Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Verlust von 535 Mio. US-$ aufgrund von Einmaleffekten der US-Steuerreform / Gewinn von 430 Mio. US-$ – ohne Berücksichtigung der Reform / Bei den Ergebnissen sind Auswirkungen der US-Steuerreform in Höhe von 965 Millionen US-$ berücksichtigt / Märkte für Land- und Baumaschinen stabilisieren sich weiter / Vorausschau auf das Geschäftsjahr 2018 lässt bei einer Umsatzsteigerung von 29 % einen Gewinn von 2,1 Milliarden US-$ erwarten. Ohne Auswirkungen der Steuerreform würde der geschätzte Gewinn bei 2,85 Milliarden US-$ liegen.

Landmaschinen & Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege (Foto: John Deere)

Der auf Deere & Company entfallende Verlust belief sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018 (28. Januar 2018) auf 535,1 Millionen US-$ (Vorjahresgewinn, 29. Januar 2017: 199 Millionen US-$) bzw. auf 1,66 US-$ je Aktie (0,62 US-$).

Aufgrund der Verabschiedung der US-Steuerreformgesetzgebung vom 22. Dezember 2017 mussten die Rückstellungen für Ertragssteuern angepasst werden, was Auswirkungen auf die Ergebnisse des ersten Quartals 2018 hatte. Der vorläufige Ertragssteueraufwand enthält eine Abschreibung auf aktive latente Steuern in Höhe von 715,6 Millionen US-$. Ursache dafür ist die Senkung des US-Körperschaftssteuersatzes von 35 % auf 21 %, die mit Inkrafttreten der Steuerreform wirksam ist. Darüber hinaus beinhaltet das Ergebnis verpflichtende Rückführungen von bisher unversteuerten Nicht-US-Gewinnen in Höhe von 261,6 Millionen US-$. Als Vorteil der Steuerreform ergibt sich eine Reduzierung der Steuerbelastung in Höhe von 12,1 Millionen US-$.

Ohne diese Anpassungen hätte der Nettogewinn im ersten Quartal 430,0 Millionen US-$ oder 1,31 US-$ je Aktie betragen. (Informationen zu Nicht-GAAP-Finanzkennzahlen finden Sie im Anhang der Original Pressemittelung von Deere & Company, Moline, USA.)

Weltweit stiegen die Umsätze und sonstigen Erlöse um 23 % auf 6,913 Milliarden US-$ (5,625 Milliarden US-$). Die Maschinenumsätze erreichten 5,974 Milliarden US-$ (4,698 Milliarden US-$).

„Wir spüren die steigende Nachfrage nach unseren John Deere Produkten. Grund dafür ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen auf den wichtigsten Märkten“, sagte Samuel R. Allen, CEO und Verwaltungsratsvorsitzender von Deere & Company. „Die Verkäufe sind im Quartal angestiegen, allerdings wirken sich Engpässe bei der Auslieferung und verspätete Liefertermine aus. Gemäß den verbesserten Marktbedingungen haben wir unsere Prognose hinsichtlich Umsatz und Gewinn angepasst. Wir sind sicher, dass wir die Nachfrage unserer Kunden im Laufe des Jahres befriedigen können.“

Geschäftsverlauf

Die Umsätze der weltweiten Maschinensparten sind im ersten Quartal um 27 % angestiegen. Die Übernahme der Wirtgen Group im Dezember 2017 hat im Quartal mit 5 % dazu beigetragen. Bei den Umsätzen sind günstige Umrechnungskurse in Höhe von 3 % berücksichtigt. In den Vereinigten Staaten und Kanada stiegen die Umsätze der Maschinensparten um 24 %, die Wirtgen Group lieferte 1 % der Umsätze. Außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanada erhöhten sich die Umsätze um 33 %. Hier wirkte sich die Übernahme der Wirtgen Group mit plus 12 % aus. Zudem haben günstige Umrechnungskurse mit 5 % zu Buche geschlagen.

