Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Im Rahmen ihres Projekts: Umweltgerechtigkeit durch Partizipation, unterstützt die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) den Interkulturellen Garten in Erfurt. Durch den Anbau von Gemüse und Obst auf der Stadtbrache überwinden Menschen mit und ohne Migrationshintergrund dort kulturelle Unterschiede und gegenseitige Vorurteile.

Der Interkulturelle Garten Erfurt ist eines von insgesamt fünf bundesweit von der DUH ausgewählten Modellprojekten. Gemeinsam ist ihnen der Ansatz, Bürgerbeteiligung für soziale und ökologische Gerechtigkeit zu mobilisieren. Viele Migrantinnen und Migranten verfügen bei ihrer Ankunft in Deutschland oft über umfangreiche gärtnerische Kenntnisse, besitzen aber in der neuen Heimat keinen eigenen Garten. Interkulturelle Gärten bieten den neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen mit ihren Mitmenschen zu teilen und fördern dadurch die Integration und steigern das Selbstwertgefühl.

"Interkulturelle Gärten haben sich bereits in vielen deutschen Städten bewährt. Das gemeinsame Gärtnern von Menschen unterschiedlicher Bevölkerungsschichten, Altersstufen und Herkunftsländer hat einen positiven Einfluss auf das Zusammenleben der Kulturen und das gegenseitige Verständnis", erklärt Robert Spreter, der den Bereich Kommunaler Umweltschutz bei der DUH leitet. In interkulturellen Gärten könnten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beitragen, womit sich auch ein wichtiger sozialer Nutzen ergebe.

Die DUH führt heute in Erfurt einen Workshop zu den Chancen und Schwierigkeiten der Bürgerbeteiligung im Rahmen urbaner Gartenprojekte durch. "Unser interkultureller Gemeinschaftsgarten hat sich in den letzten Jahren zu einem Ort des gemeinsamen Lernens entwickelt, wo sich Menschen wohlfühlen und an einer gemeinsam gestalteten, selbstbestimmten Zukunft arbeiten", sagt Karin Kowol, eine der Initiatorinnen des Projektes.

Der Garten sei für viele Mitgärtner ein wichtiger Ort geworden, an dem sie Freundschaften geschlossen haben und regelmäßig Kraft für den Alltag tanken. Der Besuch in Erfurt ist der vierte Abstecher im Rahmen einer Rundreise zu den fünf Modellprojekten durch die DUH und das Expertenteam. Dabei geht es darum, die Erfahrungen innerhalb der Projekte zu sammeln und sie durch die Impulse von Beratern zu ergänzen, um die Ergebnisse schließlich in einem Handlungsleitfaden zusammenzuführen. Dieser soll helfen, künftige lokale Initiativen für Umweltgerechtigkeit durch aktive Beteiligung zum Erfolg zu führen.

Weitere Informationen zum Projekt "Umweltgerechtigkeit durch Partizipation" sowie zu den ausgewählten Modellprojekten finden Sie online.

 

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