Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Blütenfülle und herrlicher Duft – diese Begriffe verbinden wir eher mit dem Sommer, als mit dem Winter. Nicht ohne Grund, denn ein Großteil der Pflanzen trumpft vor allem während der Mitte des Jahres mit farbenfrohen Blüten auf. Doch längst nicht alle!

Die Blüten der Zaubernuss (Hamamelis) beeindrucken bereits ab Janaur mit ihrer extravaganten Form, die entfernt an Safranfäden erinnert.

Im Vorgarten begrüßt die Zaubernuss nicht nur die Hausbesitzer, sondern auch Gäste, Paketboten und Spaziergänger mit seinen fröhlichen und duftenden Blüten. Umgeben von Immergrünen kommt das helle Gelb besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) öffnet bereits ab Januar seine goldgelben Blüten und erfreut bis in den April. Als besonderen Clou eignet sich das Gehölz auch als Kletterpflanze. (Fotos: BGL)

Tatsächlich gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Gehölzen, Stauden und Zwiebelpflanzen, die der Kälte und dem Frost des Winters trotzen und sich schon zu Beginn des Jahres von ihrer eindrucksvollsten Seite zeigen. Im Garten sorgen sie neben den Immergrünen, den schmucken Samenständen der Stauden und Gräser sowie den blattlosen Strukturen der Gehölze für spannende Abwechslung und sind darüber hinaus für frühaktive Insekten wichtige Nahrungsquellen.

Blühende Gehölze

Wer sich sonnige Lichtreflexe im winterlichen Garten wünscht, ist mit dem Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) gut beraten. Dieser Strauch öffnet bereits ab Januar – in milden Wintern sogar schon ab Dezember – seine ersten Blüten und erfreut bis in den April mit seinem warmen Gelb. Als besonderen Clou eignet sich das Gehölz auch als Bodendecker oder Kletterpflanze und kann somit ganz unterschiedliche Gartenwünsche erfüllen. Landschaftsgärtner setzen mit dem Winterblüher beispielsweise gekonnt Hauswände, Mauern oder eine Laube in Szene.

„Wie auch die Kletterrose zählt der Winterjasmin botanisch zu den sogenannten Spreizklimmern“, erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL). „Das bedeutet, er findet durch Verhaken und Verspreizen seiner dünnen, seitlichen Triebe Halt. Um in die Höhe zu wachsen, benötigt er daher eine Rankhilfe, an die er festgebunden wird.“

Die Zaubernuss (Hamamelis) begrüßt das neue Jahr ebenfalls in einem fröhlichen Gelb, ist aber auch in verschiedenen Nuancen von Rot zu finden. Besonders auffällig ist die extravagante Blütenform, die entfernt an Safranfäden erinnert. Zudem verbreitet der dekorative Strauch einen angenehmen Duft. Die Experten für Garten und Landschaft pflanzen ihn daher gern in den Vorgarten, wo er nicht nur die Hausbesitzer, sondern auch Gäste, Paketboten und Spaziergänger mit seinen fröhlichen und duftenden Blüten begrüßt. Umgeben von Immergrünen kommen die hellen Farben der noch laublosen Zaubernuss besonders eindrucksvoll zur Geltung, da diese einen klaren Hintergrund schaffen. Auch wintergrüne Gräser lassen das Gelb der kleinen Blüten intensiver leuchten. Wichtig ist, schon bei der Pflanzung ausreichend Platz einzuplanen. Zwar wächst das Gehölz langsam, kann mit der Zeit aber eine beachtliche Höhe von vier Metern erreichen. Wer Farbe im Winter für seinen Garten sucht, findet in der professionellen Beratung durch einen Landschaftsgärtner im Hinblick auf Wuchseigenschaft und Standortanspruch eine geeignete Pflanze. Bei begrenzter Fläche ist zum Beispiel die Niedrige Scheinhasel (Corylopsis pauciflora) eine interessante Wahl. Dieses Gehölz wird nur selten höher als 1,50 Meter und öffnet bereits im März seine pastellgelben Blüten. Soll es im Garten angenehm nach Vanille duften, ist der Winter-Schneeball (Viburnum bodnantense 'Dawn') zu empfehlen. Dieser überzeugt darüber hinaus mit rosafarbenen Blüten, die bis in den April immer heller werden und schließlich in einem reinen Weiß an den blattlosen Ästen sitzen.

Frühe Stauden und Zwiebelblumen

Auch unter den Stauden gibt es winteraktive Exemplare. So beginnt die Blütezeit der Christrose (Helleborus niger) bereits im Dezember und reicht bis in den März. Im Februar öffnet auch die zum Verwechseln ähnliche Lenzrose (Helleborus orientalis-Hybriden) ihre weinroten und pinken Blüten. Diese wintergrüne Pflanze eignet sich wunderbar als Unterpflanzung von laubabwerfenden Bäumen. Das immergrüne Duftveilchen (Viola odorata) fühlt sich dort ebenfalls wohl und bildet mit der Zeit einen dichten, lilafarbenen Blütenteppich. Zudem verbreitet es schon früh im Jahr einen angenehmen, zarten Duft im Garten. Besonders eindrucksvoll wird der Frühling, wenn man diese Stauden mit Zwiebelblumen kombiniert. Harmonisch fügen sich weiße Narzissen in das Bild ein, gelbe Winterlinge (Eranthis hyemalis) sorgen für einen spannenden, farblichen Kontrast. Wer es Ton-in-Ton mag, wählt violette Krokusse oder auch den hellblauen Schneestolz (Chionodoxa luciliae). Besonders schön macht sich diese Zwiebelpflanze unter der Zaubernuss. Die komplementären Farben beider Frühblüher verstärken sich gegenseitig und sind schon zu Beginn des Jahres ein blütenstarker Blickfang im Garten.

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