Die Maschinensparten erwirtschafteten im ersten Quartal einen Betriebsgewinn von 419 Millionen US-$ (255 Millionen US-$). Das Ergebnis beinhaltet einen operativen Verlust von 92 Millionen US-$ durch die Übernahme der Wirtgen Group, wobei sich Effekte wie Ausgaben für den Erwerb inklusive Transaktionskosten ungünstig auswirkten. Lässt man den Wirtgen Effekt außer Acht, beruhte der Anstieg in erster Linie auf höheren Liefermengen und geringeren Garantiekosten, der teilweise kompensiert wurde durch höhere Produktionskosten. Außerdem wirkte sich der Verkauf der Beteiligung an SiteOne Landscape Supply, Inc. und anfallende Belastungen aus den angekündigten freiwilligen Aufhebungsverträgen für Mitarbeiter aus.

Der Verlust der Maschinensparten betrug im ersten Quartal 964 Millionen US-$ (85 Millionen US-$ Gewinn). Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren wirkten sich der vorläufige Ertragssteueraufwand und notwendige Anpassungen aufgrund der Steuerreform in Höhe von 1,243 Milliarden US-$ ungünstig auf das Quartal aus.

Im Finanzierungsgeschäft erreichte der auf Deere & Company entfallende Gewinn 425,3 Millionen US-$ (114,4 Millionen US-$). Das bessere Ergebnis war dabei vor allem auf einen Ertragssteuervorteil in Höhe von 278,1 Millionen US-$ zurückzuführen, der mit der US-Steuerreform zusammenhängt. Zusätzlich profitierte das Quartalsergebnis von einem breiteren Produktprogramm und niedrigeren Verlusten bei Restwerten aus Leasinggeschäften. Im letzten Jahr beinhaltete das Ergebnis Zahlungen für freiwillige Aufhebungsverträge.

Erwartungen

Die Maschinenumsätze des Unternehmens werden sich 2018 voraussichtlich um ca. 29 % erhöhen. Im zweiten Quartal erwarten wir gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg um 30 % bis 40 %. Zum Jahresumsatz von John Deere wird die Wirtgen Group 12 % und zum Umsatz des zweiten Quartals 16 % beitragen. Dabei wird ein Einfluss der Umrechnungskurse von 3 % für das Jahr 2018 und 4 % für das zweite Quartal erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr gehen wir von einer Steigerung der Umsätze und Erträge von 25 % aus. Der auf Deere & Company entfallende Gewinn wird auf 2,1 Milliarden US-$ prognostiziert. Die Erwartungen berücksichtigen einen ungünstigen Einfluss der Steuerreform in geschätzter Höhe von 750 Million US-$. Diese Belastung resultiert aus den negativen Einmaleffekten der US-Steuerreform und dem Vorteil eines niedrigeren Steuersatzes auf die laufenden Ergebnisse. Ohne Berücksichtigung der Folgen der Steuerreform erwarten wir einen Gewinn in Höhe von 2,85 Milliarden US-$.

„Gleichwohl wird der Gewinn für das Quartal und das Jahr von den Vorlaufkosten durch die US-Steuerreform beeinflusst. Wir sind überzeugt, dass die Veränderungen die Steuerlast des Unternehmens reduzieren werden und sich vorteilhaft in der Zukunft auswirken,“ sagte Sam Allen. Darüber hinaus ist John Deere in der guten Lage, von der Belebung auf dem Land- und Baumaschinenmarkt zu profitieren. Das unterstreicht unsere Bemühungen, ein dauerhaftes Geschäftsmodell zu entwickeln, indem wir in neue Produkte, Geschäftsbereiche, Märkte und Technologien investieren. Als Folge davon ist John Deere auch bei Marktschwankungen durchgehend profitabler als in der Vergangenheit. Wir sind weiterhin überzeugt, dass unser Unternehmen auf dem richtigen Weg ist und wir unseren Kunden und Investoren auch zukünftig erheblichen Mehrwert bieten können.“

Ergebnisse der Maschinensparten

Landmaschinen & Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege

Die Umsätze sind im ersten Quartal um 18 % gestiegen, wobei sich höhere Liefermengen und günstige Umrechnungskurse positiv ausgewirkt haben.

