Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Seit dem 17. Februar 2020 findet im Auftrag der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) eine umfassende Kampfmittelsondierung im Potsdamer Park Babelsberg statt. Ziel ist die vollständige Kampfmittelfreiheit der zur UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ gehörenden Gartenanlage.

Technikeinsatz bei der Suche nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. (Foto: SPSG)

Diese Kampfmittelfreiheit ist die Voraussetzung für die in den kommenden Jahren geplanten und dringend notwendigen gartendenkmalpflegerischen Wiederherstellungs- und Erhaltungsmaßnahmen, die u. a. die Instandsetzung von Wegen, Stubbenrodungen und Baumpflanzungen sowie Bodenmodellierungen umfassen. Zudem steht im Rahmen des zweiten Sonderinvestitionsprogramms (SIP 2, Masterplan), das der Bund sowie die Länder Brandenburg und Berlin für die Rettung der preußischen Schlösser und Gärten aufgelegt haben, die vollständige Sanierung des Bewässerungssystems – inklusive der historischen gusseisernen Brauchwasserleitungen – an.

Untersuchung in drei Abschnitten

Der Park Babelsberg lag im Zweiten Weltkrieg in der Einflugschneise der alliierten Luftstreitkräfte und wurde mehrfach bombardiert. Davon zeugen noch immer die nach 1945 mit Bauschutt und Erdmaterial verfüllten Bombentrichter, vereinzelte Granatenfunde in den vergangenen Jahren und verschiedene Munitionsverdachtsflächen. Für den nördlichen Bereich des Parks – und damit für ca. ein Drittel seiner Gesamtfläche – ist die vollständige Kampfmittelfreiheit bereits gegeben. Hingegen sind weite Gebiete im südlichen Teil vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) des Landes Brandenburg noch nicht freigegeben worden, der für das betreffende – ca. 77 Hektar große – Areal 36 Bombentrichter und 17 Vermutungspunkte festgestellt hat.

Die Sondierung wird in drei Abschnitten erfolgen: Im Frühjahr 2020 werden die Untersuchungen im südlichen und westlichen Teil des Parks durchgeführt – und anschließend im mittleren und im östlichen Bereich fortgesetzt. Die Maßnahme soll im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein. Die dafür seitens der SPSG aufzubringenden Kosten sind mit einem mittleren sechsstelligen Betrag zu beziffern. Mit der Planung wurde das Büro Protzmann + Wegwerth aus Potsdam beauftragt. Den Zuschlag für die Ausführung erhielt die Firma Müsing GmbH aus Hohen Neuendorf. Die Untersuchungen des Untergrundes erfolgen sowohl flächig als auch über Bohrsondierungen in Abstimmung mit dem KMBD.

Im Zuge der Kampfmittelsondierung ist in den kommenden Wochen mit Einschränkungen für den Publikumsverkehr im Park Babelsberg zu rechnen, da für die Untersuchungen vorübergehend Wege bzw. Teilbereiche gesperrt werden müssen. Die SPSG bittet dafür alle Besucherinnen und Besucher um Verständnis.

 

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