Regionale Zusammenarbeit für Klimaschutz und Hochwasserschutz
Regionale Umweltminister aus Europa beraten auf Schloss Hohenkammer über aktuelle Umweltthemen. Im Fokus der Konferenz des ENCORE-Netzwerks stehen Klimawandel und Hochwasserschutz. Der amtierende ENCORE-Präsident und Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit.
Europa lebt vom Engagement seiner Regionen. Die großen umweltpolitischen Herausforderungen können wir in Europa nur gemeinsam lösen. Wir brauchen einen engen Schulterschluss der Regionen: vom Hochwasserschutz bis zum Klimawandel. Speziell der Klimawandel ist ein globales Problem mit unmittelbaren regionalen Konsequenzen.
Im Rahmen der Konferenz soll eine gemeinsame Erklärung zum Klimaschutz verabschiedet werden. Darin fordern die regionalen Umweltminister die Europäische Union zu einer ambitionierten Klimapolitik auf.
Forderung nach verbindlichem Klimaziel
Die EU soll sich auf ein einheitliches und ehrgeiziges Klimaziel einigen. Die Forderung umfasst ein verbindliches europäisches Ziel zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2030. Die Regionen sind sich einig, dass nur europaweit wirksame Initiativen eine langfristig erfolgreiche Klimapolitik gewährleisten können.
Kooperationen im Hochwasserschutz
Ein wichtiges Kooperationsprojekt im Bereich des Hochwasserschutzes ist die von Bayern und der niederländischen Region Utrecht seit 2012 geleitete Regionen-Allianz. Diese Allianz erarbeitet Best-Practices zur Anpassung an den Klimawandel im Bereich Hochwasserschutz. Regelmäßige Treffen fördern den Dialog über die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen in den einzelnen Regionen.
Von vorbildlichen Lösungen bei der Bewältigung der Herausforderungen können alle profitieren. Bayern geht hier mit großen Schritten voran. Je intensiver der Austausch zwischen den Regionen, umso größer ist der Ertrag.
Die Zusammenarbeit konzentriert sich zudem auf Flussrenaturierungen im innerstädtischen Bereich, wie an der Isar in München. Auch die Verbreiterung des Flussbetts und die Intensivierung des Risikomanagements für Deiche im Rahmen von „Room for the River“-Projekten, beispielsweise in der Region Utrecht, sind Teil der Kooperation.
Ablehnung der Grünen Gentechnik
Ein weiteres Thema der Konferenz ist die Ablehnung der Grünen Gentechnik. Bayern fordert ein Selbstbestimmungsrecht der Mitgliedstaaten und Regionen über den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Im April 2014 trat der Freistaat einem europäischen Netzwerk gentechnikanbaufreier Regionen bei.
Dieses Netzwerk umfasst derzeit 60 Mitglieder, darunter 18 Regionen aus Frankreich, 13 Regionen aus Italien und alle Bundesländer Österreichs. Die ENCORE-Konferenz findet zum elften Mal statt. Bayern hat für die Jahre 2013 und 2014 die Präsidentschaft des Netzwerkes europäischer regionaler Umweltminister ENCORE inne.
Auf Schloss Hohenkammer sind Delegationen aus 28 europäischen Regionen vertreten. Dazu gehören jeweils fünf aus den Niederlanden und Schweden, vier aus Irland, jeweils drei aus Spanien und Österreich, zwei aus Finnland sowie jeweils eine aus Italien, Frankreich, Dänemark, Polen, Liechtenstein und der Schweiz.