erhältlich. Die Ausstellung „40 Jahre Umweltbundesamt“ kann am UBA-Hauptsitz besichtigt werden:

Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag bis Sonntag: 9 bis 16 Uhr

Der Eintritt ist frei.

16.05.2014

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