Der Betriebsgewinn belief sich auf 387 Millionen US-$ (218 Millionen US-$). Der Ergebnisanstieg beruhte dabei vor allem auf höhere Liefermengen und niedrigere Garantiekosten. Dagegen belasteten höhere Produktionskosten die Ergebnisse. Der Verkauf von SiteOne wirkte sich positiv auf das Quartalsergebnis aus, während das Ergebnis durch Ausgaben für freiwillige Aufhebungsverträge belastet wurde.

Bau- und Forstmaschinen

Die Umsätze der Sparte stiegen im ersten Quartal um 57 %, wobei die Wirtgen Group mit 23 % dazu beigetragen hat. Darüber hinaus haben sich höhere Liefermengen und günstige Umrechnungskurseffekte positiv ausgewirkt.

Der Betriebsgewinn belief sich im ersten Quartal auf 32 Millionen US-$ (37 Millionen US-$). Hier wirkte sich die Übernahme der Wirtgen Group mit den damit verbundenen Ausgaben für den Erwerb inklusive der Transaktionskosten in Höhe von 92 Millionen US-$ aus. Bleibt die Wirtgen Group unberücksichtigt, ist die Verbesserung im Quartal vor allem auf größere Liefermengen zurückzuführen, wobei das Ergebnis teilweise durch höhere Produktionskosten belastet wird. Das Vorjahresergebnis beinhaltet Zahlungen für freiwillige Aufhebungsverträge.

Marktlage und Ausblick

Landmaschinen & Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege

Im Laufe des Geschäftsjahres werden die John Deere Umsätze mit Landmaschinen sowie Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege voraussichtlich um 15 % ansteigen, wobei positive Auswirkungen von Umrechnungskursen in Höhe von 3 % erwartet werden. Die Umsätze der Branche in den Vereinigten Staaten und Kanada werden 2018 um etwa 10 % höher ausfallen, getrieben durch eine größere Nachfrage nach Großmaschinen. In den EU28-Märkten dürften die Umsätze der Branche in 2018 um etwa 5 % steigen. Wobei sich die besseren wirtschaftlichen Bedingungen im Tierhaltungssektor positiv auswirken. Insbesondere getrieben durch weiterhin positive Rahmenbedingungen in Argentinien, werden die Branchenumsätze bei Traktoren und Mähdreschern in Südamerika voraussichtlich gleich bleiben bzw. um 5 % steigen. Für Asien werden gleich bleibende Umsätze erwartet. Die Branchenumsätze mit Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege in den Vereinigten Staaten und Kanada werden in 2018 voraussichtlich etwa gleich hoch bzw. mit einem Plus von 5 % ausfallen. Für John Deere erwarten wir eine bessere Entwicklung als im Branchendurchschnitt, wobei der Effekt vor allem auf den Erfolg neuer Produkten zurückzuführen ist.

Bau- und Forstmaschinen

Die weltweiten Umsätze mit John Deere Bau- und Forstmaschinen werden 2018 um etwa 80 % ansteigen, bei einem positiven Einfluss von Umrechnungskurseffekten in Höhe von 2 %. Die Wirtgen Group liefert ca. 56 % des Umsatzwachstums der Sparte. Dieser Ausblick spiegelt die Zunahme im privaten Haus- und Wohnungsbau in den USA wider. Gleichzeitig investiert der Öl- und Gassektor stärker und die Wirtschaft wächst weltweit. Das globale Forstmaschinengeschäft dürfte um bis zu 5 % höher ausfallen, wobei sich die weltweit stärkere Nachfrage (insbesondere in Nordamerika) auswirkt.

Finanzierungsgeschäft

Der auf Deere & Company entfallende Gewinn im Finanzierungsgeschäft wird 2018 voraussichtlich etwa 840 Millionen US-$ erreichen. Dabei sind günstige Veränderungen durch die Steuerreform in Höhe von 320 Millionen US-$ berücksichtigt. Außerdem wird John Deere voraussichtlich von dem größeren Produktprogramm und geringeren Verlusten bei Restwerten aus Leasinggeschäften profitieren, teilweise kompensiert durch höhere Verkaufs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten.

 

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