Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Erstes offizielles Treffen der neuen Bundeslandwirtschaftsministerin mit Vertretern des Bundes deutscher Baumschulen. Wichtige Themen beim anschließenden Gespräch waren die biologische Vielfalt im ländlichen Raum, die Reform der nächsten Förderperiode der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und aktuelle Entwicklungen beim Export in der Baumschulwirtschaft.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (Mitte re.) pflanzt mit Antje Lezius (Mitglied des Bundestages, Mitte li.), Helmut Selders (Präsident des Bundes deutscher Baumschulen, li.) und Dr. Matthias Schneider (Landrat, re.) den Baum des Jahres 2018, eine Ess-Kastanie, im rheinland-pfälzischen Schmißberg. (Foto: BdB)

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat am  Donnerstag in der Ortsgemeinde Schmißberg (Rheinland-Pfalz) zusammen mit dem Präsidenten des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) Helmut Selders sowie Vertretern der Stadt Birkenfeld den Baum des Jahres 2018, eine Ess-Kastanie, gepflanzt. Die Baumpflanzung fand in der Nähe des Sirona-Pavillons statt, einer historischen Stätte aus der gallo-römischen Zeit.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner:
„Die Römer haben uns im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz ein bedeutendes Erbe hinterlassen, zu dem nicht nur der Sirona-Tempel gehört, sondern auch die Ess-Kastanie. Denn sie wird hier seit der Römerzeit angebaut und kultiviert. Die Ess-Kastanie hat dank ihrer schmackhaften Früchte und ihrer besonderen Holzeigenschaften einen hohen Stellenwert in der Region. Doch sie ist auch eine gute Botschafterin der biologischen Vielfalt und zudem fähig, besser als andere Baumarten dem Klimawandel zu trotzen.“

Im Anschluss an die Baumpflanzung hatte der Bund deutscher Baumschulen (BdB) Gelegenheit, aktuelle politische Themen mit der Bundesministerin zu diskutieren. Der BdB wies auf die Bedeutung der Anlage von Waldsäumen an Bahnstrecken hin, die durch Forstgebiete führen, damit die Biodiversität insbesondere im ländlichen Raum gefördert und die Verkehrssicherheit erhöht wird. Hierzu hatte der BdB bereits mit Vertretern der Deutschen Bahn Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Oft weigern sich die Forstverwaltungen aber noch, den Wald an Bahnstrecken umzugestalten.

Neben dem Thema der Biodiversität sprach der BdB auch die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union an, deren Prämiensystem für landwirtschaftliche Betriebe in den nächsten Jahren reformiert werden soll. Die Baumschulen sind als Dauerkulturen zwar grundsätzlich prämienberechtigt. Jedoch ausgerechnet die umweltschonende Kultivierungstechnik in Töpfen, verbunden mit einem geschlossenen Wasser- und Düngemittelkreislauf, sind aktuell von der GAP ausgeschlossen. Hier mahnte BdB-Präsident Selders eine Korrektur für die nächste Förderperiode an.

Zum Schluss berichtete Helmut Selders über die aktuellen Entwicklungen beim Export in der Baumschulwirtschaft: „Zurzeit bestehen auf dem wichtigen Auslandsmarkt Russland phytosanitäre Restriktionen von russischer Seite, die den direkten Export in die Russische Föderation erschweren. Hier sollten die gemeinsamen Anstrengungen des BMEL mit dem BdB nicht nachlassen, um die Lage zu verbessern.“

Auch am britischen Markt, vor dem Hintergrund des Brexits, bahnt sich der Aufbau von Marktbeschränkungen an, die Importe aus Deutschland und den anderen EU-Mitgliedstaaten empfindlich treffen könnten. „Auch hier benötigt der BdB tatkräftige Unterstützung vom Bund wie neulich bei der Befreiung von der Mautpflicht für Traktoren mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h“, kommentiert Helmut Selders.

 

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